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Torschütze Michael Schürg. Foto: Ketterl/Archiv
Torschütze Michael Schürg. Foto: Ketterl/Archiv
20.08.2017

FCN gewinnt gegen Spielberg - Nöttinger Torwart der Held des Spiels

Karlsbad-Spielberg. „Derbysieger, Derbysieger“, skandieren die Nöttinger Fußballer begeistert nach dem umkämpften 2:1-Erfolg beim SV Spielberg und tanzen ausgelassen wie kleine Jungs Ringelreihen. Das Oberliga-Match der beiden Lokalrivalen wird wohl ebenso in die Geschichte eingehen, wie der 7:4-Triumph der Spielberger vor dreieinhalb Jahren. Für das historische Ereignis sorgen vor allem zwei Akteure auf dem Platz, die positiv und negativ den spannenden und teilweise hochklassigen 93 Minuten ihre Stempel aufdrücken: der Nöttinger Torhüter Andreas Dups, der zwei Foulelfmeter pariert, und der Ex-Nöttinger Riccardo Di Piazza, der zweimal nicht die Nerven hat, diese beiden Großchancen zu verwerten.

So etwas noch nie erlebt

Dups kann sein Glück kaum fassen. „In meiner Karriere habe ich so gut wie keinen Strafstoß gehalten. Dass das jetzt gleich zweimal gelingt, ist geil.“ Dennoch bescheinigt der Schlussmann den Gegnern: „Die Partie war absolut ausgeglichen. Wir haben uns aber nach dem 0:1-Rückstand zurückgekämpft und voll rein gehängt.“ Dups hat mit seinem Gegenüber in den beiden Elfmeterduellen fast ein bisschen Mitleid: „Mit Riccardo habe ich in Reichenbach zusammengespielt. Der steckt das weg und schüttelt die nächsten Dinger wieder rein.“

Als der Ex-Pforzheimer Alexander Zimmermann in der 16. Min. allein auf das Tor der Remchinger zuläuft, holt ihn Dups von den Beinen. Doch den halbhoch und weder platziert noch stark geschossenen Foulelfmeter Di Piazzas wehrt der Nöttinger Keeper ab. Nach dem Foul Niklas Kolbes an Di Piazza in der 54. Min. dasselbe Bild: Der halbhoch getretene Strafstoß wird erneut eine sichere Beute von Dups. Dagegen zeigt der Italiener in Diensten des SVS in der 53. Min. seine wahre Klasse, als er mit einem satten 23-Meter-Freistoß Dups zu einer Glanztat nötigt.

Spielberg wird immer besser

Nachdem die Lilahemden die Anfangsphase bestimmen, kommen die Karlsbader immer besser ins Spiel. Das schlägt sich dann auch nieder. Zimmermann überwindet kurz vor dem Pausenpfiff den herausgeeilten Dups mit dem ersten Saisontor der Spielberger. Der erfolgreiche SVS-Schütze ist überzeugt: „Wir waren mindestens gleichwertig“. Trotz der Niederlage sieht er einen Aufwärtstrend: „Gegenüber dem Pokalaus beim CfR Pforzheim und der Punktspielniederlage in Göppingen haben wir nun deutlich effektivere Ballstafetten zustande gebracht.“

Der bessere der beiden Italiener steht an diesem Tag in den Reihen der Nöttinger. Nach einer Flanke Mario Bilgers in der 70. Min. fällt Spielbergs Torwart Mathias Moritz der Ball aus den Händen. Ernesto de Santis lässt sich das nicht zweimal sagen und gleicht aus. Noch einmal ist Bilger in der 81. Min. der Vorbereiter, als der eingewechselte Schürg dicht vor dem Kasten nur noch einzudrücken braucht. „Das war schon ein guter Spielzug“, freut sich Bilger.

In der immer härter werdenden Partie mit sieben Gelben Karten wird in der 87. Min. Spielbergs Manuel Hasel vom Platz getragen und ins Krankenhaus gebracht. „Hoffentlich sind es nur die Bänder und nicht die Knochen,“ hofft sein Trainer Peter Hogen.