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Applaus, Applaus: Nöttingens Spieler bedanken sich bei den Fans, die Zuschauer bedanken sich wiederum mit stehenden Ovationen bei den Fußballern. Foto: Gössele
Applaus, Applaus: Nöttingens Spieler bedanken sich bei den Fans, die Zuschauer bedanken sich wiederum mit stehenden Ovationen bei den Fußballern. Foto: Gössele
Diese kreativen Fans haben wohl das Wort „vital“ ins Badische übersetzt: „Egal wie VIDAL du bist, der FCN ist VIDALER“ steht auf ihrem Plakat. Foto: Gössele
Diese kreativen Fans haben wohl das Wort „vital“ ins Badische übersetzt: „Egal wie VIDAL du bist, der FCN ist VIDALER“ steht auf ihrem Plakat. Foto: Gössele
Eray Gür (rechts) und Mario Götze beim Trikottausch. Foto: Henrich
Eray Gür (rechts) und Mario Götze beim Trikottausch. Foto: Henrich
Artistisch versucht Bayerns Arturo Vidal (links) Mario Bilger zu stoppen. Gössele
Artistisch versucht Bayerns Arturo Vidal (links) Mario Bilger zu stoppen. Gössele
Laufduell zwischen Philipp Lahm (links) und Thorben Schmidt. Ripberger
Laufduell zwischen Philipp Lahm (links) und Thorben Schmidt. Ripberger
10.08.2015

FCN hatte viel Respekt vor den Bayern - aber nur vor und nach dem Spiel

Wie fühlt es sich für Fußball-Amateure an, auf Weltmeister und Champions-League-Sieger zu treffen? Wie groß ist der Respekt? Einen Teil der Antwort liefert der Dialog, den ein Nöttinger Erzieher am Sonntag mit einem CNC-Programmierer in den Katakomben des Wildparkstadions führte: „Ich habe Mario Götze gesagt: ‚Danke für Rio‘“, erzählte da Erzieher Felix Zachmann. „Kein Problem“, lautete die Antwort des Weltmeisters. Und CNC-Programmierer Mario Bilger berichtete: „Ich habe Robben für Wembley gedankt.“ Arjen Robben, der den FCB im Londoner Wembleystadion zum Triumph in der Königsklasse schoss, reckte dem Bayern-Fan im FCN-Trikot daraufhin den Daumen entgegen.

Einen Dank an den Gegner. Selten ist dieser im Fußball so häufig zu hören wie beim Duell David gegen Goliath. Da bedankt sich der Außenseiter für Trikots, für Autogramme – und auch für ein gnädiges Ergebnis? Letzteres gilt für den FC Nöttingen nicht. „Ich gehe schwer davon aus, dass die Bayern einen Gang hätten zulegen könne“, sagte Bilger ähnlich wie viele seiner Teamkollegen nach dem 1:3 (1:3). Und doch war der Oberligist selbstbewusst genug, um zu wissen: Er hatte sich das knappe Ergebnis gegen das Starensemble von der Säbener Straße verdient. „Wir sind gut tief gestanden, da ist es auch für Bayern München schwierig, sich durchzukombinieren“, sagte Marc Schneckenberger.

Dass der FCN dem Rekordmeister damit erfolgreich auf die Nerven ging, zeigte sich in der Karten-Statistik: Mit Jerome Boateng, Arturo Vidal und Juan Bernat sahen drei Münchner Gelb, aber mit Zachmann nur ein Nöttinger – und das, obwohl der Ball meist in Bayerns Reihen war. Alleine David Alaba brachte 108 (von 115) Pässen zum Mitspieler. Der gesamte FCN spielte 135 erfolgreiche Pässe, 81 landeten beim Gegner.

Große Kulisse schnell vergessen

Ein Grund dafür: Das druckvolle Bayern-Spiel. Ein anderer: Die Nervosität. Selbst den 29-jährigen Schneckenberger ließ die Kulisse nicht kalt: „Klar ist man nervös, wenn man rausläuft und 30 000 im Stadion sieht“, sagte er. „Aber nach zwei, drei Minuten legt man das ab und nimmt es als relativ normales Fußballspiel.“ Von einem „extrem geilen Gefühl“ beim Warmmachen und einem „überragenden Gefühl“ beim Einlaufen berichtete auch Bilger – doch auch er meinte: „Nach zwei Ballkontakten merkst du das gar nicht mehr.“

Hatten die Remchinger auf dem Spielfeld den Respekt nach 20, 30 Minuten abgelegt, wirkten sie im Kabinentrakt fast schüchtern in ihrem Bestreben, ein Bayern-Trikot zu ergattern. Bilger hatte sich das von Robben gesichert, Nöttingens Torschütze Niklas Hecht-Zirpel von Boateng, Schneckenberger von Douglas Costa, Schürg von Alaba, Robin Kraski von Sven Ulreich.

Dass einige Nöttinger leer ausgingen, tat der Feierlaune keinen Abbruch. Erst fuhr der FCN zum Panoramastadion, dann ließen es die Fußballer in der Pforzheimer Sensi-Bar krachen. Kapitän Timo Brenner hatte diese gemietet. „Wir haben uns die ganze Vorbereitung zurückgehalten“, meinte Bilger. „Da haben wir gesagt, nach dem Bayern-Spiel können wir mal wieder durchstarten.“

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