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Das Nöttinger Trikot trug Marcel Rapp (links) seit Sommer 2011. Jetzt geht er als Jugendtrainer nach Hoffenheim.  PZ-Archiv/Becker
Das Nöttinger Trikot trug Marcel Rapp (links) seit Sommer 2011. Jetzt geht er als Jugendtrainer nach Hoffenheim. PZ-Archiv/Becker
28.12.2012

FCN-Abwehrchef Rapp geht als Jugendtrainer nach Hoffenheim

Wenn Fußball-Oberligist FC Nöttingen im Januar die Vorbereitung für die Rückrunde in Angriff nimmt, muss er das ohne seinen Abwehrchef und Co-Trainer tun. Denn Marcel Rapp (33) hat den Verein verlassen.

Kurz vor Weihnachten bekam der Fußballer aus Ersingen eine hauptamtliche Trainerstelle im Nachwuchsbereich beim Bundesligisten 1899 Hoffenheim angeboten. „Natürlich habe ich mir meinen Abgang aus Nöttingen anders vorgestellt. Aber diese Chance musste ich beim Schopfe packen“, sagt Rapp.

Das sieht man auch beim FCNöttingen so: „Sportlich ist Marcels Abgang für uns natürlich ein Schlag. Aber diese Chance muss er nutzten. Da wollten wir ihm keine Steine in den Weg legen“, sagt der FCN-Vorsitzende Dirk Steidl.

Auf der Suche nach Ersatz

Abwehrspieler Rapp ist nach Stürmer Metin Telle der zweite Winterpausen-Abgang beim FCN. Dirk Steidl ist nun auf der Suche „zwei oder drei Spielern“ (Steidl). Das Hauptaugenmerk liegt auf einem Linksverteidiger – dann könnte Holger Fuchs ins Abwehrzentrum zurückkehren. Aber auch nach Außenbahnspielern fürs Mittelfeld sieht sich der Verein um.

Vorerst aber bleibt auch der Pass von Marcel Rapp beim FCN. „Er würde aushelfen, wenn bei uns Not am Mann wäre“, sagt Dirk Steidl. Der Wechsel des Abwehrspielers nach Hoffenheim sei schnell und einvernehmlich erfolgt: „Wir wissen, wie schwer der Übergang vom Fußballspieler zum Trainer sein kann. Und wir hatten mit Marcel eineinhalb schöne Jahre. Er hat sich immer einwandfrei verhalten und über Gebühr engagiert“, lobt Steidl den scheidenden Spieler und Co-Trainer. Rapp gibt die Komplimente gerne zurück: „Der Verein hat sich super verhalten.“

Im Hoffenheimer Trainerstab ist in den vergangenen Wochen viel in Bewegung geraten. Nachdem sich der Bundesligist von Markus Babbel getrennt hatte, brachte Interimstrainer Frank Kramer aus der Jugendabteilung den erst 25 Jahre alten U16-Trainer Julian Nagelsmann mit zu den Profis. Kramer wurde zwar inzwischen durch Marco Kurz ersetzte, Nagelsmann aber bleibt als Co-Trainer bei den Profis. Dadurch gab es im Nachwuchsbereich ein Stühlerücken. Am Ende war bei der U17 (B-Jugend, Bundesliga) ein Co-Trainer-Posten frei. Und die TSG ging auf Marcel Rapp zu. Der hat in diesem Jahr seinen A-Schein als Trainer gemacht und hospitierte schon seit einiger Zeit in der Hoffenheimer Fußballschule. Jetzt wird er beim Tabellensiebten der B-Junioren-Bundesliga Assistent von Ex-Profi Jens Rasiejewski (Hannover, Eintracht Frankfurt, St.Pauli).

„Der Trainerjob war für mich schon immer eine Option. Ich habe mich auch vor und nach dem Training mit der Materie befasst“, freut sich Rapp über seine neue Aufgabe. Als Fußballprofi hat der gebürtige Ersinger sein Geld jahrelang vor allem in der Regionalliga beim SC Pfullendorf und bei den Stuttgarter Kickers verdient. Auch einige Zweitliga-Spiele bei den Kickers, beim Karlsruher SC und bei RW Oberhausen stehen in seinem Lebenslauf. In jungen Jahren trug Rapp sogar das Nationaltrikot, wurde mit der U18 Vize-Europameister (1988) und nahm mit der U20 an der WM in Nigeria teil.

Bevor Marcel Rapp aber seinen Job in Hoffenheim antritt, geht es drei Wochen nach Südafrika. Im Sommer hatte der Fußballer seine Lebensgefährtin Bettina geheiratet, jetzt holt das Paar in Kapstadt die Flitterwochen nach.