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Auf dem Weg zurück in die Regionalliga: Trainer Michael Wittwer zeigt beim FC Nöttingen, wo es lang geht.   Ripberger, PZ-Archiv
Auf dem Weg zurück in die Regionalliga: Trainer Michael Wittwer zeigt beim FC Nöttingen, wo es lang geht. Ripberger, PZ-Archiv
23.11.2015

FCN-Trainer Wittwer: „Wir können ganz gut mit der Favoritenrolle leben“

Der FC Nöttingen ist auf dem Weg zurück in die Regionalliga offenbar durch nichts aufzuhalten. Mit 3:0 setzten sich die Remchinger unerwartet klar beim Verfolger FSV Hollenbach durch und sicherten sich die Herbstmeisterschaft in der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg. Michael Wittwer (48), der die Nöttinger seit 2010 trainiert, spricht über das Nöttinger Erfolgsrezept.

PZ: Der 3:0-Sieg beim bisher härtesten Rivalen in Hollenbach bestätigt das Urteil vieler Trainerkollegen: Der FCN ist zu stark und hat in dieser Liga nichts verloren.

Michael Wittwer: Mit dieser Einschätzung leben wir schon die gesamte Saison. Das sagen die Trainer vor und nach den Spielen gegen uns immer. Zu ihren Spielern in der Kabine sagen sie aber sicher etwas ganz anderes. Deshalb ist es für uns auch Woche für Woche umso schwerer, Spiele zu gewinnen. Und wir wissen auch, wie schwer es wird, die restlichen 17 Spiele so zu gestalten, dass wir auch am Ende der Saison ganz vorne stehen. Fakt ist, dass wir bisher ganz gut mit der Favoritenrolle leben können.

PZ: Wer oder was kann Nöttingen vom direkten Wiederaufstieg in die Regionalliga abhalten?

Michael Wittwer: Ganz einfach: Die Mannschaften, die hinter uns stehen, können das. Jeder wird in der Rückrunde noch mehr motiviert sein gegen den Tabellenführer. Es wird schwer. Wir wollen jetzt die restlichen zwei Spiele in diesem Jahr erfolgreich bestreiten, damit wir als Tabellenführer in die Winterpause gehen. Und dann hoffen wir auf einen guten Start im neuen Jahr.

PZ: Wer ist der härteste Konkurrent in der Oberliga?

Michael Wittwer: Das sind die Mannschaften, die auch jetzt vorne dabei sind. Da ist der SSV Ulm, wobei die auch erst mal das Nachholspiel in Ravensburg gewinnen müssen. Hollenbach darf man ebenso wenig abschreiben wie den KSC. Diese Gegner werden uns in der Rückrunde das Leben besonders schwer machen.

PZ: Sind Sie überrascht, dass sich der CfR Pforzheim vorerst aus dem engeren Verfolgerfeld verabschiedet hat?

Michael Wittwer: Der CfR hat vor allem zu Beginn der Saison geschwächelt, dann bei uns aber gezeigt, was sie drauf haben (4:4, die Red.). Was auffällt ist, dass dem CfR die Konstanz fehlt und dass er gegen die ganz vorderen Mannschaften kein Spiel gewonnen hat. Der Abstand zu uns ist zwar recht groß. Dennoch traue ich dem CfR von der Qualität des Kaders her nach wie vor zu, am Ende ganz weit vorne zu stehen.

PZ: Stichwort Konstanz: Warum spielt ihre Mannschaft, mit wenigen Ausnahmen, so beständig auf hohem Niveau?

Michael Wittwer: Wir haben eine gewachsene Mannschaft. Viele Spieler sind schon lange im Verein. Und in der vergangenen Saison ist die Mannschaft in der Regionalliga – trotz des Abstieges – weiter gereift. Viele Spieler sind auch im besten Fußballer-Alter. Und sie besitzen auch ein gesundes Selbstvertrauen. Sie wissen: Wenn wir unsere Leistung zu 100 Prozent abrufen, ist es in dieser Liga ganz schwer, gegen uns etwas zu holen.

PZ: Der FCN hat auch gut eingekauft. Wer von den Neuzugängen hat Sie positiv überrascht?

Michael Wittwer: Wir haben ja keine großen Namen geholt, sondern junge Spieler mit Perspektive. Da ist Eray Gür, den der KSC nicht mehr haben wollte. Da haben wir sofort zugegriffen, weil wir ihn als guten Speiler kannten. Das hat er dann auch bestätigt. Auch mit Colin Bitzer, Theo Bräuning, Niklas Kolbe und Andi Dups sind wir sehr zufrieden. Alle sind super integriert. Die haben schon ihren Spaß in der Truppe.

PZ: Der FC Nöttingen hat also wenig bis keine Veranlassung, sich in der Winterpause personell zu verändern?

Michael Wittwer: Genau! Denn so wie die Mannschaft jetzt aufgestellt ist, hat sie auf jeden Fall das Potenzial, in der Rückrunde den Platz ganz vorne zu verteidigen.

PZ: Und diese Mannschaft hat auch das Potenzial, in der Regionalliga zu bestehen?

Michael Wittwer: Das ist mir derzeit noch etwas zu weit in die Zukunft geblickt. Fakt ist, dass wir auch diesmal finanziell keine großen Sprünge machen können und sehr genau schauen müssen, wer uns im Falles des Aufstieges weiterhelfen könnte.