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Blickt entspannt der DFB-Pokalauslosung entgegen: Michael Wittwer, Trainer vom FC Nöttingen.  Foto: Gössele
Blickt entspannt der DFB-Pokalauslosung entgegen: Michael Wittwer, Trainer vom FC Nöttingen. Foto: Gössele
08.06.2012

FCN-Trainer Wittwer zur DFB-Pokalauslosung: „Im Clubhaus wird die Hölle los sein“

Knapp zwei Wochen ist es her, da stemmten die Oberliga-Fußballer des FCNöttingen den Krombacher-Pokal in den Abendhimmel von Bammental. 4:3 wurde Ligakonkurrent Spvgg Neckarelz im Elfmeterschießen geschlagen. Der Finalsieg und die gleichzeitige Teilnahme am DFB-Pokal tröstete ein wenig über Platz sechs in der Oberliga-Meisterschaft hinweg. Im PZ-Interview mit PZ-Redakteur Dominique Jahn blickt Nöttingens Trainer Michael Wittwer noch einmal auf die Saison zurück.

PZ: Hallo Herr Wittwer, mit elf Unentschieden gehören Ihre Spieler in der abgelaufenen Saison zu den Remis-Königen der Liga. Ist das der Grund, warum es nach Platz zwei im Vorjahr diesmal nur zu Rang sechs gereicht hat?

Michael Wittwer: Das kann man so sagen. Wir haben in dieser Runde wirklich viele Punkte durch Unentschieden liegenlassen, aber auch insgesamt ist die Saison nicht so gelaufen wie die davor.

PZ: Woran lag’s?

Michael Wittwer: Wir sind schon schlecht in die Saison gestartet, mit zwei Unentschieden gegen die Aufsteiger Offenburg und VfR Mannheim (jeweils ein 1:1, Anm. d.Red.). Zu Beginn der Rückrunde sah es dann ja nicht so schlecht aus, doch leider konnten wir die beiden entscheidenden Spiele gegen Ulm und Balingen nicht gewinnen, um ganz oben anzuklopfen. Gegen Ulm (0:3, Anm. d. Red.) kann man verlieren, in Balingen waren wir die klar bessere Mannschaft, kamen aber nicht über ein 1:1 hinaus.

PZ: Danach war die Luft raus, die Konzentration wurde nur noch aufs Pokalfinale gerichtet.

Michael Wittwer: Genau. Wir haben in den Spielen vor dem Pokalfinale viel durchgewechselt, darunter litt natürlich unser Spielfluss.

PZ: Mit dem Abwehrverhalten Ihrer Mannschaft, die 43 Gegentore kassierte, können Sie nicht ganz zufrieden sein.

Michael Wittwer: Die Gegentore darf man nicht nur auf die Abwehr schieben. Gewiss haben wir zu viele Tore kassiert, aber es war auch klar, dass wir das Niveau aus der vorherigen Saison nicht halten können. Dubravko Kolinger war beruflich stark eingespannt und hatte ein kleines Tief. Holger Fuchs und Viktor Kärcher können selbstverständlich auch mehr. Dafür hat sich Thorben Schmidt einen Stammplatz erkämpft.

PZ: Auch Felix Zachmann ist etwas hinter seinen Erwartungen zurückgeblieben.

Michael Wittwer: Auch Felix konnte nicht ganz an seine Leistung aus der Vorsaison anknüpfen. Er zeigt aber immer eine tolle Einstellung auf dem Platz. In Zukunft erwarte ich jedoch mehr von ihm. Er muss in der neuen Saison den nächsten Schritt machen und mit zu einem der Führungsspieler beim FC Nöttingen werden.

PZ: Hat Sie Marcel Rapp in seiner ersten Saison für den FC Nöttingen überzeugt?

Michael Wittwer: Absolut. Er war eine wichtige Stütze in unserem Spiel. Künftig muss er die Aufgabe von Dubravko Kolinger (Karriereende, Anm. d. Red.) übernehmen. Er muss die Mannschaft pushen und noch mehr seine Leaderqualitäten auf und außerhalb des Platzes einbringen.

PZ: Im Sturm konnten Sie mit Metin Telle und Leutrim Neziraj eigentlich zufrieden sein.

Michael Wittwer: Mit seinen 19 Saisontoren hat sich Metin hinter dem Spielberger Alexander Zimmermann (21Saisontore, Anm. d. Red.) und dem Ulmer Florian Treske (20 Treffer) Platz drei in der Torschützenliste gesichert. Das spricht für ihn. Leo steigert sich von Jahr zu Jahr. Ich sag’ immer: Wenn Metin zusätzlich noch die Technik vom Leo hätte, und Leo die Härte von Metin, dann hätten wir zwei perfekte Stürmer.

PZ: Platz sechs in der Liga, den Pokal gewonnen – wie fällt nun Ihr Saisonfazit aus?

Michael Wittwer: Wir hatten zwei Ziele: In der Liga unter die ersten vier kommen und den BFV-Pokal gewinnen. Das eine ist uns nicht gelungen, doch dafür haben wir uns mit dem Pokalsieg für die erste Runde des DFB-Pokals qualifiziert und damit einen großen Traum erfüllt. Während der Pokal Geld bringt, kostet die Meisterschaft verbunden mit dem Aufstieg Geld. Somit kann der FC Nöttingen mit dem Erreichten sehr zufrieden sein.

PZ: Für die Torhüterposition hat sich der FCN für die neue Runde mit Oliver Nell vom CfR Pforzheim verstärkt. Wie wird die Rangfolge Ihrer Schlussmänner aussehen?

Michael Wittwer: Sascha Rausch, Robin Kraski und Oliver Nell werden gemeinsam trainieren. Bis jetzt ist vorgesehen, dass Rausch die Nummer eins ist, Robin Kraski die Nummer zwei. Und Oliver Nell soll voraussichtlich Stammtorhüter in der zweiten Mannschaft werden – mit Perspektive zum Oberliga-Team.

PZ: Dubravko Kolinger wird seine Karriere beenden, Andy Trick aus beruflichen Gründen ebenfalls. Viktor Kärcher geht für ein dreiviertel Jahr nach Amerika und Torhüter Daniel Jilg wechselt zurück zum SV Linx. Welche Spieler werden kommen?

Michael Wittwer: Vom Stamm bleiben 13 Spieler. Wir sind noch auf der Suche nach einem Spieler für die linke Außenbahn und für die Innenverteidigung. Mal sehen, was sonst noch machbar ist.

PZ: Wann geht die Vorbereitung los?

Michael Wittwer: Am 2. Juli.

PZ: Was machen Sie bis dahin?

Michael Wittwer: Am 10. Juni flieg ich erst einmal in den Urlaub nach Florida. Zur Auslosung für die erste DFB-Pokalrunde am 23. Juni bin ich dann wieder daheim.

PZ: Kribbelt’s schon?

Michael Wittwer: Ich bin da relativ entspannt. Wenn, dann steigt die Aufregung bei mir so zwei Stunden vor der Auslosung.

PZ: Wen wünschen Sie sich als Gegner?

Michael Wittwer: Bayern oder Dortmund wäre natürlich das Traumlos. Aber auch über andere namhafte Traditionsvereine wie Gladbach, Bremen, Schalke oder Köln würde ich mich freuen.

PZ: Wo werden Sie die Auslosung anschauen?

Michael Wittwer: Im Clubhaus natürlich. Da wird die Hölle los sein. Und vielleicht kommt ja auch ein Kamerateam von der ARD bei uns vorbei.

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