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10.04.2010

FCP mit schwachem Spiel und schönen Toren

PFORZHEIM. Es war Spiel der Kontraste: Kühle Temperaturen trotz Sonnenschein, schöne Tore trotz einer äußerst mäßigen Partie. Der 1. FC Pforzheim feierte mit dem 4:0 gegen die SG HD-Kirchheim den höchsten Saisonsieg. Bildergalerie: FCP gewinnt gegen HeidelbergIn einer ersten Halbzeit, die laut FCP-Trainer Rudi Herzog „furchtbar“ war, leuchtete das Tor zum 1:0 in der 9. Spielminute umso heller. Bruno Martins und Ignazio Scozzari machten es wie Mitte der Woche die Bayern Spieler Franck Ribéry und Arjen Robben in der Champions League beim Spiel in Manchester: Ecke Martins, Direktabnahme Soczzari an der Strafraumgrenze – fertig war das Rib-Rob-Tor. Deutlich wurde das Ergebnis aber erst nach der Pause, als Simon Mößner (47.), Martin Maier (60.) und Ignazio D‘Antoni (64.) schnell drei weitere Treffer nachlegten.

Nein, abgesprochen war die Aktion, die zum 1:0 führte nicht. „Ich habe den Bruno angeschaut und gewusst, dass der Ball kommt“, sagte der Torschütze und fügte gleich hinzu: „Ein bisschen Glück gehört auch dazu.“ Und Glück hatten die Pforzheimer in dieser Situation im doppelten Sinne: Zum einen war der Ball abgefälscht, zum anderen fand er nur über den Innenpfosten den Weg ins Tor. Hauptsache drin, sagte sich auch Bruno Martins: „Wir haben das einfach gebraucht, dass auch mal einer reinkullert“, freute sich der Kapitän über das Erfolgserlebnis. Geübt hatte er die Variante mit Scozzari auch schon mal im Training. „Aber da“, so Martins lachend, „trifft der Iggy den Ball normalerweise nicht.“

Martins‘ Spielfazit („So machen das Spitzenmannschaften: Schlecht spielen und hoch gewinnen„) war natürlich nicht ganz ernst gemeint. Und seinem Trainer war trotz des ersten Dreiers im neuen Jahr und trotz des höchsten Saisonsieges nicht zum Lachen zumute. „Das war kein Verbandsliga-Niveau“, räumte er nach 90 holprigen Minuten gegen einen ganz schwachen Gegner unumwunden ein. Und Gästecoach Maik Haag war zu Beginn der Pressekonferenz „auch 18 Minuten nach Spielende immer noch sprachlos, was ich mir 90 Minuten antun musste“. Sein hartes Urteil traf vor allem die eigene Mannschaft, die alle Tugenden im Abstiegskampf vermissen ließ.

Der FCP aber arbeitete nach der Pause etwas entschlossener gegen den Ball. „Wir haben doch gesehen, dass die Heidelberger Fehler machen, wenn wir draufgehen“, lüftete Simon Mössner das Erfolgsgeheimnis. Er selbst machte es vor, als er zwei Minuten nach der Pause einen zu kurzen Rückpass von Heidelbergs Abwehrspieler Benjamin Roser erlief, den Torhüter umkurvte und aus spitzem Winkel traf. Das 3:0 leitete ein Heidelberger Ballverlust ein, Bruno Martins schickte Martin Maier zum Konter auf die Reise (60.). Das 4:0 bereitete der eingewechselte Francesco Grifo mustergültig vor, Ignazio D‘antoni traf per Flugkopfball.

So waren die Zuschauer wenigstens mit schönen Toren belohnt. Für de schwache Leistungen gab es sicherlich mehrere Gründe. Dazu zählt auch, dass beide Teams extrem ersatzgeschwächt aufliefen. Den Heidelbergern fehlten fast alle Offensivkräfte, was ihr zaghaftes Auftreten bei vielversprechenden Angriffen vor dem FCP-Tor erklärt. Die Pforzheimer wiederum hatten nur noch zwei Feldspieler auf der Reservebank. So kam auch Neuzugang Enes Zafer zu seinem ersten Einsatz. Und er köpfte den Ball nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung sogar nach einem Lattentreffer von Simon Mössner ins Tor, doch der Treffer wurde wegen Abseits annuliert.