nach oben
Serhat Gülbas und Jens Wolfinger hatten sich am Sonntag einiges zu sagen.
Serhat Gülbas und Jens Wolfinger hatten sich am Sonntag einiges zu sagen. © PZ/Archiv
26.09.2016

Fathispor gegen Grunbach: Spielabbruch in der Kreisliga sorgt für hitzige Diskussionen

Pforzheim. Hoch her ging es am Sonntag auf dem Fußballplatz des FC Fatihspor in Pforzheim. Das Kreisligaspiel gegen den TSV Grunbach wurde bis zu seinem vorzeitigen Ende recht emotional geführt. Es gab zahlreiche Fouls und Unterbrechungen. Schiedsrichter Justin Bechtel von der TSG 1899 Hoffenheim, 16 Jahre jung, wirkte phasenweise überfordert mit der Leitung der Partie – so jedenfalls die Auffassung der Beobachter auf Grunbacher Seite.

Umfrage

Zuschauer in Rage, aggressive Spieler - wird der Fußball zunehmend unfairer?

Ja 61%
Nein 12%
Stellenweise 20%
Mir egal 7%
Stimmen gesamt 967

Alles eskalierte in der 80. Minute. Fatihspor-Spieler Ugur Bozkaya foulte unmittelbar vor der Bank des TSV Grunbach den Gästespieler Davide Di Giovanna. Die Gäste forderten lautstark eine Rote Karte für den Übeltäter. Der Schiri zeigte Gelb. Es kam zu Tumulten, in deren Folge auch verbal kräftig ausgeteilt wurde und ein Ordner von Fatihspor einen Grunbacher Ersatzspieler am Ohr gezogen haben soll. Das jedenfalls behaupten TSV-Trainer Jens Wolfinger und sein Spielleiter Rüdiger Schweikl.

Die Mannschaft des TSV Grunbach verließ daraufhin den Platz vorzeitig. Justin Bechtel musste die Partie beenden. Beide Vereine müssen jetzt schriftlich und mündlich Stellung beziehen. Die Spruchkammer des Fußballkreises Pforzheim hat nun das letzte Wort.

Wie meist in solchen Fällen gehen die Meinungen darüber, was sich auf dem Fußballplatz tatsächlich zugetragen hat, recht weit auseinander. Die Wahrnehmung der objektiven Tatsachen ist wie immer sehr selektiv bei den verschiedenen Parteien. Grunbachs Trainer Jens Wolfinger jedenfalls spricht von einer von Anfang an überhart geführten Partie des FC Fatihspor. „Wir konnten nicht über drei Stationen spielen, ohne gefoult zu werden. Drei meiner Spieler haben sich am Montag verletzt abgemeldet.“

Wolfingers Trainerkollege Serhat Gülbas hält diese Darstellung für ziemlich übertrieben. „Das Spiel wurde auf beiden Seiten aggressiv geführt. Es war nicht übertrieben hart. Fußball lebt halt auch von Emotionen.“

Ärger hatte der FC Fatihspor schon in der vergangenen Saison mit dem 1. FC Dietlingen. Der verweigerte das Kreisliga-Hinspiel aufgrund von unschönen Vorkommnissen nach einer Partie in der Saison 2014/15 und musste dafür den Spielverlust hinnehmen und 350 Euro Strafe zahlen. Zum Rückspiel traten die Dietlinger dann aber an, denn ein Nichtantreten hätte den Zwangsabstieg zur Folge haben können.

Leserkommentare (0)