nach oben
Das Ziel, eine DM-Medaille zu holen, haben die Dennacher Faustballerinnen erreicht. Bei der Siegerehrung konnten sie sich bereits mit Silber anfreunden. J. Keller
Mit einer Niederlage musste sich Weltmeisterin Sophia Scheidt verabschieden.
06.03.2017

Faustball: Erster Enttäuschung beim TSV Dennach folgt Freude über Platz zwei

Dass nicht immer alles bleibt, wie es ist, zeigt sich am TSV Dennach. Nachdem die TSV-Faustballerinnen zeitweise in der Halle wie im Feld amtierender deutscher Meister sowie Europapokalsieger waren, haben sie seit Sonntag nur noch die beiden internationalen Titel.

Bildergalerie: Deutsche Faustball-Meisterschaft: TSV Dennach wird Vizemeister

Ansonsten gibt es mindestens eine personelle Veränderung: Abwehrspielerin Sophia Scheidt verabschiedet sich aufrund ihres Sozialpädagogik-Studiums in Freiburg („Ich möchte erstmal ein Jahr mit Faustball aufhören“). Und nach Platz zwei bei der DM-Endrunde in Stuttgart-Stammheim stellt Rudolf Reuster selbst die Trainerfrage. Er kann sich zwar vorstellen weiterzumachen, doch dem Motto von Udo Jürgens („Mit 66 Jahren da fängt das Leben an ...“) entsprechend würde der frühere Uhrmachermeister gerne „kürzer treten“.

Nun komme es darauf an, was das Team vom Ansinnen Reusters hält, auch selbst mal Trainingseinheiten sausen zu lassen, um Radfahren zu gehen oder einen Kurzurlaub machen zu können. Dass er sein Team aufgrund unterschiedlicher Studienorte der Spielerinnen unter der Woche so gut wie nie komplett zusammen bekommt, hat ihm die Arbeit nicht gerade leicht gemacht und vor allem die Erfolgsaussichten ein wenig geschmälert. Von daher kann Reuster im Nachhinein akzeptieren, dass der Titel dieses Mal an den Ahlhorner SV ging.

„Wenn wir gut spielen, gewinnen wir das Spiel“, sagt Reuster dennoch. Eine Schwierigkeit bestand aber schon darin, dass Ahlhorn die zentrale TSV-Spielerin Sonja Pfrommer in der Annahme beschäftigte. Dadurch hatte sie gar nicht die Chance, den Gegner wie gewünscht unter Druck zu setzen. Hinzu kam, dass es bei der Weltmeisterin dann auch längst nicht so gut lief, wie noch beim 3:1 im Halbfinale gegen den TSV Calw. Vier Angabefehler von Sonja Pfrommer ließen den ersten Satz im Finale noch kippen. Als danach Christina Grüneberg ausfiel, ging in Dennachs Offensive nicht mehr viel. Als Ersatzfrau im Angriffszentrum schlug sich Anna-Lisa Aldinger, eigentlich zuständig fürs Zuspiel zwar gut, doch entscheidende Impulse durfte man von ihr nicht erwarten. So stand letztlich ein ernüchterndes 0:3 zu Buche.

Ahlhorn mit langem Atem

Nicht nur, weil Dennach unter seinen Möglichkeiten blieb, überraschte das klare Ergebnis, sondern auch, da das ASV-Team zuvor nicht klar gewonnen hatte. Nach einem 3:1 gegen den SV Moslesfehn, war es im Gruppenfinale gegen Calw (3:2) spannend, ehe im Halbfinale gegen den späteren Dritten MTSV Selsingen eine klassische Aufholjagd nötig war. Nach 0:2-Satzrückstand, siegte Ahlhorn in fünf Durchgängen, wobei der entscheidende Satz 11:9 endete.