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Am Boden: Anna-Lisa Aldinger vom TSV Dennach streckte sich bei der Hallen-DM vergebens.Foto: DFBL/denDulk

Faustball: Rätselhafte Schwächen beim TSV Dennach

Neuenbürg-Dennach. Die Zahl der Titel des TSV Dennach ist beeindruckend. Vier Mal wurde man im Feld deutscher Faustballmeister (2012, 2014, 2015 und 2018), drei Mal in der Halle (2014, 2016 und 2018).

Vier Mal gewann man den Europacup im Feld (2015, 2016, 2017, 2018), vier Mal in der Halle (2015, 2016, 2017, 2018). Kein Wunder, dass die Pink Ladies, wie sie wegen ihrer Trikots auch genannt werden, am vergangenen Wochenende als Favorit zur deutschen Hallenmeisterschaft nach Moslesfehn (bei Oldenburg) reisten.

Doch die Ergebnisse waren ernüchternd. Nach zwei 1:3-Niederlagen gegen Nordmeister TV Brettorf und Gastgeber SV Moslesfehn (Nord-Dritter) war die DM für die Mannschaft von Trainer Kuno Kühner bereist nach der Vorrunde am Samstag beendet. Eine kleine Sensation, denn die Frauen aus dem Nordschwarzwald waren als amtierender deutscher Meister im Feld und in der Halle und als amtierender Europacup-Sieger Topfavorit bei diesem Championat.

Woran lag es nun, dass Dennach bei dieser DM total der Durchblick fehlte?

Alfred Gerwig, der Vorsitzende des TSV, hat schon viel erlebt. Doch an eine Vorstellung wie die am Wochenende in Moslesfehn kann er sich wahrlich nicht erinnern. „Natürlich sind wir alle sehr enttäuscht. Damit konnte niemand rechnen. Aber an diesem Tag hat sehr vieles nicht gepasst. Fast keine Spielerin erreichte ihre Normalform“, urteilt der Vereinschef, der aber keine Einzelkritik üben wollte. „Wir hatten in den vergangenen Jahren sehr, sehr viele überragende Erfolge. Jetzt müssen wir eben mal durch so ein Tal gehen. Ich hoffe, dass es eine heilsame Wirkung hat“, so Gerwig, der sich aber auch über den deutschen Meistertitel für den alten Rivalen TSV Calw freuen konnte. Der Südmeister bezwang im Finale den Nordzweiten VfL Kellinghusen mit 3:1. Lange Zeit, die Wunden zu lecken, haben die Dennacherinnen indes nicht. Anfang April beginnt die Vorbereitung auf die Feldsaison, die im Mai startet. Die Chance, den Titel im Freien zu verteidigen, ist für Sonja Pfrommer & Co größer als in der Halle. „Denn die Halle war wegen des kleineren Feldes noch nie eine Domäne für unsere Angreiferinnen“, erklärt Alfred Gerwig.

Freuen dürfen sich die Pink Ladies auch auf den Weltcup im September in Salzburg, den man endlich einmal gewinnen will, und auf den Europacup 2020.

Dieser findet in der Stadthalle in Neuenbürg statt, ist also ein Heimspiel für den TSV Dennach. Neben dem Gastgeber sind der TSV Calw sowie ein Vertreter aus der Schweiz und aus Österreich dabei.