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Gemeinsam mit ihren Fans bejubelten Waldrennachs Faustballer den Aufstieg in die Bundesliga. Foto: J. Keller
25.02.2018

Faustball: TV Waldrennach schafft es in die Bundesliga

Bad Liebenzell. „Das war heute Werbung für den Faustball, und zwar in allen Belangen“ sagte Kurt Gensheimer über die Aufstiegsrunde der Männer zur ersten Bundesliga, die der gastgebende TV Unterhaugstett und der Lokalrivale TV Waldrennach erfolgreich beendeten.

Über 300 Zuschauer waren in die Bad Liebenzeller Sporthalle gekommen und sorgten, auch angeregt durch die kompetente Hallenansage von Daniel Hergert und Markus Katz, für eine tolle Stimmung. Allen voran die Fans vom TV Waldrennach und vom TV Wünschmichelbach, wobei Letztere allerdings mit einem ganz bitteren Ergebnis die Heimreise antreten mussten.

Bildergalerie: Faustball: TV Waldrennach steigt in 1. Liga auf

Satzverhältnis entscheidet

Nach sechs Spielen im Modus jeder gegen jeden hatten der TV Unterhaugstett, der TV Waldrennach und der TV Wünschmichelbach jeweils 4:2 Punkte auf der Habenseite, der Vierte im Bunde, der TV Waibstadt war mit 0:6 Punkte leer ausgegangen. Damit musste das Satzverhältnis die Entscheidung über die Aufstiegsplätze bringen und da hatte Unterhaugstett (7:3) vor Waldrennach (6:3) und Wünschmichelbach (6:6) die Nase vorne.

Beide Vertreter aus der 2. Bundesliga Süd auf den Aufstiegsplätzen, damit konnte im Verlauf der Aufstiegsspiele wirklich niemand rechnen. Süd-Meister Waldrennach hatte völlig überraschend sein erstes Spiel gegen den TV Unterhaugstett mit 0:3 verloren, nachdem man in den Ligaspielen noch zweimal als TVU-Bezwinger die Halle verlassen hatte. „Wir haben im 1. Satz 8:7 geführt und dann kam ein Einbruch, den ich nicht erklären kann“, sagte TVW Trainer Stefan Maier über die folgenden 3:11 und 4:11 Satzverluste. „Unser schlechtestes Saisonspiel“, räumte Kapitän Martin Neuweiler ein. Danach ging es für uns um alles oder nichts“.

Aufstiegsfavorit Wünschmichelbach aus der Nähe von Weinheim (2. Bundesliga West) wurde gegen den als Außenseiter gehandelten TV Waibstadt mit 3:2 Sätzen zwar seiner Favoritenrolle gerecht, ließ aber etwas unerwartet zwei Sätze liegen. Gegen den Gastgeber drehten die Odenwälder mit einem starken Florian Zwintzscher im Angriff auf. In den ersten zwei Sätzen zweimal 11:9 und das absolut verdient, weil die Mannschaft in der Abwehr und im Angriff einfach mehr Klasse zeigte. Im 3. Satz (11:8 für Unterhaugstett) kam richtig Stimmung in die Halle, dann gab der TVU den vierten Durchgang mit 6:11 deutlich ab.

Jetzt war alles wieder offen, zumal der TV Waldrennach Waibstadt in drei Sätzen mit 11:5, 11:5, 11:3 sicher im Griff hatte. Mit solider Abwehrarbeit (Scherer, Neuweiler, Ehrhard) und einem starken Angriff (Kraut/Wuhrer) gab Waldrennach ein anderes Bild ab. Der TVU löste danach die Aufgabe gegen Waibstadt in drei Sätzen souverän (11:8, 11:5, 11:5) und stand als erster Aufsteiger fest, die Entscheidung über den zweiten Aufsteiger fiel zwischen Waldrennach und Wünschmichelbach.

Überraschend einseitig

Es wurde eine überraschend einseitige Angelegenheit, weil bei Wünschmichelbach Zweitangreifer Dennis Gruber ausfiel und Zwintzscher den Druck im Angriff nicht mehr so hoch halten konnte. Auf der Gegenseite punktete das Duo Jeremy Wuhrer/Martin Kraut zum 11:6, 11:5 und 11:7 und sicherte sich unter dem Jubel der zahlreich mitgereisten Fans den Aufstieg.

Damit freuen sich die Faustballfans in der Region Nordschwarzwald auf viele Derbys und kurze Fahrwege, weil neben Unterhaugstett und Waldrennach auch der TSV Calw und der TV Vaihingen/Enz im Bundesliga-Oberhaus spielen.