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Hohe Wellen schlug die Partie des BSC Pforzheim gegen Darmstadt. Pascal Sachs erzielte erst sieben Tore, dann musste er schwer verletzt aus dem Wasser.  Foto: J. Keller 

Fausthieb überschattet Wasserballspiel in Pforzheim – Spieler gravierend verletzt

Pforzheim. Wasserball gilt allgemein nicht als Sport für Zartbesaitete. Es geht hart zur Sache - meist allerdings nur unter Wasser, dort, wo die Schiedsrichter nicht alles sehen. Ein Faustschlag oberhalb der Wasserlinie, und dann auch noch mit gravierenden Verletzungsfolgen, ist die Ausnahme. Geschehen ist es jetzt aber doch: Beim 24:4 4:0, 11:1, 4:1, 5:2 des 1. BSC Pforzheim gegen den WV Darmstadt hat es den Pforzheimer Pascal Sachs getroffen.

Ein Faustschlag seines Gegenspielers Lars Hechler landete in Sachs‘ Gesicht. Das Resultat: Doppelter Bruch der Augenhöhle. Der Pforzheimer Wasserballer muss sich voraussichtlich einer Operation unterziehen.

Kevin Schneider ist immer noch entsetzt. „Ich habe selten einen so offensichtlichen Faustschlag über Wasser gesehen“, sagt der Pforzheimer Spielertrainer, der auch schon einige Jahre den Mannschaftssport im Schwimmbecken bestreitet. „Wasserball ist natürlich kein köperloses Spiel. Aber so etwas habe ich noch nicht erlebt.“

Dabei war zum Zeitpunkt der Tätlichkeit kurz vor Spielende die Partie längst entschieden. Vielleicht bekam Pascal Sachs den Frust des Tabellenletzten und designierten Absteigers zu spüren, weil er als siebenfacher Torschütze bis dahin aus dem BSC-Team herausgeragt hatte.

Gegenseite Vorwürfe

„Dabei war es bis dahin kein unfaires Spiel“, sagt Kevin Schneider – steht mit dieser Aussage aber im Widerspruch zu Verantwortlichen des WV Darmstadt, die Pascal Sachs attackieren. Der habe „schmutzigen Wasserball“ gespielt, Das will Schneider so nicht stehenlassen: „Pascal ist ein Wasserballer wie jeder andere. Da ist keiner ein Unschuldslamm. Aber schmutzig zu spielen – das hat er nicht nötig.“

Trösten kann sich der BSC damit, dass spätestens mit dem Sieg gegen Darmstadt der Klassenerhalt gesichert sein sollte. Kevin Schneider rechnet mit maximal zwei Absteigern. Und vom Vorletzten Bietigheim trennen die Pforzheimer bei vier noch ausstehenden Spielen nun acht Plus- und sechs Minuspunkte und dank des deutlichen Sieges ein um rund 50 Treffer besseres Torverhältnis.

Da lässt es sich etwas einfacher verschmerzen, dass Pascal Sachs den Rest der Runde ausfällt, außerdem vermutlich auch Bojan Marin, der sich nach dem Faustschlag mit Darmstadts Lechler angelegt hatte und dafür einen Spielausschluss kassierte. Auch ihm droht nun wie Lechler eine Sperre. Am kommenden Freitag allerdings geht es nun ausgerechnet zum Tabellenvorletzten SV Bietigheim.

1. BSC Pforzheim: Kurek – Draskowitsch 4, Unsöld, Kromar 1, Galunic 1, M. Schneider 1, K. Schneider, Müller, Bornbaum 2, Sachs 7, Busmann 2, Wottschel 3, Marin 3