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Feierlaune und Fragezeichen: Karlsruher SC steckt nach Aufstieg in Planungsphase

Karlsruhe. Der Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga ist in trockenen Tüchern. Die Feiern dauern an. Am heutigen Samstag wird für den Karlsruher SC das letzte Spiel der Saison daheim im Wildparkstadion gegen den FC Halle (13.30 Uhr) zur großen Sause. Doch die KSC-Verantwortlichen müssen über den Tag hinausdenken. Sie müssen den aktuellen Kader auffrischen.

Zu viele Spieler

Das erste Problem: Der Karlsruher Kader ist groß. Aktuell haben die Badener 26 Spieler auf der Gehaltsliste. Von drei Akteuren kann sich der KSC am Ende der Spielrunde problemlos trennen: Martin Stoll, Sercan Sararer und Marin Sverko. Die Trennung vom Kieselbronner Sverko, der am Ende der Ausleihe zu Mainz 05 zurückkehrt, scheint beschlossene Sache. Der junge Außenverteidiger hatte, behindert durch eine hartnäckige Verletzung, wenig Möglichkeiten, ist zu empfehlen. Abwehrspieler Martin Stoll wird mit 36 Jahren wohl seine Profikarriere beenden und als Jugendtrainer beim KSC bleiben.

Bei Sercan Sararer ist es „ein schwebendes Verfahren.“ Die vertraglich festgelegte Anzahl von Einsätzen, nach denen sich sein Vertrag im Wildpark automatisch verlängert, hat „Serci“ nicht erreicht. Man könnte sich also kostenneutral trennen. Aber: Dass er die Fähigkeiten besitzt, in Liga zwei zu überzeugen, gilt als erwiesen. Konstant gezeigt hat er das bisher beim KSC allerdings nicht. Wenn er sein Können auf den Platz bringt, könnte Serarer in Liga zwei eine Verstärkung sein. Die KSC Bosse tendieren wohl dazu, das zu glauben. Auch, weil ein Neuzugang seines Kalibers ein Vielfaches kosten würde.

Kommende Spielrunde kehren die ausgeliehenen Alexander Siebeck und Valentino Vujinovic zurück. Beide hatten in Liga drei keine Chance auf Einsatzzeiten – in Liga zwei wohl auch nicht. Zudem signierte Nachwuchsmann Dominik Kother einen Profivertrag.

Wenig Einsatzzeiten

Um den Kader zu verschlanken, wird Karlsruhe wohl auch versuchen, Spieler wie Kyoung Rok-Choi, Justin Möbius, Martin Röser oder Saliou Sané an andere Clubs zu verleihen. Empfehlen konnten sie sich mangels Einsätzen kaum.

Um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga zu schaffen, benötigt der KSC Verstärkungen. Vor allem auf den Außenbahnen fehlen schnelle, torgefährliche Spieler. Da hat man Felix Lohkemper, einen Offensivallrounder mit viel Entwicklungspotenzial, im Visier. Der 24-Jährige steht bis Saisonende beim 1. FC Magdeburg unter Vertrag, könnte dann ablösefrei in den Wildpark wechseln.

Das Sturm-Duo Anton Fink/Marvin Pourié hatte in der Aufstiegssaison null Konkurrenz. Auch nicht vom einstigen Toptorjäger in Liga drei: Dominik Stroh-Engel. Der wurde beim Wechsel in den Wildpark mit einem langfristigen und hoch dotierten Vertrag ausgestattet, obwohl „DSE“ in den 17 Monaten zuvor weit weniger als eine Stunde auf dem Spielfeld gestanden hatte. Der einstige Topangreifer wurde in der Karlsruher Aufstiegssaison bisher nur eine einzige Minute eingesetzt, hatte seinen Stammplatz auf der Tribüne, gehörte meist noch nicht einmal zum Kader. Aber sein Vertrag hat sich mit dem Aufstieg automatisch verlängert, und das auch noch zu verbesserten Bezügen. Stroh-Engel kann sich freuen. Der 33-Jährige gilt als menschlich absolut integer, ein Sportsmann durch und durch. Eine Vertragsauflösung dürfte die Badener eine schöne Stange Geld kosten.

Der Aufstieg basiert auch auf viel Erfahrung in der Mannschaft. Die Innenverteidiger David Pisot (31) und Daniel Gordon (34) agierten abgezockt und clever, auch das Angriffsduo Fink (31) und Pourié (28) hat viel Routine. Oft schickte der KSC die älteste Mannschaft der 3. Liga auf das Feld. Ob aber Erfahrung reicht, um auch in Liga zwei zu bestehen, ist nun die große Frage.