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Im Hinspiel in Stuttgart schoss Daniel Didavi (links, im Zweikampf mit Timm Klose vom VFL) zwei Tore gegen den VFL Wolfsburg. Foto: dpa
Im Hinspiel in Stuttgart schoss Daniel Didavi (links, im Zweikampf mit Timm Klose vom VFL) zwei Tore gegen den VFL Wolfsburg. Foto: dpa
13.05.2016

Folgt dem „Wölfe“-Spiel das große Heulen beim VfB Stuttgart?

Selbst bei einem Sieg in Wolfsburg kann der VfB Stuttgart in die zweite Liga stürzen. Trainer Jürgen Kramny erinnert an andere Wunder-Rettungen.

„Furchtlos und treu“ lautet das Motto des VfB Stuttgart. Die Furcht vor dem Abstieg ist vor dem Saisonfinale am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim VfL Wolfsburg allerdings groß. Und das Interesse am Fußball-Team von Trainer Jürgen Kramny sogar riesig. Neun Kameras und knapp 40 Medienvertreter waren bei der aller Voraussicht nach vorläufig letzten Pressekonferenz vor einem Erstligaspiel.

Kramnys bisherige Bilanz

"Ich werde meinen Fokus auf das legen, was ich beeinflussen kann“, erklärte Kramny auf die Frage nach den Störfeuern, die dadurch entstanden, dass Alois Schwartz (SV Sandhausen) und Frank Schmidt (1. FC Heidenheim) fürs Traineramt in Stuttgart ins Gespräch gebracht wurden. Dass Kramny bleiben darf, ist unwahrscheinlich. In bisher 20 Bundesliga-Spielen holte er im Schnitt 1,15 Punkte, wobei 2,05 Gegentore fielen. Unter Vorgänger Alexander Zorniger gab es sogar 2,38 Gegentreffer – aber immerhin 1,3 Zähler.

Die Ausgangslage

"Die Relegation ist das, was bei uns im Blick ist“, berichtet Kommandogeber Kramny. Mehr ist ja sowieso nicht mehr möglich. Und das auch nur im Falle eines Sieges. Aber selbst ein Dreier würde nicht reichen, wenn Werder Bremen gegen Frankfurt gewinnt oder Unentschieden spielt und der VfB die momentan um sechs Treffer schlechtere Tordifferenz gegenüber der Eintracht nicht aufholen kann. „Unsere Aufgabe ist, am Samstag zu gewinnen. Dann schauen wir, ob im Weserstadion noch ein Strohhalm steht, an den wir uns klammern können“, sagte VfB-Sportvorstand Robin Dutt. Stuttgart fehlen Daniel Ginczek (Kreuzbandriss), Serey Dié (Sehnenriss im Adduktorenbereich), Federico Barba (Muskelfaserriss) , Toni Sunjic (Gelb-Sperre) und Medienberichten zufolge auch Kevin Großkreutz. Er soll wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel nicht mit der Mannschaft nach Niedersachsen geflogen sein..

Gegner Wolfsburg fehlt aus familiären Gründen Gustavo. Auch Ricardo Rodriguez (Rückenprobleme) muss passen.

Daniel Didavi im Blickpunkt

Beim 3:1 im Hinspiel war Daniel Didavi zwei Mal erfolgreich. Nun trifft er auf seinen künftigen Brötchengeber. Trainer Kramny hat der 26-Jährige versprochen, in Wolfsburg "alles zu geben“.

Psychologie vor dem Spiel

Übungsleiter Kramny wird in der Zeit bis zum Anpfiff auch als Psychologe gefragt sein. "Wir werden den Spielern die Perspektive vermitteln. Es ist für uns ein Endspiel“, erklärt der 44-Jährige. Bilder von einem Champions-League- oder gar WM-Endspiel will Kramny in den Köpfen seiner Spieler nicht manifestieren. Bilder von spektakulären Rettungsaktionen, die es in der Geschichte der Bundesliga schon mehrfach gab, aber schon. Auf die Frage, was seine letzten Worte am Samstag in der Kabine vor dem Gang aufs Spielfeld sein werden, überlegte Kramny kurz und formulierte dann: "Jungs, geht raus und zeigt noch mal, dass ihr für den VfB alles geben wollt.“

Die möglichen Aufstellungen

Wolfsburg: Casteels – Vieirinha, Naldo, Dante, Schäfer – Seguin, Guilavogui – Draxler, Arnold, Schürrle – Kruse

VfB Stuttgart: Langerak – Großkreutz, Schwaab, Baumgartl, Insua – Rupp, Gentner – Maxim, Didavi, Kostic – Werner