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Im Sparkassen-Erzgebirgsstadion zünden Stuttgarts Fans Pyrotechnik.  Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa 

Frust beim VfB Stuttgart: Gelb-Rot für Schwalbe, Pyro auf den Rängen, Gelbe Karte nach Schlusspfiff

Der Frust von Daniel Didavi entlud sich nach dem Abpfiff an Schiedsrichter Felix Zwayer. Da der Spielmacher des VfB Stuttgart mit Zwayers Leistung offenbar nicht zufrieden war, beschwerte er sich nach dem 0:0 beim FC Erzgebirge Aue bei dem Unparteiischen - und kassierte nachträglich die Gelbe Karte.

 „Ich muss ganz klar sagen, dass der Schiedsrichter heute nicht seinen besten Tag hatte“, sagte VfB-Trainer Tim Walter im Anschluss bei Sky. Der 43-Jährige räumte trotz aller Unzufriedenheit aber auch ein: „An dem lag's heute sicher nicht.“

Das torlose Remis war zu wenig für die Ansprüche des Topfavoriten der 2. Liga. Zwar übernahmen die Schwaben zumindest vorerst die Tabellenführung. Doch trotz fast permanenter Ballbesitz-Dominanz war ihnen im Erzgebirge kein Treffer gelungen. Daneben ärgerten sie sich über den Platzverweis für Linksverteidiger Borna Sosa (67. Minute) wegen einer mutmaßlichen Schwalbe und einen nicht gegebenen Elfmeter nach einem Foul an Nicolas Gonzalez (32.). Das sei ein Fehler des Video-Assistenten gewesen, sagte VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger in der Halbzeit.

Fast hätten die Gäste vor 13 950 Zuschauern im Erzgebirgsstadion sogar noch eine Niederlage hinnehmen müssen, ein Kopfball von Aues Stürmer Pascal Testroet (87.) ging kurz vor Schluss aber knapp neben das Tor von VfB-Keeper Gregor Kobel. Dass die Auer am Montag überraschend und aus noch immer nicht kommunizierten Gründen ihren Trainer Daniel Meyer beurlaubt hatten, war dem Team nicht anzumerken.

Es entwickelte sich schon früh eine Partie, wie der VfB sie schon oft in dieser noch jungen Spielzeit erlebt hatte: Der Gegner stand tief in der eigenen Hälfte und überließ den Stuttgartern den Ball. Viel wusste der VfB damit im ersten Durchgang aber nicht anzufangen. Aue habe einen „Bus bis zum tiefsten Inneren geparkt“, befand VfB-Mittelfeldspieler Gonzalo Castro nach dem Spiel.

Die Statistik wies zum Teil mehr als 80 Prozent Ballbesitz für die Mannschaft von Trainer Walter aus. Doch anstatt das Spiel gegen die extrem defensiven Gastgeber zu beschleunigen, spielten die Schwaben meist quer oder zurück und ohne Risikobereitschaft.

Dennoch besaßen die erstmals in die Startelf berufenen Neuzugänge Mateo Klimowicz (20.) und Philipp Klement (44.) gute Chancen, auch Pascal Stenzel (21.) hätte aus kurzer Distanz treffen können. Und tatsächlich überraschte die Entscheidung von Schiedsrichter Zwayer, der nach einem Foul an Gonzalez (32.) im Auer Strafraum und nach Rücksprache mit dem Video-Referee nicht auf Strafstoß entschied.

Dennoch rannte der VfB weiter an. Walter hatte schon vor der Partie betont, dass jede Mannschaft irgendwann Probleme mit der dominanten Spielweise seines Teams bekommen werde. Probleme bekam allerdings nur der VfB. Denn in der 67. Minute schickte Zwayer Sosa mit Gelb-Rot vom Feld, weil er eine Schwalbe des Kroaten im Strafraum der Auer gesehen hatte. Allerdings ließ sich auch über diese Szene diskutieren, da es einen Kontakt zwischen Aues Clemens Fandrich und Sosa gegeben hatte.

Trotz der Unterzahl versuchten die Gäste weiter auf Sieg zu spielen, der eingewechselte Neuzugang Silas Wamangituka (86.) besaß bei seinem Debüt dafür die beste Gelegenheit, scheiterte aber mit seinem Schuss aus spitzem Winkel.