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Bild mit Symbolcharakter: Sandhausen mit Rick Wulle bekam den KSC (in Blau) David Kinsombi in den Griff. Foto: Deck
Bild mit Symbolcharakter: Sandhausen mit Rick Wulle bekam den KSC (in Blau) David Kinsombi in den Griff. Foto: Deck
20.11.2016

„Frust pur“ nach dritter Derby-Pleite des Karlsruher SC

Jens Todt, Sportdirektor des Karlsruher SC, sprach nach dem 1:3 (0:0) gegen den SV Sandhausen von „Frust pur“. Die Wildparkprofis hatten das nordbadische Zweitliga-Derby zunächst voll im Griff und gingen kurz nach der Pause verdient in Führung. Dimitris Diamantakos war der Torschütze (47.). Nach dem Ausgleich der SVS-Kicker durch einen umstrittenen Foulelfmeter, den Andrew Wooten sicher verwandelte (60.), brachen die Gastgeber aber regelrecht auseinander. Wooten mit seinem zweiten Treffer (74.) und in der Nachspielzeit Lucas Höler (90.+3) brachten dem KSC die dritte Heim- und die dritte Derby-Niederlage bei.

Begleitet von einem lautstarken Pfeifkonzert sowie „Wir haben die Schnauze voll“- und „Oral raus“-Sprechchören schlichen die Hausherren nach dem Abpfiff in ihre Kabine. „Wir haben – wie schon vor zwei Wochen in Heidenheim – ein Spiel aus der Hand gegeben, das wir nie und nimmer hätten verlieren dürfen“, fasste KSC-Trainer Tomas Oral seine Sicht der Dinge zusammen. In seinen Augen war das Spiel durch den von Schiedsrichter Wolfgang Stark verhängten Foulelfmeter, „der für mich niemals einer war“, gekippt. „Wenn er wegen dem bisschen Zoppeln pfeift, muss er in jedem Spiel zehn Elfer geben.“

Das Spiel sei trotzdem zu gewinnen gewesen, meinte Sportdirektor Todt, der vor allem das „abenteuerliche Zweikampfverhalten“ dafür verantwortlich machte, dass der KSC mit leeren Händen dastand. „Da fassen wir uns an die eigene Nase.“

Chancen sind rar

Viel zu sehen bekamen die 11.000 Zuschauer – etwa 500 aus Sandhausen – in den ersten 45 Minuten nicht. Chancen? Weitestgehend Fehlanzeige. In einer Szene allerdings hätte Manuel Torres aus halbrechter Position und etwa 13 Metern wenigstens das Tor treffen müssen. Der Spanier schoss aber knapp drüber (33.). Ansonsten blieben die überlegenen Gastgeber – wie schon so oft in dieser Saison – in den Ansätzen stecken. Auch mit dem ruhenden Ball kreierte der KSC keine wirklich klare Tormöglichkeit. Nur Ylli Sallahi mit einem Freistoß aus 35 Metern zwang SVS-Keeper Rick Wulle zu einer Parade (19.). Auf der anderen Seite köpfte der Ex-KSCler Daniel Gordon eine SVS-Ecke knapp vorbei (40.). Aus dem Spiel heraus wurde auch Sandhausen nicht gefährlich.

Kurz nach dem Seitenwechsel schien der KSC dann auf den Erfolgsweg einzubiegen. Nach einem feinen Pass von Hiroki Yamada lupfte Diamantakos den Ball über Keeper Wulle und die Kugel hoppelte ins Tor – 1:0. Sandhausen antwortete mit wütenden Angriffen. Bjarne Thoelke verhinderte nach einem Schuss von Lucas Höler von links auf der Linie noch das 1:1 (53.). Die KSC-Abwehr verlor nun aber ein ums andere Mal den Überblick und produzierte mehrere Eckbälle. Einen davon hatte Schlussmann Dirk Orlishausen schon souverän weggefaustet, als Schiedsrichter Stark auf den Elfmeterpunkt zeigte. Diamantakos hatte Gordon an der Hose gezupft. Wooten nutzte die Chance zum Ausgleich. Nun waren die Hausherren von der Rolle. Da der KSC noch zwei Tore kassierte, rutschte er auf Platz 16 und in die bisher größte Krise der Saison.