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Sprungball in Herne: In der H2K-Arena der westfälischen Stadt stehen sich heute der Herner TC (links Natalie Burton) und die Rutronik Stars Keltern (rechts Rebecca Tobin) im entscheidenden fünften Spiel gegenüber. Foto: Podobienski
Sprungball in Herne: In der H2K-Arena der westfälischen Stadt stehen sich heute der Herner TC (links Natalie Burton) und die Rutronik Stars Keltern (rechts Rebecca Tobin) im entscheidenden fünften Spiel gegenüber. Foto: Podobienski
03.05.2019

Fünftes Finale: Rutronik Stars Keltern zum entscheidenden Spiel in Herne

Keltern. Dirk Steidl ist erstaunlich entspannt. Die Niederlage seiner Kelterner Basketballerinnen im vierten Finalspiel um die deutsche Meisterschaft am 1. Mai in eigener Halle nahm er mit einem Lächeln hin.

„Dass wir nach der verkorksten Vorrunde überhaupt im Finale stehen, ist für mich schon ein Erfolg“, sagt der Vereinschef des FC Nöttingen, unter dessen Dach der Grüne Stern Keltern und damit die Bundesligamannschaft Rutronik Stars seit einiger Zeit beheimatet ist.

Wechselndes Momentum

Heute nun geht es zum fünften und entscheidenden Spiel der Finalserie nach Westfalen zum Herner TC, der nach dem starken Auftritt am Mittwoch in Keltern wieder in die Favoritenrolle geschlüpft ist. Das Momentum schien gewechselt zu haben, nachdem Titelverteidiger Keltern mit dem 74:73-Erfolg in Herne in der Finalserie mit 2:1 in Führung gegangen war und sich einen Matchball in eigener Halle erspielt hatte. Doch Herne schlug im Stile eines Champions zurück. Das Team, das nach der Vorrunde die Tabelle überlegen angeführt hatte, will am Samstag (4, Mai, Spielbeginn 18.00 Uhr) in der heimischen H2K-Arena den Sack zumachen.

Für die Rutronik Stars wird es vor allem darum gehen, bis zum Spielbeginn den phasenweise desaströsen Auftritt bei der 41:55-Heimniederlage vom Mittwoch aus den Köpfen zu bekommen. Vor allem das zweite Viertel, das Herne mit 19:4 für sich entschied, war aus Kelterner Sicht unterirdisch. Wurf für Wurf verfehlte den Korb, Rebound um Rebound ging an den Gegner. Alleine Hernes Jordan Frericks pflückte dank ihrer Präsenz unter dem Korb unglaubliche 17 Bälle.

„Wir hatten ja die Würfe, aber sie sind nicht gefallen“, blickt Christian Hergenröther zurück. Kelterns Trainer hat in der Vorbereitung auf das fünfte Spiel auf positive Bestärkung gesetzt: „Wir haben den Mädels gezeigt, dass wir die Bälle normalerweise reinmachen. Wir haben uns darauf konzentriert, was gut lief.“

„Wir brannten, aber wir wollten zu viel“, analysierte Marina Markovic, die nach ihrem Kreuzbandriss das Team nur von der Seitenlinie anfeuern kann. Als Führungsspielerin hätte sie dem Team am Mittwoch auf dem Platz gut getan. Auch Romina Ciappinas Treffsicherheit von der Dreierlinie wurde vermisst. Die Belgierin sitzt ebenfalls verletzt draußen. Es spricht für den Teamcharakter, dass beide Spielerinnen dennoch dabei sind – auch heute im fünften Spiel in Herne.

Marina Markovic hat einen Rat parat: „Emotionen kontrollieren, aggressiver unter dem Korb auftreten, zusammenspielen, dann können wir gewinnen.“ Emotionen kontrollieren – das heißt auch, nicht übermotiviert an die Sache ranzugehen. So wie Renate Pudlakova, die bei ihrem Kurzauftritt nach der jüngsten Verletzungspause am Mittwoch einfach zu viel wollte.

Am Ende kamen von den Bankspielerinnen zu wenig Impulse. Pudlakova, Mante Kvederviciute, Milica Deura und Marta Dudanca standen zusammen mehr als 25 Minuten auf dem Platz. Die magere Ausbeute: null Punkte, zwei Rebounds. Weil auch Führungsspielerinnen wie Ezinne Kalu und Emma Stach an diesem Tag bei der Trefferquote schwächelten, ging die Partie verloren.

„Ball besser bewegen“

Eine, die an diesem Tag halbwegs ihre gewohnte Leistung brachte, war Rebecca Tobin. „Wir müssen den Ball besser bewegen und uns in der Abwehr helfen“, forderte sie vor der entscheidenden Partie in Herne. Und Christian Hergenröther fordert die Intensität, die am Mittwoch Herne an den Tag gelegt hatte: „Wir müssen alles raushauen.“

Indirekt pflichtete ihm Hernes Team-Kapitän Emina Karic, die am Samstag ihre erfolgreiche Karriere vor heimischen Publikum beenden wird, bereits am Mittwoch bei: „Wer am meisten Herz hat, gewinnt“, lautete ihre Prognose für das fünfte Spiel.

Herz ist also Trumpf. Mal schauen, wer in dieser Hinsicht am Samstag mehr Asse im Ärmel hat.