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Grund zum Jubeln: Koen van der Biezen, Philipp Klingmann, Rouwen Hennings und Selcuk Alibaz vom Karlsruher SC können sich unter anderem über eine Super-Hinrunde für den Aufsteiger freuen. Der KSC steht als Dritter in Sichtweite Bundesliga-Aufstieg. Foto: dpa
23.12.2013

Für Karlsruher SC ist das Jahr 2013 optimal gelaufen

Der KSC kann auf ein erfolgreiches Jahr zurück blicken. Am 18. Mai der Aufstieg mit 79 Punkten aus 38 Spielen und mit der besten Abwehr (27 Gegentore), als auch mit dem neben Heidenheim besten Angriff (69 Treffer) der dritten Liga – danach folgte bis dato eine Zweitligasaison, wie sie den Wildparkprofis auch Experten wie Bochums Trainer Peter Neururer nicht zugetraut hatten. Mit 31 Punkten überwintern die Karlsruher Kicker im Kreise der Verfolger von Spitzenreiter 1. FC Köln.

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Als Nachfolger von Jörn Andersen konnte der seit dem am 26. März 2012 amtierende Markus Kauczinski den Abstieg nicht mehr verhindern. Die ihm anvertraute Mission „sofortiger Wiederaufstieg“ führte der 43-Jährige aber zum Erfolg. Nur der Klassenverbleib war ihm als Saisonziel zu wenig. Inzwischen hat Kauczinski längst den Fuß auf der Euphoriebremse. „Wir sind keine Spitzenmannschaft“, lautet seine Einschätzung. „In allen Bereichen“ sei noch „Luft nach oben“ – vor allem im Spiel nach vorne.

Die Mannschaft

Kapitän Dirk Orlishausen ist „stolz auf diese Truppe“. Die Mannschaft kann auch stolz auf ihren Schlussmann sein. Der KSC verfügt neben dem SV Sandhausen (beide 17 Gegentore) und hinter Köln (10) über die zweitbeste Abwehr der Liga und weist die viertbeste Tordifferenz (+9) auf. „Das Prunkstück ist die Mannschaft“, betont Trainer Kauczinski dennoch. Einen Spieler herauszuheben, fällt erst recht schwer. Nach den letzten Leistungen der „Ersatzspieler“ Ilian Micanski, Michael Vitzthum oder Kai Schwertfeger kann man eigentlich auch nicht mehr von einer „Stammelf“ sprechen. Personelle Alternativen sind in allen Mannschaftsteilen gegeben. Und der Konkurrenzkampf wird nach der Winterpause sogar noch größer. Die Langzeitverletzten Gaetan Krebs und Martin Stoll kehren in den Trainingsbetrieb zurück.

Der Sportdirektor

Als sich der Wechsel von Oliver Kreuzer zum Hamburger SV abzeichnete, was dem Erstligisten mindestens 650000 Euro wert war, wurden in der Gerüchteküche verschiedene Namen hochgekocht. Doch die Überraschung war groß, als Clubchef Ingo Wellenreuther am 21. Juni den früheren Profi Jens Todt (43) als neuen Sportdirektor vorstellte. Todt fand zwar eine schon fast komplette Mannschaft vor, setzte aber mit den Verpflichtungen von Micanski, Manuel Torres und Jungbin Park noch eigene Akzente. „Die Entscheidung für den KSC war eine sehr gute Entscheidung. Ich fühle mich sauwohl“, sagt Todt.

Er brachte am 2. September Dennis Cagara vom Hof und zum Jahresende Karim Benyamina. Auch tütete Todt die frühzeitigen Vertragsverlängerungen mit dem Trainerteam und den Spielern der Viererabwehrkette ein.

Der Zankapfel

Als am 9. Oktober Dr. Frank Mentrup und Ingo Wellenreuther vor die Medien traten, da schien endlich wieder Bewegung in die inzwischen 20 Jahre dauernde Diskussion um ein neues Fußballstadion in zu kommen. Die konzertierte Aktion des neuen Oberbürgermeisters der Stadt Karlsruhe und des KSC-Präsidenten wurde jedoch vor Weihnachten politisch unterlaufen. Die Fraktion der Grünen forderte erstens, die Bürger zum Thema Stadion zu befragen, und zweitens, statt schätzungsweise 120 Millionen Euro in einen Neubau nur 40Millionen in eine Sanierung zu investieren. Der Stand der Dinge nach der Gemeinderatssitzung vom 17. Dezember ist der: Die Stadt wird keinen Bürgerentscheid in die Wege leiten. Mit 20000 Unterschriften kann jedoch ein Bürgerbegehren auf den Weg gebracht werden. Über eine endgültige Entscheidung in der Frage Neubau oder Sanierung wird der Gemeinderat im Spätsommer 2014, wenn die von der Verwaltung zu erarbeitenden Zahlen vorliegen, entscheiden.