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Blickt auf eine aufregende Zeit als Handballprofi zurück: Nils Brandt (rechts), hier beim jüngsten Auswärtssieg der TGS in Wangen.Foto: Eibner

Für Nils Brandt schließt sich mit dem Wechsel zur TGS Pforzheim der Kreis

Zehn Jahre war er Handballprofi. Für Nils Brandt waren es zehn Jahre voller Höhen und Tiefen. Der gebürtige Pforzheimer wurde mehrfach durch schwere Verletzungen zurückgeworfen, kämpfte sich immer wieder heran. Kurios: Seine beiden Kreuzbandrisse zog er sich jeweils an einem 7. Dezember, fast um dieselbe Uhrzeit, zu. Den ersten im Jahre 2000, den zweiten exakt zwei Jahre danach.

Später verletzte sich der Linkshänder noch schwer am Ellenbogen seines Wurfarmes. „Manchmal denkt man schon darüber nach, was hätte sein können, wenn die Verletzungen nicht gewesen wären“, überlegt Brandt, der seit dieser Saison in der Oberliga für die TGS Pforzheim aufläuft. Denn der Sohn des Pforzheimer Rechtsanwaltes Volker Brandt, früher selbst ein bekannter Handballer beim TB Pforzheim, spielte in der Jugend-Nationalmannschaft mit Größen wie Mimi Kraus, Jogi Bitter, Lars Kaufmann oder Christian Sprenger.

Zurück in die Geburtsstadt

Alles Schnee von gestern. Die Gegenwart zählt, und die heißt TGSPforzheim. Als Wolfgang Taafel in diesem Sommer ein „interessantes Angebot“ machte, stand für den 29-jährigen Nils Brandt fest, dass er die Karriere in seiner Geburtsstadt ausklingen lassen würde. Bis jetzt läuft es super. Die Mannschaft steht nach vier Spielen mit 8:0 Punkten an der Spitze. Heute geht es zum Spitzenspiel nach Pfullingen. Nils Brand zählt mit der Erfahrung seiner Erst- und Zweitligaeinsätze zu den Stützen im Team. Der malträtierte Körper macht keine Probleme. „Mir kommt zugute, dass wir sehr viel für die Kondition tun. Das hilft mir“, lobt Brandt die harten Trainingseinheiten von Coach Damir Lebovic.

Nils Brandt kommt aus der Jugendarbeit der SG Pforzheim/Eutingen, die bei seinem Wechsel zum Zweitligisten TV Kornwestheim 2002 noch SGTBPforzheim/TV Eutingen hieß. Weil es bei diesem Transfer Unstimmigkeiten gab, kam für den 1,91 Meter großen Rückraumspieler eine Rückkehr zur SG Pforzheim/Eutingen nicht infrage. Von Kornwestheim wechselte Brandt 2007 in der 2. Bundesliga zur TSG Ludwigshafen-Friesenheim, stieg mit den Pfälzern 2010 in die 1. Bundesliga auf. Es folgte der sofortige Wiederabstieg und ein Jahr später der sehr emotionale Abschied aus Friesenheim.

Nils Brandt, der an der Fachhochschule in Ludwigshafen ein BWL-Studium abgeschlossen hat, lebt nach wie vor in der Pfalz, in Mutterstadt, zusammen mit Freundin Jennifer Hillebrandt, einer Sportphysiotherapeutin. Demnächst wird er eine Stelle bei der Deutschen Vermögensberatung antreten. Bei den Fahrten nach Pforzheim bildet Nils Brandt eine Fahrgemeinschaft mit Andrej Klimovets, der in Bad Schönborn wohnt. Zusammen mit dem Ex-Nationalspieler will Brandt die TGS in die 3. Liga führen, am liebsten schon in dieser Saison. Er warnt aber: „Wir müssen uns noch finden. Es gibt noch einige Abstimmungsprobleme.“

Mehr als 3. Liga hält Brandt aktuell schwer machbar in Pforzheim. „Für die 2. Liga braucht man einen Etat von einer Million Euro“, sagt Brandt. Und davon sind die TGS und auch der Lokalrivale SG Pforzheim/Eutingen derzeit weit entfernt. Wenigstens eine zweitligataugliche Halle gibt es bald. 2014 soll die Hildahalle (2000 Zuschauer) fertig sein.