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22.07.2009

Fusion von FCP und VfR nicht ganz abgeschrieben

PFORZHEIM. Wenn der 1. FC gegen den VfR Pforzheim spielt, spielt das Thema Fusion automatisch mit. Die PZ hat am Rande des Freundschafts-Derbies am Dienstagabend die aktuelle Stimmungslage der Vereine aufgefangen.

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Auffällig ist, dass nach wie vor fast alle Mitglieder, Fans und Vereinsvertreter beider Clubs für eine Fusion sind. Die Stadt Pforzheim und der Gemeinderat sind es auch. Dennoch geht nichts voran. Die Verhandlungen liegen auf Eis, vom VfR Pforzheim wurden sie Mitte Mai offiziell für beendet erklärt. Das hatte allerdings einen Grund: Was die VfR-Oberen vor zwei Monaten so sehr erzürnte, war die Weigerung des FCP, auf den Holzhof umzuziehen, und vor allem die Begründung. Seine starre Haltung begründet der FCP mit der langfristigen Getränkeabnahmeverpflichtung, die auf dem Clubhaus des VfR lastet und dem fehlenden vierten Fußballplatz.

Gewichtige Gründe, die für den Club nach wie vor relevant sind. Das unterstrichen die Präsidiumsmitglieder Marco Nabinger und Michael Rosanowski am Dienstagabend. „Alles würde passen, der VfR hat die gute Jugend, wir die Spielklasse. Aber solange die beiden Punkte nicht ausgeräumt sind, geht nichts“, sagt Rosanowski. „Der VfR hatte zwei Jahre Zeit, alles zu klären“, fügt Nabinger hinzu.
Völlig anders sieht VfR-Vorstandsvorsitzender Robert Drotleff, Zaungast beim Derby, die Lage der Dinge. Nach wie vor hält der VfR die Argumente des FCP für vorgeschoben. Die beiden Hindernisse seien nicht unüberwindlich. Dass es dem Club nicht ernst sei mit der Fusion zeige die Tatsache, so Drotleff, dass es keine offizielle Fusionzusage gebe für den Fall, dass die beiden Hürden aus dem Weg geräumt würden. „Die Bereitschaft des FCP, auf den Holzhof zu ziehen, ist einfach nicht da“, so Drotleff. „Die wollen einfach nicht weg aus ihrem Brötzinger Tal“, meinte ein anderes VfR-Mitglied.

Dass es in Pforzheim sportlich eigentlich keine Alternative zu einer Fusion gibt unterstrichen die Trainer Rudi Herzog (FCP, früher VfR) und Gökhan Gökce (VfR) nach dem Spiel am Dienstag. „Ich finde es schade, dass derzeit nichts geht. Eine Fusion ist die einzige vernünftige Möglichkeit, den Fußball in Pforzheim voranzubringen. Ich kenne beide Clubs: Es sind immer weniger Leute, die sich engagieren“, beklagt Rudi Herzog. „Ich würde eine Fusion sehr begrüßen. Wir haben die gute Jugend, der FCP den Namen in der Öffentlichkeit. Es würde passen“, meint Gökce.
Beide Parteien würde eine Initiative des neuen Pforzheimer Oberbürgermeisters Gert Hager begrüßen. „Das wäre gut und denkbar“, meint Robert Drotleff. Der Gemeinderat ist sich mehrheitlich einig, dass der Standort Holzhof ohne Alternative ist. Das hat auch Gert Hager mehrfach betont. Die Pläne für den Umbau für rund 4,5 Millionen Euro liegen in der Schublade. Der Schlüssel für einen neuen Anlauf liegt wohl tatsächlich in den Händen der Stadt Pforzheim und damit auch des neuen OB Gert Hager. Zumal die Stadt als Eigentümerin des VfR-Clubhauses Vertragspartner der Pforzheimer Brauerei bei dem leidigen Biervertrag ist. „Wenn sich die Vereine einig sind können wir jederzeit reden“, sagte Hager gestern gegenüber der PZ. Hager kann sich auch vorstellen, in Sachen Biervertrag zu vermitteln. „Sport ist nach wie vor sehr wichtig für mich. Ich bin bereit.“