Fusion von VfR und FCP: Das Kind heißt 1. CfR Pforzheim

PFORZHEIM. Die Fußballwelt muss sich an einen neuen Namen gewöhnen. 1. Club für Rasenspiele Pforzheim 1896 e.V, kurz CfR, heißt der Verein, der aus der Fusion zwischen VfR und 1. FC Pforzheim am
1. Juli 2010 entstehen soll.

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Fusions-Infoabend für Mitglieder von FCP und VfR

Dies war neben dem aktuellen Schuldenstand von 300 000 Euro die interessanteste Neuigkeit, die gestern Abend bei einer Infoveranstaltung für die Mitglieder in der Gaststätte des Stadions Holzhof verkündet wurde. Beide Fusionspartner hatten geladen, knapp 200 Interessenten waren gekommen, um sich aus erster Hand über die Rahmenbedingungen der Verschmelzung der beiden Pforzheimer Traditionsvereine zu informieren. Aufmerksame Zuhörer waren auch Pforzheims OB Gert Hager, Landtagsabgeordneter Hans-Ulrich Rülke, Stadträte sowie Spieler und Trainer beider Vereine.

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Die Farben der Fusion: 1. FCP und VfR bilden den 1. CfR Pforzheim 1896

Den neuen Namen, das neue Vereinswappen und die Gestaltung der Heim- und Auswärtstrikots hatte sich FCP-Mitglied Markus Geiser ausgedacht. Ihm war es wichtig, im Namen und im neuen Logo ein Symbiose zwischen den beiden Fusionsvereinen und der Stadt zu schaffen. Der Beifall der Zuhörer signalisierte, dass die Mitglieder mit diesem Kompromiss offenbar gut leben können. Es gab keine kritischen Nachfragen, auch nicht zum auf den ersten Blick etwas fremd und sperrig wirkenden Namen CfR. „Wir wollten etwas ganz Neues und Eigenes schaffen“, sagte Geiser

Folgende Eckdaten wurden im weiteren Verlauf vorgestellt:
Finanzen: VfR-Vorstandschef Robert Drotleff bezifferte den Schuldenstand zum 1. Juli 2010 mit 250 000 Euro für den FCP und 50 000 Euro für den VfR. Der Kapitaldienst von rund 20 000 Euro für Zins und Tilgung pro Jahr werde von Sponsoren aufgebracht, sodass der Verein finanziell handlungsfähig sei, sagte Drotleff. Oberstes Prinzip der neuen Vereinsführung sei es, sparsam zu wirtschaften. Die 50 000 Euro, die neue Trikots für die knapp 30 Mannschaften kosten, sollen durch eine Sonderumlage (zwischen 80 und 100 Euro) bei den rund tausend Mitgliedern beider Vereine aufgebracht werden.

Sportlicher Bereich: Der Verein plant nach Auskunft von Marco Nabinger vom FCP-Präsidium mit der ersten Mannschaft in der Verbandsliga und dem Perspektivteam in der Kreis- oder Landesliga. Der Kader soll 30 Spieler plus zwei Torhüter umfassen. Außerdem gibt es vier Damen- und 18 Jugendmannschaften. Hinzu kommt die Eishockeyabteilung.
Organisation: Der CfR Pforzheim soll ähnlich strukturiert werden wie heute der VfR. Es gibt einen Vorstand, der in die sieben Bereiche Sport, Finanzen, Jugend, Sponsoring/Marketing, Geschäftsführung/Verwaltung, Veranstaltungen und Gastronomie untergliedert ist. Es gibt einen Vorstandsvorsitzenden als obersten Repräsentanten. Unter dem Vorstand ist der Verwaltungsrat angesiedelt. Pro Vorstandsbereich soll es vier bis fünf Verwaltungsräte geben.

Weitere Planung: In getrennten Versammlungen müssen die Mitglieder jetzt noch der Fusion zustimmen. Die des FCP findet voraussichtlich am 15. Mai statt, die des VfR ist am 27. Mai. Danach kommt die Gründungsversammlung. Hier wird der neue Vorstand gewählt. Alle aktuellen Mitglieder in Vorstand und Präsidium von VfR und FCP haben signalisiert, weiterzumachen.

Bedingungen/Forderungen: Der neue Verein geht ohne Bedingungen in die Fusion, wie Robert Drotleff ausführte. Man wünsche sich aber von der Stadt einen Kunstrasen, den Neubau einer Nordtribüne und die Sanierung des Stadions Holzhof. Zunächst wird der neue Verein beide Sportstätten, also das Brötzinger Tal und den Holzhof nutzen. OB Gert Hager betonte noch einmal, dass die Stadt die Fusion nachhaltig unterstütze: „Wir lassen sie nicht alleinauf ihrem Weg“, sagte Hager.