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23.04.2010

Fusionsverein 1. CfR: „Damit können wir leben“

PFORZHEIM. Die geplante Verschmelzung der Pforzheimer Traditionsvereine 1. FC Pforzheim und VfR Pforzheim nimmt Fahrt auf. Von großer Bedeutung ist dabei der neue Vereinsname „1. Club für Rasenspiele Pforzheim 1896 e.V.“, der am Donnerstagabend der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Man erinnere sich an den letzten Fusionsversuch zwischen FCP und VfR vor drei Jahren: SV Pforzheim sollte der neuzugründende Verein heißen. Und das erhitzte die Gemüter gewaltig.

Bildergalerie: Fusions-Infoabend für Mitglieder von FCP und VfR

Bildergalerie: Die Farben der Fusion: 1. FCP und VfR bilden den 1. CfR Pforzheim 1896

Umso erstaunlicher ist diesmal, dass der neue Namensvorschlag offenbar auf breite Zustimmung in beiden Vereinslagern stößt. Das mag auch daran liegen, dass Namensfinder Markus Geiser seinen rund 200 Zuhörern auf dem Holzhof eine schlüssige Erklärung über das Warum und Wieso lieferte. Kritische Stimmen gab es kaum. Denn der neue Vereinsname samt Wappen lässt keine der beteiligten Parteien zu kurz kommen.

Sowohl FCP, VfR als auch die Stadt Pforzheim sind auf dem neuen Emblem farblich vertreten. Mit den Querstreifen gold, rot, gold wurden sogar zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: „Seit dem 13. Jahrhundert sind sie Bestandteil des Pforzheimer Stadtwappens und wurden erst später zu den badischen Farben“, betonte Geiser, der allerdings besonderen Wert darauf legte, die Querstreifen im CfR-Emblem aufsteigend anzuordnen. „Das soll symbolisieren, dass es mit unserem neuen Verein aufwärts gehen soll“, so das FCP-Mitglied.

Diese optische Botschaft liegt auch ganz im Interesse der beiden Vereinsführungen. „Wir alle waren vom neuen Namen und Wappen sofort begeistert und hoffen, dass der Funke bald auf unsere Mitglieder überspringt“, ließ Marco Nabinger vom FCP-Präsidium durchblicken. VfR-Spielleiter Werner Bordt hielt fest: „Der Name ist auf den ersten Blick zwar etwas gewöhnungsbedürftig, hat aber Hand und Fuß. Damit können beide Vereine sehr gut leben.“

Zustimmung fand der neue Namenszug auch bei den Vertretern von Stadt und Politik. „Ich bin froh, dass nicht sowas wie Concordia oder Eintracht herausgekommen ist“, gestand Pforzheims Oberbürgermeister Gert Hager. „1. CfR Pforzheim – das steht für eine moderne Lösung. Der Name macht neugierig und zündet.“ So sieht das auch Hans-Ulrich Rülke: „Das Konzept wurde gut präsentiert und ist stimmig“, meinte der FDP-Landtagsabgeordnete. Außerdem glaubt Rülke fest daran, dass die rund 300.000 Euro Verbindlichkeiten, denen zum Teil Bürgschaften entgegenstehen, nicht zum Fallstrick werden. „Diese Summe ist beherrschbar. Aber was die wirtschaftliche Seite anbelangt, muss der 1. CfR Pforzheim in Zukunft unbedingt auf dem Teppich bleiben.“

Darin sind sich auch beide Fusionspartner einig, die Markus Geiser rund drei Wochen Zeit einräumten, um das neue Vereinslogo auszutüfteln.
„Ich habe das Kürzel CfR sogar im Internet abgegoogelt“, verrät der Namensfinder. Dabei war ihm neben zwei deutschen Vereinen in Düsseldorf und Frechen auch der rumänische Club CFR Cluj aufgefallen. „Cluj führt in Rumänien zurzeit die Tabelle in der Divizia A an und hat schon den AS Rom in der Champions League geschlagen“, schwärmt Geiser. Für den 1. CfR Pforzheim ist das sicherlich kein schlechtes Omen.