760_0900_141083_20220521_Willi_Till_Sauerborn_CfR_Pforzh.jpg
Robin Münst führte die CfR-Mannschaft an Stelle des schmerzlich vermissten Maurizio Macorig als Kapitän aufs Feld.  Foto: Hennrich 

Fußball- Oberligist 1. CfR Pforzheim patzt gegen SV Linx

Pforzheim. Der Pforzheimer Oberligist 1. CfR Pforzheim verliert gegen den SV Linx mit 0:4. Der Abstiegsaspirant zeigte sich dabei deutlich effektiver als die Grimminger-Elf.

„Extrem enttäuscht“, war CfR-Trainer Volker Grimminger nach dem vorletzten Heimspiel des 1. CfR Pforzheim in dieser Oberliga-Saison. Wenige Minuten zuvor hatte der Abstiegsaspirant SV Linx dank eines 4:0-Auswärtserfolges drei Punkte aus dem Brötzinger Tal entführt. Neben der Enttäuschung machte sich bei Grimminger vor allem die Ratlosigkeit breit. „Wenn man von elf Ecken nicht einen einzigen Ball aufs Tor bringt, spricht das schon Bände“, konstatierte der Übungsleiter.

CfR lässt Effizienz vermissen

In der Tat mangelte es dem CfR nicht an Tormöglichkeiten. In mehreren Situationen brachten die Pforzheimer das Linxer Tor in Gefahr. Doch was der CfR vermissen ließ, war die notwendige Effizienz. Beispielhaft dafür stand eine Szene in der 37. Spielminute: Dank eines präzisen Zuspiels tauchte der Pforzheimer Noah Lulic vor dem Gästetor auf. Gekonnt legte Lulic den Ball am SV-Keeper Sinan Süme vorbei, nur um ihn dann über das leere Tor zu setzen. Grimminger selbst brachte die Kritik auf den Punkt: „Was nützt mir ein schöner Spielzug, wenn am Ende nichts dabei herausspringt“, erklärte der Coach.

Der SV Linx auf der anderen Seite stand vor der Partie mit dem Rücken zur Wand: Um den Abstieg doch noch zu verhindern, waren die Linxer beinahe schon zum Siegen verdammt. Dementsprechend motiviert und engagiert startete der SV in die Partie.

Wenn auch Pforzheim vor allem im Laufe des ersten Durchgangs immer mehr an Spielkontrolle gewann, war es der Gast, der nach 17 Minuten in Führung ging. Bei einem unglücklichen Rückpass der Pforzheimer verschätzte sich CfR-Torhüter Kevin Rombach. Der eigentliche Befreiungsschlag traf den heranstürmenden Linxer Lukas Martin, der in der Folge leichtes Spiel hatte und den Ball in die Maschen schob.

Noch wichtiger war aber Martins zweiter Streich: Während Pforzheim Chance um Chance hatte, war es erneut der Mann mit der Nummer 33, der in der 42. Spielminute zum 2:0 traf. Völlig unbedrängt konnte der Linxer nach einem Zuspiel von rechts abschließen und offenbarte dabei auch die Pforzheimer Schwierigkeiten in der Defensivarbeit. Vor allem CfR-Abwehrchef Maurizio Macorig (Sperre nach Gelb-Rot) wurde schmerzlich vermisst, sodass Grimminger gestand: „Wir können Maurizio Macorig einfach nicht ersetzen – das geht nicht.“

Nach dem Seitenwechsel ließ Pforzheim dazu das Tempo des ersten Durchgangs vermissen. Mit dem Tempo schwanden auch die Torchancen. Die wohl beste Pforzheimer Möglichkeit zum Anschluss hatte noch Yunus Kahriman (78.), der mit seinem Freistoß aus gut 18 Metern aber ebenso an SV-Torhüter Süme scheiterte, wie Salvatore Cantanzano mit seinem Nachschuss.

Erfolgreicher waren da die Linxer. Zwar vergab SV-Stürmer Ryan Hertrich nach einer guten Stunde aus aussichtsreicher Position, doch zwei späte Treffer von SV-Kapitän Adrian Vollmer (82.) und Maxime Foulon (89.) machten den Patzer vergessen und besiegelten den 4:0-Auswärtstriumph des SV Linx. Für den CfR gehe es nun darum, „die richtige Antwort zu geben“ auf diese herbe Niederlage, erklärte Grimminger abschließend.

1. CfR Pforzheim – SV Linx 0:4

1. CfR Pforzheim: Rombach – Asare (81. Kotsoglou), Baloglu, Gudzevic, Sheron – Kahriman, Münst (61. Böhm), Catanzano (66. Allkollari), Lulic – Ratifo (81. Erhardt), Sauerborn

SV Linx: Süme - Feger, Schestakow, Vollmer, Recht – Gülsoy, Martin (71. Mörmann), Assenmacher (85. Tasli), Sepp (75. Rubio) – Hertrich, Foulon (89. Kyre)

Tore: 0:1 Martin (17.), 0:2 Martin (42.), Vollmer (82.), 0:4 Foulon (89.)

Schiedsrichter: John Bender (Tübingen)

Zuschauer: 419 – Gelbe Karten: Gudzevic, Ratifo / Sepp