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PZ-news-Mitarbeiter Seweryn Sadowski hat sich mit Fritz Kempf (rechts), dem sportlichen Leiter des 1. CfR Pforzheim, über das Training in der Winterpause und die Ziele des Verbandsliga-Vereins unterhalten. © Türschmann
01.02.2013

Fußball-Check: CfR will an starker Vorrunde anknüpfen

Die goldenen Zeiten des 1. FC Pforzheim liegen schon ein Weilchen zurück: 1906 im Finale um die Deutsche Fußballmeisterschaft, in den 20er-, 30er-, 50er- und 60er-Jahren Zugehörigkeit zu den jeweils höchsten und zweithöchsten Spielklassen. Seit 2010 firmieren der FCP und der VfR Pforzheim als 1. CfR Pforzheim. Aber spätestens seit dem furiosen Start der jungen CfR-Elf in der Verbandsliga und der Klärung der Stadionfrage geht der Blick ganz klar nach vorne.

Bildergalerie: 58. Rudolf-Reinacher-Gedächtnisturnier des CfR

Umfrage

Kann der 1. CfR Pforzheim die starke Hinrunde in der Verbandsliga wiederholen?

Ja 41%
Nein 46%
Weiß nicht 13%
Stimmen gesamt 245

Noch in der letzten Saison kämpfte der ganze Verein vehement gegen den Abstieg. Nun geht der Weg nach oben. Aktuell liegt das alle Zweifler überraschende Team auf dem dritten Tabellenplatz der Verbandsliga Nordbaden, was vor der Saison kaum einer zu träumen gewagt hätte. Auch vereinsintern wird der Blick in die Zukunft gerichtet. Das Stadion im Brötzinger Tal wird saniert. Schon im März beginnen die ersten Bauarbeiten.

Damit die zweite Saisonhälfte aber ebenfalls so erfolgreich wird wie die Vorrunde, müssen die CfR-Spieler in der Vorbereitung viel Schweiß vergießen. Unterschätzt von der Konkurrenz, wie zu Saisonbeginn, werden sie nach der bärenstarken Vorrunde sicherlich nicht mehr.

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PZ-news hat sich mit Fritz Kempf, dem sportlichen Leiter des 1. CfR Pforzheim, unterhalten. Mit jungen hungrigen Spielern ist der Pforzheimer Club wieder auf dem Weg, zum Aushängeschild im regionalen Fußball zu werden.

1. Wie dringend hat Ihre Mannschaft die Winterpause gebraucht?

Wir haben bis zum letzten Spieltag einen guten Rhythmus gehabt und hatten im letzten Duell vor der Winterpause gegen den FC Germania Friedrichstal Pech gehabt. Neben den schlechten Platzverhältnissen dort, haben wir die Winterpause so hingenommen. Für mich als Funktionär ist es eine viel größere Katastrophe und unverständlich, dass man bei solchem Wetter wieder anfängt, zu trainieren. Die Runde geht dann im Mai zu Ende, wo wieder schönes Wetter sein wird. Die Pause haben wir nicht gebraucht. Ganz im Gegenteil: Bei solchen Witterungsbedingungen machen wir unseren eigenen Rasen kaputt. Das wurde gar nicht bedacht. Die Afrikaner haben es mit dem Afrika-Cup vorgemacht: Ohne Rücksicht auf Verluste haben sie den Termin einfach in den Januar gelegt und alle Mannschaften müssen ihre Spieler abgeben.

2. Felix Magath ist bekannt für sein hartes Training. Wie viel Magath spielt bei Ihnen während der Vorbereitung für die Rückrunde eine Rolle?

Wie viel Magath drinsteckt ist gar nicht die Frage. Jeder Trainer hat seinen eigenen Stil. Viel wichtiger ist die Frage:Wie viel Disziplin steckt in der Mannschaft? Magath macht seine eigene Arbeit. Außerhalb des Trainings ist das auch ein sehr netter Mensch. Mit unserem Trainer Gökhan Gökce haben wir einen Trainer, der das Trainergeschäft vorlebt. Alles geschieht bei ihm über Spielformen. Er versucht, den Spielern den körperlichen Einsatz und Unterschied von Verbands- zu Oberliga beizubringen. Das ist im Training sehr wichtig. Ein bisschen Magath gehört immer dazu.

3. Was ist der Schwerpunkt Ihrer Trainingsarbeit in der Winterpause?

Wir wollen uns eine Grundlagenausdauer erarbeiten. Die übrigen Elemente müssen aufgefrischt und in die Rückrunde mitgenommen werden. Das Ziel der Vorbereitung ist, das gleiche Leistungsniveau wie vor der Pause zu erreichen.

4. Konnte sich die Mannschaft personell verstärken?

In erster Linie haben wir uns quantitativ verstärkt. Ob dabei jemand zum Verbandsligakader stößt, wird sich zeigen. Wir haben insgesamt drei neue Spieler verpflichtet. Neben Hüseyin Memis, der vom FV Neuenbürg gekommen ist, haben wir mit Marvin Maibrunn (ASV Durlach) und Michael Zdmumic (KSC-Jugend, Dinamo-Zagreb-Probetraining) zwei weitere junge Spieler in unseren Reihen. Bei allen drei Zugängen gilt es, dass sie sich zuerst über die zweite Mannschaft beweisen müssen.

5. Was ist Ihr Ziel für die Rückrunde und was muss Ihre Mannschaft verbessern, damit die Ziele erreicht werden?

Wir müssen noch mehr den Mannschaftsgeist wecken. Unser Ziel ist es, die Vorrunde zu wiederholen. Vor der Runde hat keiner erwartet, dass wir so gut dastehen. Deshalb möchten wir an die erste Spielhälfte anknüpfen, wo wir aufgehört haben. Mein persönliches Ziel ist es, für die Zukunft in ungefähr drei Jahren, wenn unser neuer Rasenplatz eröffnet werden soll, um den Aufstieg in die Oberliga mitzuspielen. Wir wollen uns kontinuierlich steigern. Was davor gelingen sollte, nehmen wir natürlich gerne mit.

6. Wo sehen Sie die dicksten Brocken und härtesten Prüfungen in der Rückrunde?

Die Wahrnehmung der Gegner ist im Moment eine ganz andere als vor der Saison. Keiner hat damit gerechnet, dass wir vorne mitspielen. Für uns sind alle Gegner dicke Brocken.

7. Wovor müssen sich Ihre Gegner nach der Winterpause fürchten?

Fürchten braucht man sich vor uns nicht. Wenn es uns gelingen sollte, dass wir guten Fußball zeigen und sich der Gegner fürchtet, dann wären wir besser als in der Vorrunde. Ansonsten wollen wir in der Defensive weiter gut stehen. In der Vorrunde haben wir die wenigsten Gegentore kassiert.

8. Was würden Sie über sich ergehen lassen, wenn Sie Ihr Saisonziel erreichen?

Ich muss nix über mich ergehen lassen. Wenn wir nur konzentriert weiterhin die Punkte sammeln, dann erreichen wir unser Ziel. Danach lasse ich mich einfach überraschen.

9. Warum ist Ihr Verein der geilste Club in der Region?

Weil wir die Tradition vom 1. FC Pforzheim und dem VfR Pforzheim versuchen, fortzuführen. Wenn man zurückdenkt an Spiele, wie beispielsweise gegen den FC Bayern München - damals waren sie noch nicht in der 1. Liga - , das sind geile Dinge, für die man sich bewegen kann. Der 1. CfR hat weiterhin einen guten Namen und ein gutes Standing. Nicht umsonst werden wir noch „Rassler“ und "Clübler" genannt. Das ist bemerkenswert und kann nicht vergessen werden.