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Beim Fußball-Landesligisten Sportfreunde Feldrennach sollen die Trainer Roger Essig (nicht auf dem Bild), Alex Maier und Adnan Akyüz (von rechts) den Abstieg verhindern. Mit ihnen sprach PZ-news-Mitarbeiter Sewery Sadowski (links) über die Winterpause und die Aussichten in der Rückrunde.
Beim Fußball-Landesligisten Sportfreunde Feldrennach sollen die Trainer Roger Essig (nicht auf dem Bild), Alex Maier und Adnan Akyüz (von rechts) den Abstieg verhindern. Mit ihnen sprach PZ-news-Mitarbeiter Sewery Sadowski (links) über die Winterpause und die Aussichten in der Rückrunde. © Türschmann
08.03.2013

Fußball-Check: Feldrennach sucht spielerische Mittel

Der moderne Fußball bevorzugt Technik und Passsicherheit. Was früher einmal mit Kick-and-rush erfolgreich umgesetzt wurde, zählt heute so gut wie gar nicht mehr. Die Idee, mit spielerischen Mitteln den Erfolg zu suchen, verfolgen auch die Sportfreunde Feldrennach. Die befinden sich momentan in der Landesliga in Abstiegsnöten. Ein Stab von drei Trainern soll die Sportfreunde aus dem Tabellenkeller holen.

Der Landesligist setzt dabei auf Roger Essig, Adnan Akyüz und Alex Maier. Mit dieser seltenen Trainerkonstellation haben die Feldrennacher ein Team, das viel Wert auf die spielerischen Akzente in der Mannschaft legt. Sie lassen sich auch durch die letzten, eher unbefriedigenden Ergebnisse nicht aus der Ruhe bringen. Ihr Motto: Nur wer etwas riskiert, entwickelt sich als Spieler weiter.

Bei 17 ausstehenden Spielen müssen die Sportfreunde in der Rückrunde richtig durchstarten und eifrig Punkte gegen den Abstieg sammeln, um das Landesliga-Kapitel nicht vorzeitig zu beenden. PZ-news sprach mit Adnan Akyüz und Alex Maier vor dem Rückrundenauftakt am kommenden Sonntag und erfuhr, dass die Sportfreunde in der Vorbereitung in Ellmendingen ein Felix-Magath-Modell ausprobiert haben.

PZ-news: Wie dringend hat Ihre Mannschaft die Winterpause gebraucht?

Adnan Akyüz: Die Pause war sehr dringend. Der Kader ist klein und wir hatten in der Vorrunde mit vielen Verletzten zu kämpfen. Hinzu kamen noch krankheits- und berufsbedingte Ausfälle. Aufgrund der herrschenden Platzverhältnisse haben wir gehofft, dass die Winterpause kommt.

PZ-news: Felix Magath ist bekannt für sein hartes Training. Wie viel Magath spielt bei Ihnen während der Vorbereitung für die Rückrunde eine Rolle?

Alex Maier: Wir sind beide keine Magath-Typen, wobei du, Adnan, ihm ein bisschen ähnlich siehst (schmunzelt). Das Wetter hat uns dazu gezwungen, dass wir viel laufen mussten, was auch eine Rolle in der Vorbereitung gespielt hat. Die notwendige Fitness muss erreicht werden und ein hartes Training gehört dazu, egal wie, ob mit oder ohne Ball. Das Fitnessstudio nicht weit vom Sportplatz eröffnet uns eine weitere Möglichkeit.

Adnan Akyüz: Das ist richtig, eine gewisse Fitness muss da sein. Wir haben während der Vorbereitung einen Ausflug nach Ellmendingen gemacht. Dort gibt es 150 Treppenstufen, die dem Magath-Modell entsprechen. An dem Tag sind wir eine Stunde und 15 Minuten die Treppen hoch und runter gelaufen. Am Ende des Tages waren die Jungs trotzdem zufrieden.

PZ-news: Was ist der Schwerpunkt Ihrer Trainingsarbeit in der Winterpause?

Adnan Akyüz: Wie bereits angesprochen konnten wir hauptsächlich unsere Fitness verbessern, denn ohne die Fitness kommen wir da unten nicht raus. Wir müssen kompakter und stabiler stehen. Die Passsicherheit muss gesteigert werden und wir wollen uns natürlich auch spielerisch weiterentwickeln. Eine Trainingseinheit haben wir dazu genutzt, um taktische Aspekte anzusprechen und umzusetzen.

PZ-news: Konnte sich die Mannschaft personell verstärken?

Alex Maier: Wir haben fünf Neuzugänge, darunter ein Torwart, zwei Mittelfeldspieler und zwei Stürmer.

Adnan Akyüz: Wir waren gezwungen, in der Breite etwas zu tun, da die Brasilianer den Verein verlassen haben. Je nach Leistung werden die neuen Spieler zum Rückrundenauftakt dabei sein.

PZ-news: Was ist Ihr Ziel für die Rückrunde und was muss Ihre Mannschaft verbessern, damit die Ziele erreicht werden?

Alex Maier: Das Ziel ist ganz klar der Nicht-Abstieg. Ein anderes Ziel kann es nicht geben. Wir müssen 17 Mal konstant gute Leistungen abliefern bei den verbleibenden 17 Spielen und eine richtige Einstellung haben, nur dann kann es reichen.

Adnan Akyüz: In der Defensive stehen wir bei Angriffen sehr gut und halten die Ordnung. Das Problem ist das Offensivspiel: Wir spielen die Angriffe nicht gut zu Ende und verlieren die Bälle zu schnell. Als Konsequenz laufen wir in Konter und verlieren die Ordnung. Das Hauptziel liegt aber auf der Passgenauigkeit, die gesteigert werden muss. Wir wollen schwierige Situationen spielerisch probieren und lösen. Selbst wenn etwas mal nicht klappt, werden wir es beim nächsten Mal wieder auf diese Weise versuchen. Nur so kannst du dich weiterentwickeln.

PZ-news: Wo sehen Sie die dicksten Brocken und härtesten Prüfungen in der Rückrunde?

Adnan Akyüz: Die dicksten Brocken sind wir selbst. Wir haben in der Rückrunde 17 Spiele, in denen wir zur Verfügung stehen müssen und nicht berufsbedingt fehlen dürfen. Wir werden sehen, wie das klappen wird.

Alex Maier: In unserer Situation dürfen wir niemanden unterschätzen.

PZ-news: Wovor müssen sich Ihre Gegner nach der Winterpause fürchten?

Adnan Akyüz: Vor unserem Sportgelände.

PZ-news: Was würden Sie über sich ergehen lassen, wenn Sie Ihr Saisonziel erreichen?

Adnan Akyüz: Ich würde mich einen Tag lang von Alex verwöhnen lassen (beide lachen).

Warum ist Ihr Verein der geilste Club in der Region?

Alex Maier: Ich bin schon viel länger im Verein als du, deshalb beantworte du lieber die Frage.

Adnan Akyüz: Wir sind ein Verein, der von anderen Mannschaften in der Region umgeben ist, und haben sehr schlechte Trainingsbedingungen. Die anderen Mannschaften haben bessere Möglichkeiten. Deshalb steckt viel Herzblut im Verein, beide Mannschaften in der A-Klasse und in der Landesliga zu unterstützen. Das ist toll. Hinzu kommt, dass unser Clubhaus in der Region seinesgleichen sucht.