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Am Tischkicker hat Trainer Thorsten Talmon seine Fertigkeiten gegen PZ-news-Mitarbeiter Seweryn Sadowski bewiesen, jetzt muss es mit seinem SV Neuhausen nur noch in der Landesliga-Rückrunde klappen.
Am Tischkicker hat Trainer Thorsten Talmon seine Fertigkeiten gegen PZ-news-Mitarbeiter Seweryn Sadowski bewiesen, jetzt muss es mit seinem SV Neuhausen nur noch in der Landesliga-Rückrunde klappen. © Türschmann
02.03.2013

Fußball-Check: Winterpause nervt den SV Neuhausen

Dass der Schnee vielen Fußballvereinen in der Winterpause keine Freude bereitet hat, ist schon länger bekannt. Die vielen Spielabsagen und die wachsende Zahl an Nachholspielen verstärken dieses Gefühl zusätzlich. Trotzdem gibt es einige Vereine in der Region, die das Schneechaos besonders schwer getroffen hat. Der SV Neuhausen gehört dazu.

Die Fußballer konnten in der gesamten Wintervorbereitung nicht ein einziges Mal normal trainieren und mussten die ganze Zeit über improvisieren. Dabei wollte der Landesliga-Tabellenletzte wollte vor allem das taktische Verhalten in der Defensive verbessern. Letztlich blieb es beim Versuch. Wenn man das Gelernte nicht auf dem Platz spielend einüben kann, wird es schwierig mit der Umsetzung.

Trotz der schlechten Vorzeichen lässt sich der SV Neuhausen nicht beirren und scheint sich voll auf die bevorstehende Rückrunde zu konzentrieren. Mit gerade einmal vier Punkten aus 14 Spielen belegt der Aufsteiger den letzten Tabellenplatz und kämpft verbissen gegen den Abstieg. Moral und Sportsgeist scheinen zu stimmen

Für Thorsten Talmon (41), Trainer des SVN, wäre ein möglicher Abstieg kein Beinbruch. Was der Verein in den letzten Jahren abgeliefert habe, sei aller Ehren wert. Mit den finanziellen Möglichkeiten und den Trainingsbedingungen grenze der Landesliga-Aufstieg vor einem Jahr an eine Sensation. Man gewinnt den Eindruck, als würden Talmon und seine Jungs dieses Fußball-Kapitel als ein Abenteuer ansehen, in dem sie sich noch einige Erfolgserlebnisse besorgen möchten. Zum Beispiel durch Siege. Damit endlich einmal die teilweise sehr guten Spiele aus der Vorrunde belohnt werden.

PZ-news: Wie dringend hat Ihre Mannschaft die Winterpause gebraucht?

Thorsten Talmon: Im Enddefekthaben wir uns die Vorrunde nicht so vorgestellt, weshalb uns die Pause gut getan hat, um Abstand zu bekommen. In den letzten Spielen haben wir uns gut verkauft, das geht in Ordnung. Ärgerlich sind vor allem die bevorstehenden Nachholspiele.

PZ-news: Felix Magath ist bekannt für sein hartes Training. Wie viel Magath spielt bei Ihnen während der Vorbereitung für die Rückrunde eine Rolle?

Thorsten Talmon: Das Ausdauer- und Fitnesstraining gehört einfach dazu. Ich finde das nicht so schlimm. Wenn es möglich und machbar ist, versuchen wir auch alles auf dem Platz zu machen. Allerdings müssen gewisse Dinge über den Schweinehund geschehen. Manche Spieler brauchen genau so eine Art von Training. In Einheiten vor 20 Jahren war auch nicht alles schlecht. Wichtig ist es ein Mittelmaß der alten und neuen Trainingslehre zu finden.

PZ-news: Was ist der Schwerpunkt Ihrer Trainingsarbeit in der Winterpause?

Thorsten Talmon: Der Schwerpunkt war ursprünglich auf das Abwehrverhalten gelegt. Leider war dies aufgrund der Trainingsbedingungen überhaupt nicht realisierbar, sodass wir taktisch Null Komma Null trainiert haben. In der gesamten Vorbereitung haben wir zudem nur zwei Testspiele bestritten.

PZ-news: Konnte sich die Mannschaft personell verstärken?

Thorsten Talmon: Nein, von außerhalb haben wir nichts bekommen. Lediglich Sven Kieselmann ist nach seinem Knöchelbruch aus dem Sommer wieder zurück. Er macht einen stabilen Eindruck, was uns auch mehr Alternativen als in der Vorrunde bietet.

PZ-news: Was ist Ihr Ziel für die Rückrunde und was muss Ihre Mannschaft verbessern, damit die Ziele erreicht werden?

Thorsten Talmon: Es muss einiges verbessert werden. Mit vier Punkten haben wir viel Spielraum für Optimierungen. Wir wollten versuchen, eine ordentliche taktische Vorbereitung in der Winterpause zu schaffen, was jedoch durch das Wetter leider nicht möglich war. Die bevorstehende Rückrunde ist eine Charakterfrage, und wir werden versuchen in jedem Spiel eine gute Leistung abzuliefern. Wir wissen auch, dass vier Punkte aus 14 Spielen eine eindeutige Sprache sprechen. Wir leben ja nicht auf dem Mond. Für die Jungs wäre es verdient und an der Zeit, sich für ein paar wirklich gute Spiele aus der Vorrunde in der zweiten Saisonhälfte zu belohnen. Wir denken von Spiel zu Spiel und wissen, dass der Klassenerhalt sehr schwierig sein wird.

PZ-news: Wo sehen Sie die dicksten Brocken und härtesten Prüfungen in der Rückrunde?

Thorsten Talmon: Wie bereits gesagt, konzentrieren wir uns von Spiel zu Spiel. Wir wollen gute Spiele abliefern und ein paar Erfolgserlebnisse sammeln. Es ist klar, dass wir uns dabei nicht mit den SV Kickers Pforzheim messen und vergleichen können. Die kommenden Spiele geben uns einen Ausblick für die neue Saison.

PZ-news: Wovor müssen sich Ihre Gegner nach der Winterpause fürchten?

Thorsten Talmon: Vor nichts. Wir wollen uns so teuer wie möglich verkaufen und das Beste herausholen. Wir haben nichts zu verlieren und sind realistisch genug, um zu wissen wo wir stehen. Wir fangen wieder bei Null an.

PZ-news: Was würden Sie über sich ergehen lassen, wenn Sie Ihr Saisonziel erreichen?

Thorsten Talmon: Als aktiver Spieler haben wir uns in der Mannschaft alle eine Glatze rasiert. Das kommt jetzt aber nicht mehr in Frage. Ich habe keine Ahnung, aber ich würde mir etwas einfallen lassen, wenn es soweit wäre.

PZ-news: Warum ist Ihr Verein der geilste Club in der Region?

Thorsten Talmon: Das kann ich nicht beurteilen, weil ich erst seit dem Sommer hier bin. Wenn man jedoch die Trainingsbedingungen und die finanziellen Möglichkeit des Vereins betrachtet, dann ist das Wahnsinn, was hier abläuft. Alle Beteiligten der Mannschaft liefern eine super klasse Arbeit ab. Schon alleine das Erreichen der Kreisliga wäre für den Verein mehr als genug. Der Landesliga-Aufstieg ist eine Sensation. Aufgrund der gesamten Situation ist das für uns ein Abenteuer. Ein möglicher sportlicher Abstieg wäre kein Beinbruch für den Verein.