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02.05.2011

Fußball-Landesliga: Fatihspor Pforzheim wundert sich über schnelles Urteil über Nöttingens Kapitän Herceg

PFORZHEIM. Im Kampf um den Aufstieg in die Fußball-Verbandsliga Nordbaden hat der FC Nöttingen II am Samstag einen Dämpfer hinnehmen müssen. Die Mannschaft von Trainer Adolf Weidlich unterlag im Topspiel beim TSV Reichenbach knapp mit 0:1 und rangiert sechs Spieltage vor dem Rundenende mit 45 Punkten auf Platz vier. Spitzenreiter Grunbach hat 52 Zähler auf dem Konto, Reichenbach (49), Spöck als Dritter (46).

Anders als zuletzt konnte die Nöttinger Reserve in Reichenbach nicht so stark auf Spieler aus dem Oberliga-Kaders bauen. Nur Marco Mössner und Thorben Schmidt waren im Team.

Warum aber hat man auf weitere Verstärkungen verzichtet? „Für die erste Mannschaft steht eine Englische Woche auf dem Programm. Im Pokal gegen Durlach-Aue könnten einige Akteure aus der zweiten Reihe zum Zuge kommen, um den Rest für den Liga-Endspurt in der Oberliga zu schonen“, erklärt Adolf Weidlich.

Beim 0:1 in Reichenbach – FCN-Keeper Robert Kraski hielt noch einen Elfmeter – kamen die Lila-Weißen deshalb nicht so in die Gänge, wie in den letzten Partien. „Der Sieg ist hochverdient“, so Weidlich, dessen Enttäuschung sich nach nur drei Punkten aus den letzten drei Topspielen (Grunbach 0:2, Spöck 2:0, Reichenbach 0:1) allerdings in Grenzen hält. „Wir haben einfach in zwei Spielen keine Mittel gefunden, um als Sieger vom Platz zu gehen.“ Platz zwei kann sein Team aus eigener Kraft nicht mehr schaffen, „doch wir werden in den letzten sechs Spielen, vier davon daheim, versuchen, so viele Punkte wie möglich zu holen.“

Rote Karte gegen Spöck

Überraschend zum Einsatz kam am Wochenende Nöttingens Josko Herceg, der nach seiner Roten Karten vor einer Woche gegen Spöck – der Spielführer hatte auf dem Boden liegend seinem Gegenspieler leicht eine mitgegeben – wieder im Einsatz war und nur eine Strafe von 25 Euro an den Verband zahlen musste.

Das bringt Kamil Manzak, Trainer des Vorletzten Fatihspor Pforzheim (0:5 gegen Ittersbach) auf die Palme. „Unser Spielführer Ömer Demirer hat für das gleiche Vergehen wie Herceg vor zwei Wochen in Flehingen Rot gesehen, aber bis jetzt hat der Verband noch nichts entschieden, obwohl wir schon zweimal nachgefragt haben. Wir stemmen uns erfolgreich gegen den Abstieg und vom Verband kommt nichts. Wo bleibt da die Gerechtigkeit?“, fragt der türkische Coach.

Rouven Schwab, Vorsitzender des BFV-Sportgerichts 5. Kammer, klärt auf: „Die Fatihspor-Angelegenheit ist noch ein schwebendes Verfahren. Ein Urteil wird es in Kürze geben. Vermutlich eine längere Sperre für den Spieler, aufgrund des Schiedsrichterberichts.“ Denn Demirers Vergehen wird vermutlich als klare Tätlichkeit gewertet, weil der Ball nicht mehr im Spiel war. Bei Herceg dagegen schon. Er hätte den Ball noch spielen können, heißt es von der Spruchkammer. Sein Verstoß wurde nur als Unsportlichkeit eingestuft.

Nichts zu holen gab es für den 1. FC Kieselbronn beim 0:3 gegen Spitzenreiter Grunbach. Und auch die nächsten Partien (Spöck und Reichenbach) haben es in sich.

Grunbachs Coach Frank Misztl ärgert sich dagegen über die Verwaltungsarbeit seiner Jungs in der zweiten Halbzeit gegen den FCK. „Da hätten wir noch mehr für das Torverhältnis machen können.“