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Im Länderspiel gegen die USA am 3. November spielte Jana Rogee vor 1 350 Zuschauern. Die deutschen Juniorinnen verloren in Wetzlar jedoch deutlich mit 1:6. In bisher fünf Länderspielen erzielte Jana Rogee ein Tor für die U15-Nationalmannschaft. weis
Im Länderspiel gegen die USA am 3. November spielte Jana Rogee vor 1 350 Zuschauern. Die deutschen Juniorinnen verloren in Wetzlar jedoch deutlich mit 1:6. In bisher fünf Länderspielen erzielte Jana Rogee ein Tor für die U15-Nationalmannschaft. weis
22.11.2017

Fußballerin Jana Rogee aus Niefern spielt in der Nationalmannschaft

Jana Rogee lebt den Traum eines jeden fußballbegeisterten Mädchens. Sie darf das Trikot der deutschen Nationalmannschaft tragen.

Die aus Niefern stammende 14-Jährige, die sich in der Nieferner C-Jugend gegen gleichaltrige Jungs behaupten muss, trägt seit Dezember 2016 das Trikot der deutsche U15-Nationalmannschaft. Ein „unglaubliches Gefühl, das einen sehr stolz macht“, so die Mittelfeldspielerin. Bei ihrem Debüt durfte sie sogar von Beginn an ran und mit ihren Mannschaftskolleginnen einen 2:0- Erfolg über Belgien feiern.

Talent am Ball

Schon mit fünf Jahren begann Jana mit dem Fußballspielen. Von den Bambini bis zur C-Jugend durchlief sie alle Jugendmannschaften des FV Niefern. Ihr herausragendes Talent am Ball war früh zu erkennen. Aus diesem Grund qualifizierte sich Jana durch eine Talentsichtung für einen Platz im Förderkader des DFB-Stützpunkts Enzberg. Dies war im Jahr 2013. In den Jahren danach empfahl sie sich in der badischen U14-Auswahl für höhere Aufgaben. Beim Länderpokal, eine Sichtung für die deutsche U15-Nationalmannschaft in Duisburg, spielte sie groß auf. Jana schaffte den Sprung unter die 60 besten Spielerinnen. Die mussten sich bei weiteren Lehrgängen beweisen. Schließlich wurde sie im Dezember vergangenen Jahres in den 22-köpfigen Kader für das Länderspiel gegen Belgien berufen.

Im Gespräch mit der PZ sprach Jana über ihre fußballerischen Ziele, aber auch über die Schwierigkeit, Fußball und Schule unter einen Hut zu bekommen.

Zum Fußball gekommen ist das Talent durch ihre Schwestern, die ebenfalls dem runden Leder nachjagen. Sie sieht im Fußball zwar immer noch ein Hobby, will aber alles dafür geben, dass ihr Traum von der Frauen-Bundesliga wahr wird. Ein Wunschverein wäre die TSG 1899 Hoffenheim.

Der Unterschied zwischen den Trainingsbedingungen in Niefern und denen beim DFB sei „riesengroß“. So werde im Training der badischen Auswahl und beim DFB das Hauptaugenmerk auf Schnelligkeit, Technik und Taktik gelegt. Ihr Trainingspensum gibt Jana mit „drei bis viermal wöchentlich“ an. Dazu kommen die am Wochenende stattfindenden Spiele. Bei diesem großen Aufwand fühle sie sich manchmal schon gestresst, das „liegt aber alles noch im Rahmen“, lächelt sie.

Helfende Hände

Volle Unterstützung erfährt sie dabei von ihren Eltern, die die Verantwortung für fünf Töchter haben. Für Tatjana Rogee, Janas Mutter, ist das eine Selbstverständlichkeit. „Wir versuchen, wann immer es geht, Jana unter die Arme zu greifen.“ So wird sie zu fast jedem Training mit dem Auto gebracht. Wann immer es die Zeit zu lässt, versucht die ganze Familie, Janas Spiele live vor Ort zu verfolgen. Jana bringt es auf den Punkt: „Ohne meine Eltern geht es nicht“.

Auch von der schulischen Seite erfährt sie große Hilfe. Wenn Jana mit den DFB-Juniorinnen auf Länderspielreise ist, kann sie die Klassenarbeiten entweder nachschreiben oder diese sogar während der Länderspielreise mitschreiben. Möglich machen dies Lehrkräfte des DFB, die den Spielerinnen den benötigten Lernstoff zukommen lassen. Ein großer Lob erntet der Schulleiter ihres Gymnasiums in Lomersheim: „Er hat volles Verständnis und macht es mir so einfach wie nur möglich“.

Hin und wieder findet sie auch noch Zeit für andere Hobbys. Jana spielt leidenschaftlich gerne Tennis und fährt Wasserski. Auch ihre Freundinnen brauchen keine Angst zu haben. Sie will „weiterhin die Kontakte im Freundeskreis pflegen“.

Ihre großen Vorbilder sind der Spanier Thiago Alcantara vom FC Bayern München und die deutsche Nationalspielerin Dzsenifer Marozsan von Olympique Lyon: „Beide sind mega schnell und haben eine unglaubliche Technik“. Alles Eigenschaften, die auch in Janas Spielweise zu finden sind. Gerade gegen die Jungs in der C-Jugend sei es wichtig „viele Situationen mit spielerischen Mitteln zu lösen“. Zweikämpfe gegen die körperlich robusteren männlichen Gegenspieler versuche sie zu umgehen. Schließlich muss sie verletzungsfrei bleiben, um den Sprung in die Frauen-Bundesliga zu schaffen.