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Wohin der Weg des FC Baden Darmsbach führt, ist derzeit ungewiss. Die Platzfrage könnte für den Verein das Aus bedeuten.  Foto: FCBD 

Fußballplatz verzweifelt gesucht: FC Baden Darmsbach ist sportlich erfolgreich und steht doch vor dem Aus

Remchingen-Darmsbach. Im Juni 2021 steht dem FC Baden Darmsbach ein runder Geburtstag ins Haus. Dann wird es zehn Jahre her sein, dass der Verein aus dem kleinsten Remchinger Ortsteil von einer guten Hand voll Gründungsmitglieder aus der Taufe gehoben wurde. Seither ist viel passiert in und um Darmsbach und die Entwicklung zeigte stetig nach oben. Die Mitgliederzahlen stiegen bis auf 130. Und 2019 wurde mit dem Aufstieg in die B-Klasse ein sportliches Ausrufezeichen gesetzt. Dennoch steht der FC Baden Darmsbach nun vor einer ungewissen Zukunft, im schlimmsten Fall droht dem Verein an der A8 sogar das Aus.

Grund ist die fehlende sportliche Heimat. In den vergangenen Jahren war man beim 1. FC Dietlingen zu Gast. Doch das gilt für die neue Spielzeit nicht mehr, der FCD benötigt die Platzkapazitäten für die eigenen Mannschaften.

Steigende Mannschaftszahlen

Daher wurde in den letzten Wochen und Monaten das Gespräch mit benachbarten Vereinen in Remchingen und mit der politischen Gemeinde gesucht. Aber auch in Nöttingen und Wilferdingen werden die vorhandenen Plätze von den jeweiligen Hausherren benötigt. Diese Situation wird durch den Umstand verschärft, dass in der Saison 2020/21 aufgrund höherer Staffelstärken in einigen Ligen mit mehreren Englischen Wochen zu rechnen ist. Hinzu kommt, dass bei den Remchinger Fußballvereinen die Zahl der Mannschaften gegen den Trend steigt. Noch vor zwei Jahren hatten die vier Vereine zusammen 24 Mannschaften für den Spielbetrieb gemeldet (E-Junioren bis Herren), in der aktuellen Saison waren es bereits 30. Diese erfreuliche Entwicklung könnte dem FC Baden Darmsbach bei der Suche nach einem Trainings- und Spielort in seiner Heimatgemeinde nun also zum Verhängnis werden.

Klar, dass man beim FC Baden Darmsbach über einen eigenen Platz nachdenkt, und das schon seit längerem. Was zunächst als mittel- bis langfristiges Projekt ins Auge gefasst worden war, steht innerhalb des Vorstandes nun ganz oben auf der Agenda. „Gerade die Entwicklung der letzten Monate hat uns gezeigt, wie abhängig wir vom Wohlwollen und den räumlichen Möglichkeiten potenzieller Gastgeber sind“, erklärt Präsident Markus Kirchner, der zu den Gründungsvätern gehört. Und er ergänzt: „Daher führt für uns inzwischen kein Weg mehr an einem eigenen Sportplatz vorbei.“

Zunächst aber benötigen die Darmsbacher dringend eine Übergangslösung: „Die Zeit läuft hier gegen uns, gleichzeitig sind uns weitgehend die Hände gebunden. Wir gehen weiterhin davon aus, den Spielbetrieb aufrechterhalten zu können, müssen uns aber auch mit einem Worst-Case-Szenario auseinandersetzen“, so Kirchner.

War Aufbauarbeit umsonst?

Für den FCBD-Präsident steht dabei außer Frage, dass der Verein eine, wenn auch nur vorübergehende, Aussetzung des Spielbetriebs kaum überleben würde. „Die Aufbauarbeit der vergangenen zehn Jahre, sowohl im sportlichen als auch gesellschaftlichen Bereich, wäre damit weitestgehend hinfällig. Wir konnten zuletzt zwei Mannschaften für den Spielbetrieb melden und haben in den letzten Jahren mit der Baden-Media-Ü30-Party auch ein gesellschaftliches Großereignis in Remchingen etabliert. Um diese positive Entwicklung weiterzuführen, müssen wir einen durchgängigen Spielbetrieb – den Kern unseres Vereinszwecks – gewährleisten können“, gibt Kirchner zu bedenken.