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Zwangspause für den Amateurfußball: Der Spielbetrieb ist bis Ende November - vorerst - eingestellt.  Foto: BillionPhotos.com - stock.adobe.com 

Fußballverbände legen fest: Bis Ende November keine Spiele mehr in allen Amateurligen

Karlsruhe/Stuttgart/Freiburg. Die drei baden-württembergischen Fußballverbände haben entschieden, den Spielbetrieb in Baden-Württemberg mit sofortiger Wirkung ab diesem Donnerstag, 29. Oktober bis zum 30. November 2020 einzustellen. Am Mittwoch haben Bund und Länder weitere sehr einschneidende Maßnahmen beschlossen, um die explosionsartige Verbreitung des Corona-Virus zu stoppen. Die vereinbarten Beschränkungen zielen darauf ab, die persönlichen Kontakte um 75 Prozent zu reduzieren und sollen am kommenden Montag, 2. November 2020, in Kraft treten. „Im Amateurfußball wird daher ab diesem Zeitpunkt bis Ende November ein Spielbetrieb rechtlich nicht mehr zulässig sein“, heißt es in einer Mitteilung des Badischen Fußballverbands (BFV).

Vor diesem Hintergrund haben die drei Fußballverbände beschlossen, den gesamten Spielbetrieb der Herren, der Frauen sowie der Jugend von der Oberliga Baden-Württemberg abwärts mit sofortiger Wirkung auszusetzen und ein Spielverbot zu verhängen, das zugleich auch Pokal- und Freundschaftsspiele erfasst. Die Entscheidung erfolgt bewusst bereits vor der rechtlichen Umsetzung der Bund-Länder-Beschlüsse und aufgrund der sehr eindringlichen Appelle der Bundes- und Landesregierung.

BFV will keine Gesundheitsrisiken eingehen

Insbesondere Ministerpräsident Winfried Kretschmann betonte, dass alle nicht notwendigen Kontakte bereits jetzt und insbesondere am Wochenende unterbleiben sollen. „Dieser Aufforderung leistet der Amateurfußball in Wahrnehmung seiner gesellschaftlichen Verantwortung selbstverständlich Folge“, so die Mitteilung des BFV.

„Wir haben in der Vergangenheit immer wieder betont, dass die Infektionsgefahr nach den uns vorliegenden Studien beim Fußballspielen im Freien als äußerst gering einzuschätzen ist. Risiken bestehen aber beim Zusammentreffen in Umkleidekabinen, in Duschräumen, bei der Bildung von Fahrgemeinschaften und auch dann, wenn sich Zuschauer nicht an Hygienevorgaben halten“, erklärt der BFV. Bisher konnte der Spielbetrieb im Amateurfußball trotz dieser Risiken aufrechterhalten werden, weil sich die Infektionszahlen zunächst in einem kontrollierbaren Rahmen gehalten haben. „Zwischenzeitlich ist das Infektionsgeschehen aber zunehmend diffus und so dynamisch, dass auch vergleichsweise kleine Risiken vermieden werden müssen. Deshalb muss auch der Fußball umgehend seinen Beitrag leisten“, teilt der BFV mit.

Der Verband fordert seine Mitgliedsvereine zudem auf, den Trainingsbetrieb mit sofortiger Wirkung einzustellen, selbst wenn die Sportstätten noch geöffnet sind. Auch auf Mannschaftsbesprechungen sollte verzichtet werden. Die erforderliche Kommunikation dieser Aussetzungsentscheidung an Verantwortliche und Spieler sei sicherlich problemlos auch auf elektronischem Wege möglich.

Ronny Zimmermann: "Haben keine Alternative"

BFV-Präsident Ronny Zimmermann äußerte dazu: „Wir erleben gerade ein Déjà-vu, vor allem, was die Geschwindigkeit angeht, in der sich die Lage drastisch verändert. Der Schritt, den Spielbetrieb wieder und vor allem sofort auszusetzen, ist uns allen schwer gefallen. Wenn ein Ministerpräsident sagt: „jeder Tag zählt“, haben wir aber keine Alternative. Dabei sind wir uns glücklicherweise innerhalb Baden-Württembergs erneut einig und es ist uns wie schon zuvor gelungen, unsere Verantwortung für den Amateurfußball und die Gesellschaft gemeinsam und einheitlich wahrzunehmen.“

Ob der Spielbetrieb im Kalenderjahr 2020 wieder aufgenommen werden kann, ist derzeit offen und hängt von den weiteren Entwicklungen ab. Alle drei baden-württembergischen Fußballverbände sind weiterhin bestrebt, die Saison 2020/21 ordnungsgemäß zu Ende zu bringen. Inwiefern dies möglich sein wird, ist derzeit allerdings nicht abzusehen.  

Die Entscheidung, ob der Spielbetrieb der Regionalliga Südwest fortgesetzt werden kann, obliegt der dortigen Gesellschafterversammlung und ist in Kürze zu erwarten. Insoweit wird nicht zuletzt maßgeblich sein, ob die Spielklasse dem Profifußball zugerechnet wird und damit nicht unter die beschlossenen Beschränkungen fällt.