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Auch Mützen (links FCB-Trainer Marco Bäumer) und Handschuhe (rechts Lukas Buck vom 1.CfR Pforzheim) helfen nichts, wenn die Rasenplätze in der Region gefroren sind. Schmid, Gössele, Ketterl
Auch Mützen (links FCB-Trainer Marco Bäumer) und Handschuhe (rechts Lukas Buck vom 1.CfR Pforzheim) helfen nichts, wenn die Rasenplätze in der Region gefroren sind. Schmid, Gössele, Ketterl
09.02.2012

Fußballvereine in der Region leiden unter eisiger Kälte - Training wird in Wälder, Schwimmbäder und Fitnessstudios verlegt

Sie wollen alle nur das Eine: Fußballspielen, das Runde ins Eckige jagen, kicken eben. Wie immer man es auch nennen mag: Drei Wochen vor Rückrundenstart sehnen sich die Fußballer in der Region nach ihrem Sport. Doch der Winter macht vielen Trainingsplänen einen Strich durch die Rechnung, Testspiel um Testspiel wird abgesagt. Statt auf dem grünen Rasen finden sich die Fußballer der Vorzeigeclubs beim Spinning, Aqua-Biking und Lauftraining wieder.Fußballarena heiß begehrt

Auch über dem Sportplatz des TSV Grunbach lag gestern Abend eine seltene Ruhe. Wartet der Verbandsligaspitzenreiter noch auf besseres Wetter? Mitnichten: Der TSV war vor der Kälte in die Jako-Arena nach Stupferich geflohen. Ähnliche Pläne hatten auch Rainer Krieg mit seinem 1.CfR Pforzheim und Marco Bäumers Birkenfelder. Doch während der CfR noch zwei Termine ergattern konnten ging der FCB leer aus. Auch das ist eine Folge der eisigen Temperaturen: In den Abendstunden sind die größeren Kunstrasenplätze in der Arena schon Wochen im Voraus ausgebucht.

Und doch hat auch der 1. FC Birkenfeld auf die Eiseskälte reagiert: Erst fuhr die Bäumer-Elf beim Aqua-Biking unter Wasser Fahrrad, dann ging es zum Spinning in ein Fitnessstudio. „Alles, was mit Ausdauer zu tun hat, kann man kompensieren“, erklärt Bäumer – und schiebt direkt ein „aber“ hinterher: „Die Arbeit mit dem Ball kommt natürlich zu kurz.“ Und die Zeit drängt: Am ersten März-Wochenende soll es schon wieder um Punkte gehen.

„Es wird Zeit, auch anderes zu trainieren“, bestätigt sein Nöttinger Trainerkollege Michael Wittwer. Spielformen und Lauftraining gingen zwar zu jeder Jahreszeit, „aber Standards, Taktisches und Technisches zu üben, das ist zurzeit unmöglich“, sagt Wittwer. Trotzdem sind seine Männer seit dem Trainingsauftakt am 21.Januar fast jeden Tag auf dem Platz oder im Wald. Denn Training im „Fitnessstudio, das können die Jungs privat für sich machen.“

An Testspiele ist auf den meisten Rasen- und Hartplätzen in der Region trotzdem nicht zu denken. „Seit einer Woche ist es fast unmöglich, irgendwo zu spielen“, so Wittwers einstiger KSC-Mitspieler Rainer Krieg. Nach Ansicht des CfR-Trainers ist „die Verletzungsgefahr einfach viel zu hoch“.

Spiele fallen reihenweise aus

Die zahlreichen Spielausfälle in den vergangenen Wochen sind da nur die logische Konsequenz: Nöttingens Testspiele gegen den 1.CfR und Kassel fielen genauso dem Wetter zum Opfer wie die Birkenfelder Partie gegen Reichenbach und das CfR-Spiel gegen Bretten. Gestern wurde nun auch das Vorbereitungsturnier am kommenden Wochenende in Etzenrot, an dem der TSV Grunbach teilnehmen wollte, sowie der Test zwischen Birkenfeld und Nöttingen abgesagt. Doch der Oberligist fand schnell Ersatz: Am kommenden Sonntag trifft er um 14 Uhr auf einem Kunstrasenplatz des Karlsruher SC auf Grunbach.

Frieren werden die Akteure womöglich auch dort. Doch laut Nöttingen-Coach Wittwer dürften die Temperaturen den Spielern ohnehin nur wenig ausmachen: „Das ist für uns Trainer schlimmer als für die Spieler“, so Wittwer. „Denn die haben ja das Glück, sich ständig bewegen zu können.“ Simon Walter