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Teils zufrieden, teils unzufrieden: Benjamin Uphoff.  Foto: dpa 

Gemischte Gefühle beim Karlsruher SC nach zäher Tour durch den Osten

Zwickau. Als der Mannschaftsbus am frühen Mittwochmorgen am Wildpark ankam, lagen fünf Stunden Fahrt hinter der gut 30-köpfigen Karlsruher Reisegruppe. Anton Fink, der mit einem verwandelten Handelfmeter (65.) für den 1:1-Endstand beim Drittligaspiel in Zwickau gesorgt hatte, war am Vorabend nicht der Einzige gewesen, der sich nach dem Schlusspfiff am liebsten sofort nach Karlsruhe gebeamt hätte.

„Wir haben jetzt fünf Tage hier verbracht, sind fast nur im Hotel gewesen, und draußen hat es geregnet. Das war schon richtig zäh.“

Für das Spiel galt das zwar nur streckenweise. Dennoch war das Ergebnis schnell analysiert. „Das Unentschieden ist gerecht“, fand Keeper Benjamin Uphoff. „Zwickau ist nicht unverdient mit einer Führung in die Halbzeit gegangen. Danach haben wir nicht mehr viel zugelassen und sind vorne zwingender geworden.“

Tatsächlich hatte der KSC nach dem Führungstreffer der Zwickauer Fußballer durch Kevin Hoffmann (44.) mal wieder eine Leistungssteigerung gebraucht, um zumindest einen Zähler mitzunehmen. Erst im zweiten Durchgang kamen die Gäste etwas gefährlicher auf, doch Großchancen blieben auf beiden Seiten rar.

Dominanz konnte der KSC allerdings auch in den zweiten 45 Minuten nicht aufbauen. Immerhin verwandelte Fink einen von Robin Lauberbach verursachten Handelfmeter zum Ausgleich. Es war der elfte Saisontreffer des Drittliga-Rekordtorschützen, der damit zusammen mit Sturmpartner Marvin Pourié den zweiten Platz in der Torjägerliste belegt. Ob der Pfiff zu Recht erfolgt war (wie Trainer Alois Schwartz fand) oder nicht (wie die Zwickauer Spieler fanden)? Fink hielt sich da lieber heraus: „Eigentlich hasse ich Handelfmeter. Man kann danach immer trefflich diskutieren, ob der Pfiff jetzt gerechtfertigt war oder nicht.“

Uphoff beschäftigte nach dem Schlusspfiff Grundsätzlicheres: „Scheinbar brauchen wir im Moment immer erst ein Gegentor, bis wir aufwachen“, sagte der KSC-Keeper. „Das war gegen Braunschweig so, gegen Köln. Und jetzt auch gegen Jena und Zwickau.“ In der Hinsicht sei man nun wieder beim Stand zu Beginn der Saison, als man ebenfalls häufig früh in Rückstand geriet. „Sonst machen wir es ja gut“, seufzte Uphoff. „Jena hatte zwei Chancen aus der Distanz, und von Zwickau kam heute nach den beiden Pfostentreffern auch nicht mehr viel.“ Umso ärgerlicher, findet der Keeper, der auf die Serie von jetzt elf ungeschlagenen Spielen verwies. Weshalb Torschütze Fink dann auch schnell einen Haken an die Partie machte: „Wir haben uns einen Punkt weiter abgesetzt.“

„Leidenschaft und Wucht“

Ein nüchternes Fazit der fünftägigen Ost-Reise zog hingegen Schwartz: „Wenn wir mit vier Punkten nach Hause gefahren wären, wär’s okay gewesen. Aber das waren Mannschaften, die mit viel Leidenschaft und viel Wucht agieren. Da ist es nicht leicht.“

Immerhin: Mit der Leistung von Innenverteidiger Christoph Kobald und Kyoung-rok Choi, die die gesperrten Daniel Gordon und Manuel Stiefler vertraten, war Schwartz vollauf zufrieden, auch wenn sie am Samstag im Heimspiel gegen Kaiserslautern wohl wieder auf die Bank müssen.