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Ansprache: Der neue Nöttinger Trainer Gerd Dais bei seiner ersten Übungseinheit mit den FCN-Spielern. Ripberger 

Gerd Dais, alter und neuer Trainer des FC Nöttingen, über seinen überraschenden Einstieg

Aller guten Dinge sind drei. Zum dritten Mal wird Gerd Dais Trainer beim FC Nöttingen. Bereits am Donnerstagabend leitete der 52-Jährige das erste Training beim Spitzenreiter der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg. Am Samstag spielt die Mannschaft im heimischen Panoramastadion gegen den starken Aufsteiger FSV Bissingen (15.30 Uhr).

Der Nachfolger des Anfang der Woche überraschend zurückgetretenen Michael Wittwer (die PZ berichtete) will mit dem FC Nöttingen in die Regionalliga aufsteigen.

PZ: Sie wurden recht schnell einig mit dem FC Nöttingen. Was haben Sie gedacht, als Dirk Steidl am Dienstag bei Ihnen anrief?

Gerd Dais: Ich war natürlich sehr überrascht, dass er mich in der jetzigen Situation anruft und fragt, ob ich mir vorstellen könnte, den FC Nöttingen in den letzten sieben Spielen zu übernehmen. Ich habe mir dann einen Tag Bedenkzeit erbeten und dann zugesagt.

PZ: Was hat denn den Ausschlag dafür gegeben, dass Sie zugesagt haben?

Dais: In erster Linie war es alte Verbundenheit. Ich war ja schon zweimal beim FC Nöttingen. Dem Dirk Steidl und seinen Kollegen von der Vereinsführung in dieser heiklen Situation zu helfen, war auch nach genauer Abwägung der sportlichen Komponente für mich eine Selbstverständlichkeit.

PZ: Ihr Engagement beim FC Nöttingen ist erst einmal nur bis Ende der Saison angelegt. Könnte es unter Umständen auch von längerer Dauer sein?

Dais: Man sollte jetzt erst mal abwarten und die Runde zu Ende spielen bis zum 21. Mai. Erst dann kann man sich konkret über die weitere Zukunft Gedanken machen. Wir werden sehen.

PZ: Was wissen Sie aktuell vom FC Nöttingen und was sind die Schwerpunkte in den ersten Trainingseinheiten mit Ihrer neuen Mannschaft?

Dais: Die Spieler, die ich nicht schon kenne, will ich so schnell wie möglich kennenlernen. Dann werde ich ansprechen, wie ich mir unser Spiel taktisch vorstelle. Im Fokus steht zunächst natürlich mein erstes Spiel mit Nöttingen gegen Bissingen.

PZ: Werden Sie sich vor dem ersten Spiel auch mit Ihrem Vorgänger Michael Wittwer austauschen?

Dais: Natürlich! Ich habe ein gutes Verhältnis zu Michael Wittwer. Wir kennen uns schon lange. Das werde ich auf jeden Fall tun.

PZ: Das Ziel des FC Nöttingen lautet Aufstieg. Das werden Sie auch mit aller Macht anstreben?

Dais: Sicherlich, wenn man nach 27 Spieltagen sieben Spiele vor Saisonende auf Platz eins steht, dann will man diesen Platz halten. Die Tabellenführung spricht ja für die gute Qualität des Kaders, und die gilt es, abzurufen.

PZ: Ein Grund für Michael Wittwers Rücktritt waren Probleme mit der Kommunikation. Werden Sie mehr mit der Mannschaft sprechen?

Dais: Ich gehe an diese Aufgabe völlig unbelastet ran. Was vorher war – etwas überspitzt formuliert – inter-essiert mich nicht. Für jeden Spieler geht es wieder bei null los. Und wie das üblicherweise bei Trainerwechseln der Fall ist, haben die Spieler, die zuletzt weniger gespielt haben, eine Chance, sich zu zeigen. Dass man die Geschichte mit Michael Wittwer und der Mannschaft noch einmal aufarbeitet, ist aus meiner Sicht nicht notwendig. Die Entscheidung ist nun mal so gefallen. Ich werde jetzt mein Bestes tun, um den ersten Platz bis zum Ende der Saison zu verteidigen.

Führt Gerd Dais den FC Nöttingen in die Regionalliga?
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