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Strahlendes Lächeln nach einem tollen Wettkampf: Die Heber der Goldstadt Löwen mit (stehend von links) den Betreuern Dirk Reinheckel und Frank Haug, Kamil Kucera, Dennis Hildebrandt, Patrik Krywult; vorne von links: Kevin Schmidt, Ersatzmann Simon Stiegele, Tuan Dang und Steffen Krämer. Privat
Strahlendes Lächeln nach einem tollen Wettkampf: Die Heber der Goldstadt Löwen mit (stehend von links) den Betreuern Dirk Reinheckel und Frank Haug, Kamil Kucera, Dennis Hildebrandt, Patrik Krywult; vorne von links: Kevin Schmidt, Ersatzmann Simon Stiegele, Tuan Dang und Steffen Krämer. Privat
20.02.2019

Gewichtheben: Goldstadt Löwen nach Sieg gegen St. Ilgen noch mit allen Chancen

Pforzheim. Sie sind selten, aber es gibt sie, die Tage, an denen alles gelingt. Und solch ein Tag war der vergangene Wettkampftag für die Goldstadt Löwen. Im Kellerduell der 1. Gewichtheber-Bundesliga empfing das Pforzheimer Team aus dem Würmtal den AC Germania St. Ilgen. Die Voraussetzungen waren klar – nur der Sieger durfte sich noch Hoffnungen auf die Qualifikation zur eingleisigen 1. Gewichtheber-Bundesliga machen.

Im bis dato wichtigsten Wettkampf ihrer Geschichte bewiesen die Löwen, zu welchen Leistungen sie tatsächlich in der Lage sind. Die Gruppeneinteilung, die punktgenauen Steigerungen der zu bewältigenden Lasten, das genaue Auge für die sich ständig ändernden Situationen, die Balance zwischen kalkulierter Sicherheit und notwendigem Risiko – alles passte perfekt in der Sportclub-Halle an diesem Abend.

Den Grundstein für den Triumph legten die Löwen im Reißen, normalerweise nicht gerade die Lieblingsdisziplin der Mannen um den Sportlichen Leiter Steffen Krämer. Aber mit nur zwei, jedoch folgenlosen Fehlversuchen, fuhren die Sportclübler einen neuen Vereinsrekord in dieser Teilübung mit 245,8 Punkten, sowie den ersten Wertungspunkt ein. Im Stoßen zehrte man zuerst von den 11,2 Punkten Vorsprung aus dem Reißen (St. Ilgen hatte 234,6 Punkte), wurde dann aber immer selbstbewusster und vergrößerte den Abstand zu den Germanen um weitere 11,2 Punkte auf den neuen Rekordwert von 670,6 Punkten. Außerdem wurde es das erste glatte 3:0 im dritten Jahr Erstligazugehörigkeit.

Vor einem begeisterten Publikum leisteten die Löwen Tuan Dang, Kevin Schmidt und Dennis Hildebrandt in Gruppe eins die Vorarbeit.

Tuan Dang kam mit 77 Kilogramm (kg) im Reißen sowie 100 kg im Stoßen auf exakt 100 Punkte. Kevin Schmidt stellte seine Bestleistung mit gerissenen 100 kg ein. Dank gestoßener 120 kg wurden es insgesamt 102 Punkte. Dennis Hildebrandt fühlt sich wohl im Dress der Löwen. 97.4 Punkte (119/152 kg) sind der sichtbare Beweis.

Die Gruppe zwei mit Steffen Krämer, Patrik Krywult und Kamil Kucera setzte schließlich trotz vehementer Gegenwehr des Athletikclubs den sprichwörtlichen Haken hinter den Sieg. Wobei Krämer für einen der vielen Höhepunkte sorgte. Das Eigengewächs riss erstmals großartige 131 kg, und ließ famose 154 kg im Stoßen folgen. Also addierten sich 104,2 Punkte zum Gesamtergebnis.

Nicht wiederzuerkennen war Nationalheber Patrik Krywult. Beeindruckende 150 kg im Reißen, aber auch 180 kg im Stoßen summierten sich zu 124,0 Punkten.

Den Schlusspunkt einer für die Sportclub-Heber unvergesslichen Veranstaltung setzte der EM-Dritte Kamil Kucera. Nach starken 170 kg in Übung eins demonstrierte der tschechische Koloss in Übung zwei, warum er zu den stärksten Hebern der Welt gehört. 220 kg und 143 Punkte sind Beleg seiner Ausnahmestellung.

Somit klettern die Goldstadt Löwen auf Rang sechs der Bundesliga-Tabelle, in der Qualifikation zur eingleisigen 1. Bundesliga auf Platz zwölf. Hier muss man unter die besten neun Mannschaften Deutschlands kommen. Auch die Hoffungen auf den Klassenerhalt sind gestiegen.

Die letzte Chance bietet sich am 9. März beim TSV Heinsheim, der hinter den Löwen in der Tabelle, aber vor dem Sportclub in der Qualifikation steht.