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Seine Extraklasse in den Reihen der Goldstadt Löwen stellte der Tscheche Kamil Kucera einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis. Foto: J. Keller, PZ-Archiv

Gewichtheber-Bundesliga: Super Saison der Goldstadt Löwen endet mit Niederlage

Pforzheim. Auch eine Niederlage im letzten Kampf der Gewichtheber-Bundesliga beim TSV Heinsheim konnte die Freude der Goldstadt Löwen über das erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte nicht schmälern. Rekorde und Bestleistungen reihten sich nahtlos aneinander und gipfelten in dem 3:0-Erfolg gegen den mehrmaligen deutschen Mannschaftsmeister AC Germania St.Ilgen, und das mit imposanten 670,6 Punkten.

Was bedeutet nun die 652,6:705,9- und 0:3-Niederlage zum Ausklang für die Löwen? Der Sportclub Pforzheim ist durch und steht aktuell auf dem siebten Tabellenplatz der Bundesliga, Gruppe A, noch vor St. Ilgen, das am letzten Kampftag nach Heinsheim muss, auch vor dem KSV Grünstadt, der Meister Speyer erwartet. Über allem steht jetzt die Qualifikation zur eingleisigen 1. Bundesliga. Hier wird der Durchschnitt der fünf besten Wettkämpfe zur Berechnung herangezogen, und die daraus resultierenden besten neun Teams sind dann in der neu gebildeten Königsklasse.

In dem Pool mit 32 Mannschaften stehen die Goldstadt Löwen aktuell auf dem 13. Platz, was mit größter Wahrscheinlichkeit den Abstieg in die 2. Bundesliga bedeutet – obwohl man sportlich den Klassenerhalt erreicht hätte.

Die Goldstadt Löwen bewiesen auch im Hexenkessel von Heinsheim über weite Strecken ihre Erstligatauglichkeit. Im Reißen noch chancenlos (230,8:281,2 Punkte) wechselte im Stoßen permanent die Führung. In einem hochdramatischen Finale gaben schließlich die Löwen den sicher geglaubten Punkt wieder aus der Hand. 421,8:424,7 Punkte sind Beleg dafür, dass mehr drin war.

Überragender Athlet auf Pforzheimer Seite war Kamil Kucera. Der Tscheche, in Vorbereitung auf die EM Anfang April in Georgien, verdiente sich mit 175 kg im Reißen sowie 225 kg im Stoßen einmal mehr das Prädikat Weltklasse. 153,0 Punkte waren brillant.

Landsmann Patrik Krywult konnte nicht die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen. 146 gerissenen folgten magere 170 gestoßene Kilogramm. Mit 109 Punkten verkaufte er sich deutlich unter Wert.

Einen spektakulären Kampf lieferte Kevin Schmidt ab. Als einziger Löwe ohne Fehlversuch bestätigte er mit 100 kg im Reißen und 128 kg im Stoßen seine beständig gute Form – der Lohn waren exzellente 104,0 Punkte.

Es muss nicht jedes Mal eine neue persönliche Bestleistung sein: Dennoch zog der Sportliche Leiter der Löwen, Steffen Krämer, nochmals alle Register seines Könnens. Zu prächtigen 126 kg im Reißen gesellten sich 156 kg im Stoßen, was sich zu insgesamt 101,8 Punkten summierte.

Stefan Aßmann fühlte sich in der tollen Atmosphäre richtig wohl, untermauerte dies mit ausgezeichneten 118 kg in Disziplin eins. Noch höher zu bewerten sind aber seine 152 kg in der zweiten Teilübung. Er belohnte sich mit 94,2 Punkten. Nach dem gelungenen Einstieg in das Reißen wo erst bei 120 kg Ende war, musste Dennis Hildebrandt im Stoßen Federn lassen. Es blieb bei der Anfangslast von 145 kg. Somit standen 90,6 Punkte zu Buche.

Für ein abschließendes Saison-Fazit wollen die Verantwortlichen der Löwen erst noch den letzten Wettkampftag und die Abteilungsversammlung Ende März abwarten, wo dann auch die Weichen für die kommende Saison gestellt werden sollen.