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Ein letztes Mal durfte sich Sergej Charkow (oben) für eine gelungene Ringekür in Straubenhardt feiern lassen. Marcel Nguyen (unten links) turnte einen ganz starken Sechskampf, Thomas Taranu konnte nur am Boden ran. Fotos: Hennrich
Ein letztes Mal durfte sich Sergej Charkow (oben) für eine gelungene Ringekür in Straubenhardt feiern lassen. Marcel Nguyen (unten links) turnte einen ganz starken Sechskampf, Thomas Taranu konnte nur am Boden ran. Fotos: Hennrich
18.11.2012

Glanzvolle Generalprobe für den KTV Straubenhardt.

Straubenhardt. Die Generalprobe zum Finale der deutschen Meisterschaft wurde eine sehr einseitige Angelegenheit. Mit 70:14Scorepunkten bezwang Bundesliga-Tabellenführer KTV Straubenhardt am Samstag in heimischer Halle den Tabellenzweiten TG Saar. Beide waren zuvor schon für das Finale um den Titel qualifiziert – am kommenden Samstag stehen sich die Turner in Berlin erneut gegenüber. Dann geht es um Alles oder Nichts.

In Straubenhardt ging es am Samstag nur um die Ehre oder den psychologischen Vorteil. In beiden Kategorien hatte die KTV die Nase deutlich vorne. Während die Turner aus dem Saarland pokerten, ihre Stars Anton Fokin und Eugen Spiridonow jeweils nur an drei Geräten einsetzten, gingen die Straubenhardter schon in der Generalprobe aufs Ganze: „Wir werden in Berlin genau so turnen wie heute“, versprach Trainer Alexei Grigoriev – und fügte selbstbewusst hinzu: „Wenn wir in Berlin die gleichen Leistungen abliefern, hat die TGSaar keine Chance.“ Grigoriev weiß aber auch, dass das Finale ein ganz anderer Wettkampf wird: „Wenn wir Schwächen zeigen, wird es nicht einfach.“

Schwächen aber zeigten die Straubenhardter an diesem Tage fast keine, sieht man von der Schrecksekunde für Marcel Nguyen mit seinem Absteiger am Reck ab. Der zweifache Silbermedaillengewinner von London turnte ansonsten einen ganzen starken Sechskampf – seinen ersten nach den Olympischen Spielen – bekam von den Kampfrichtern 90,0 Wertungspunkte für seine Übungen und wurde mit 26 Scorepunkten auch Topturner der Veranstaltung. Mit Dimitri Barkalov (20Scorepunkte und 87,0Wertungspunkte) hatte die KTV einen zweiten starken Sechskämpfer – der Russe turnt so zuverlässig und sauber wie eine Maschine.

So konnten die Straubenhardter auch den Ausfall von Thomas Taranu verschmerzen. Der Nationalturner wurde wegen Schulterproblemen nur am Boden eingesetzt. Nach dem Finale soll geklärt werden, ob die Schulter vielleicht sogar operiert werden muss.

Weil der Wettkampf am Boden (8:1), am Pauschenpferd (16:0), an den Ringen (16:0), am Sprung (10:2) und am Reck (11:3) eine klare Sache war – eng wurde es nur am Barren (8:9) – konnten sich die Straubenhardter am Samstag darauf konzentrieren, vor vollem Haus ihren Fans starke Leistungen zu zeigen und ihr Vereinsjubiläum zu feiern. Seit 25 Jahren gibt es die KTV nun, die Krönung der Feierlichkeiten soll der Gewinn des Titels in Berlin sein.

Abschied von Charkow

Beim Heimwettkampf gab es ein Rahmenprogramm mit einem Showauftritt der Rhythmischen Sportgymnastin Karolina Raskina. Die gebürtige Ukrainerin turnt für den TSV Schmiden. Es gab eine Tombola – der Hauptpreis ist eine Reise zum Finale nach Berlin. Und es gab eine Verabschiedung. Sergej Charkow ging letztmals in einem Heimwettkampf für die KTV an die Geräte. Der ehemalige Ringe-Olympiasieger und Spaßvogel im Straubenhardter Team wurde am Samstag 42 Jahre alt – ein fast schon biblisches Alter für einen Turner. „Mir hat es unheimlich viel Spaß mit Euch gemacht. Vielen Dank“, verabschiedete er sich unter großem Beifall als Turner von den KTV-Fans. Zurückkehren wird er aber – als Mitglied des Trainerteams.