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Geballte Fußball-Power aus Koblenz (von links): Akiyoshi Saito, Nico Charrier, Eldin Hadzic, Julian Grupp und Robert Stark mit ihrem neuen Trainer Adis Herceg.   Mildenberger
Geballte Fußball-Power aus Koblenz (von links): Akiyoshi Saito, Nico Charrier, Eldin Hadzic, Julian Grupp und Robert Stark mit ihrem neuen Trainer Adis Herceg. Mildenberger
02.08.2017

Gleich fünf Spieler des TuS Koblenz wechselten zum 1. CfR Pforzheim

Das ist schon außergewöhnlich: Gleich fünf Spieler des Fußball-Regionalligisten TuS Koblenz wechselten in diesem Sommer zum 1. CfR Pforzheim – von der Regionalliga Südwest in die Oberliga Baden-Württemberg. Das kann doch kein Zufall sein? Oder doch? Die PZ ist der Sache nachgegangen. Fazit: Es ist ein bisschen Zufall, aber auch ein bisschen freundschaftliche Verbundenheit, dass Nico Charrier, Eldin Hadzic, Julian Grupp, Robert Stark und Akiyoshi Saito der schönen Stadt an Rhein und Mosel ade sagten und an den Zusammenfluss von Enz und Nagold gezogen sind.

Die finanziellen Probleme, die TuS Koblenz seit vielen Jahren plagen, waren für keinen der fünf Spieler ein Grund, den vorjährigen Regionalliga-Achten zu verlassen. Sportliche Perspektivlosigkeit ist es auch nicht. Alle fünf Spieler standen beispielsweise im August 2016 im Kader des TuS Koblenz, als dieser im Panoramastadion mit 2:1 gegen den FC Nöttingen gewann. Robert Stark, Julian Grupp und Nico Charrier waren in der abgelaufenen Saison sogar Stammspieler im Team von Trainer Petrik Sander. Warum doch der Wechsel nach Pforzheim? Die PZ hat nachgefragt:

Julian Grupp, 25 Jahre, Mittelfeld: Trainer Adis Herceg hat Julian Grupp eine Führungsrolle im Team zugedacht. Die möchte Grupp auch annehmen und ausfüllen. Sein Motiv, nach Pforzheim zu wechseln: „Das ist ein interessantes Projekt. Ich dachte mir, wenn ich nicht 2. oder 3. Liga spielen kann, dann will ich sesshaft werden in der Gegend, wo meine Freunde und Bekannten leben.“ Grupp wurde in Schwäbisch Gmünd geboren. Der CfR half ihm bei der Suche nach einem Studienplatz, was auch ein wichtiger Grund für den Wechsel nach Pforzheim war. „Mein Studium geht drei Jahre, in dieser Zeit will ich mit dem CfR eine Liga höher“, sagt der zentrale Mittelfeldmann.

Nico Charrier, 23 Jahre, Stürmer: Der gebürtige Pforzheimer wollte in seine Heimat zurück. „Schön, wieder hier zu sein“, sagt Charrier, der von Trainer Adis Herceg angesprochen und zu einem Wechsel motiviert wurde. Charrier hat schon einige Stationen hinter sich. So wechselte er 2014 zusammen mit seinem damaligen Trainer Joe Zinnbauer vom Karlsruher SC II zum Hamburger SV II. Das Ziel, Fußballprofi zu werden, hat er noch nicht aufgegeben. „Das kann auch mit 25 noch klappen“, glaubt er. Empfehlen will er sich durch guten Leistungen beim CfR, mit dem er aufsteigen möchte.

Robert Stark, 30 Jahre, Innenverteidiger: Der gebürtige Erfurter ist auch viel herumgekommen in seinem Fußballerleben. Er war Profi bei diversen Regionalliga-Clubs, sucht aber jetzt eine berufliche Perspektive, die ihm durch Hilfe des CfR geboten werden soll. Angesprochen und motiviert, nach Pforzheim zu wechseln, wurde er von Julian Grupp. „Dass wir zu fünft aus Koblenz nach Pforzheim gehen ist aber im Endeffekt Zufall“, glaubt Grupp.

Eldin Hadzic, 24 Jahre, Mittelfeld: Der Bosnier mit deutscher Staatsangehörigkeit spielte schon in der Juniorenzeit für TuS Koblenz, war in der ersten Mannschaft lange Stammspieler, zuletzt aber nicht mehr. Er war Profi und will das auch noch bleiben. Der Kontakt zum gebürtigen Neuwieder kam über Trainer Adis Herceg zustande, der Hadzic aus seiner Zeit als Trainer des SVN Zweibrücken kannte. Sein Ziel mit dem CfR: „Jedes Spiel gewinnen und aufsteigen.“

Akiyoshi Saito, 29 Jahre, Mittelfeld: Auch der Japaner wurde von Julian Grupp zum Wechsel nach Pforzheim motiviert. Saito kam vor vier Jahren nach Deutschland und wollte Fußballprofi werden. In Koblenz war er zuletzt aber kein Stammspieler mehr. Pforzheim gefällt ihm, er sucht eine Wohnung und auch einen Arbeitsplatz. Denn sonst drohe ihm der Entzug seiner Aufenthaltserlaubnis, sagt Saito – stets mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen, wie es in Japan eben üblich ist.