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Die Schinderei über Stock und Stein hat sich gelohnt. Hanna Klein (Mitte) sicherte sich den Gesamtsieg in der MTB-Bundesliga vor Elisabeth Brandau (links) und Flesja Dahle. Foto: Küstenbrück
Die Schinderei über Stock und Stein hat sich gelohnt. Hanna Klein (Mitte) sicherte sich den Gesamtsieg in der MTB-Bundesliga vor Elisabeth Brandau (links) und Flesja Dahle. Foto: Küstenbrück
07.10.2016

Glorreicher Saison-Abschluss: Hanna Klein gewinnt MTB-Bundesliga

Das Beste kam zum Schluss. Hanna Klein, geboren in Calw, aufgewachsen in Schömberg, beendete ihr erste Saison auf Superior-Bikes mit dem Gesamtsieg bei der Internationalen MTB-Bundesliga und feierte damit noch einen unerwarteten Erfolg. Einer, der ihr vor der Pause noch mal Mut gemacht hat für die kommende Saison.

Im Palmarès (Liste) der MTB-Bundesliga stehen sehr bekannte Namen, zum Beispiel auch der von der aktuellen Weltmeisterin Annika Langvad aus Dänemark. Dass sich Hanna Klein, die in Freiburg lebt, am Ende der Saison in die Annalen der international renommierten Serie eintragen würde, damit war nicht zu rechnen. Grundlage für den Gesamterfolg waren zwei zweite Plätze bei den Rennen in Ortenberg und am Nürburgring, sowie ein zwölfter Rang beim absolut hochklassig besetzten Rennen in Heubach.

Ab Mitte der Saison zeigte die Formkurve bei Hanna Klein noch mal deutlich nach oben und so war sie in der Lage beim Finale in Titisee-Neustadt eine ihrer besten Saisonleistungen abzuliefern. Obwohl sie zu Beginn erst mal im Hintertreffen war, kämpfte sie mit Verve und es gelang ihr mit Rang fünf die, nach dem Sprint knapp führende Elisabeth Brandau, noch zu schlagen.

„Es war sicher gut für mich, dass es geregnet hat. Vom Gefühl her bin ich nicht unbedingt geflogen, aber ich war ganz gut drauf“, meinte Hanna Klein und freute sich über diesen glorreichen Abschluss der Saison. Die war nicht in allen Teilen wie gewünscht verlaufen. Die Qualifikation für die Olympischen Spiele war ein Traum, aber dafür hätte alles optimal verlaufen müssen. Die Konkurrenz in Deutschland war so stark wie nie zuvor und es hätten sich auch keine Stolpersteine einschleichen dürfen.

Im Frühjahr wurde sie durch einen Infekt zu einer Trainingspause gezwungen. Ein höchst ungünstiger Zeitpunkt, denn in dieser wichtigen Wettkampfphase, quasi im laufenden Betrieb, lässt sich eine Pause nicht kompensieren. Dazu kam noch Pech beim Auftakt-Weltcup in Australien, als in der Startphase vor ihr Konkurrentinnen stürzten und Hanna Klein am Ende des Feldes das Rennen aufnehmen musste.

Das hatte Folgen für die Startaufstellung beim Heimweltcup in Albstadt, wo sie sich zwar von Platz 60 stark nach vorne kämpfte (37.), aber letztlich nicht das Ergebnis erzielen konnte, was ihre körperliche Verfassung eigentlich hergegeben hätte.

„Nach den Weltcup-Rennen hatte ich immer das Gefühl, dass ich im Grunde besser drauf bin als es die Ergebnisse dann ausgedrückt haben. Meine objektiven Werte im Training haben mehr versprochen“, meint Hanna Klein im Rückblick. Mit einem schlechten Startplatz oder Pech wie in Australien, kann die 29-Jährige ihre besonderen Qualitäten in den technischen Abschnitten nicht genügend ausspielen, weil sie von schwächeren Fahrerinnen gebremst wird. Zudem rauben dann Überholvorgänge viel Energie. Das war auch beim Weltcup-Finale in Andorra so, obwohl sie dort als 27. immerhin ihr bestes Saison-Resultat verzeichnen konnte. Sobald die Startposition weniger entscheidend ist, das belegen etwa die Bundesliga-Rennen, zeigt Hanna Klein, wozu sie fähig ist.

Vieles Neuland

„Für 2017 will ich noch mal an der Startphase arbeiten“, nimmt sich die Mountainbikerin (Mitglied beim TV Oberlengenhardt) vor. Dann hofft sie auch von den Erfahrungen aus der ersten Saison, in der sie sich als Einzelkämpferin (Ein-Mann-Team) organisierte, zu profitieren. „Es hat mir Spaß gemacht, aber vieles war natürlich auch Neuland für mich“, blickt sie zurück. „Es war auf jeden Fall großartig, dass mir meine Sponsoren diese Saison so ermöglicht haben. Ich habe viel gelernt und Lust auf mehr.“ In der Weltcup-Gesamtwertung belegt Klein Platz 39, in der Weltrangliste (Stand 13.9.) steht sie auf Platz 50.