133416677
Ein hartes Stück Arbeit, Glück und Schützenhilfe - der Karlsruher SC feierte bei Greuther Fürth nicht nur einen 2:1-Auswärtssueg, sondern auch den Klassenerhalt, ohne in die Relegation gehen zu müssen.  Foto: dpa 
133413295
Mario Gomez hat bei seinem letzten Spiel für den VfB Stuttgart das einzige Tor für die Schwaben geschossen. In der Mercedes-Benz-Arena konnte der VfB nach einem schlechten Spiel trotzdem Einzug als Zweitliga-Zweiter in die Fußball-Bundesliga feiern.  Foto: dpa 

Glückstag für tapferen Karlsruher SC, Aufstieg trotz Heimblamage des VfB Stuttgart bei Gomez-Abschied und 1. FC Heidenheim profitiert von HSV-Katastrophe

Der VfB Stuttgart steigt als Zweiter der 2. Liga direkt in die Fußball-Bundesliga auf – trotz einer blamablen 1:3-Niederlage im Heimspiel gegen den SV Darmstadt. Der Karlsruher SC hat am letzten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga noch den direkten Klassenerhalt geschafft. Die Badener gewannen am Sonntag 2:1 bei der SpVgg Greuther Fürth und profitierten vom 1:1 des 1. FC Nürnberg bei Holstein Kiel. Der Hamburger SV hat durch eine 1:5-Heimniederlage gegen den SV Sandhausen erneut den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga verpasst. Der 1. FC Heidenheim sicherte sich am Sonntag in der 2. Liga trotz einer 0:3-Niederlage bei Zweitliga-Meister und Direktaufsteiger Arminia Bielefeld den Relegationsrang und trifft nun auf den Bundesliga-16. Werder Bremen.  

133415615
Mario Gomez (links) hat bei seinem letzten Spiel für den VfB Stuttgart das einzige Tor für die Schwaben geschossen. In der Mercedes-Benz-Arena konnte der VfB nach einem schlechten Spiel trotzdem Einzug als Zweitliga-Zweiter in die Fußball-Bundesliga feiern. Foto: dpa

Schwache Leistumng des VfB trübt Abschied von Mario Gomez

Der VfB Stuttgart hat die 2. Fußball-Bundesliga mit einer schwachen Leistung und einem Abschiedstreffer von Mario Gomez verlassen. Trotz der 1:3 (1:1)-Niederlage gegen den SV Darmstadt 98 am Sonntag ist die Bundesliga-Rückkehr der Schwaben perfekt. In seinem letzten Spiel für den VfB gelang Gomez (43.) der zwischenzeitliche Treffer zum 1:1, ehe der 34-Jährige in der 82. Minute unter dem Applaus der VfB-Verantwortlichen ausgewechselt wurde. Serdar Dursun (32.) hatte die Hessen in Führung geschossen, Matthias Bader (53.) und Tobias Kempe (88.) erzielten die weiteren Tore. Darmstadts Victor Palsson (66.) sah wegen Handspiels die Gelb-Rote-Karte.

Aber die Bühne gehörte größtenteils Gomez. Vor den Augen seiner ebenfalls im Stadion anwesenden Familie spielte Gomez so wie im Großteil seiner Karriere: Man nahm ihn kaum wahr, bis er dann plötzlich doch entscheidend in Erscheinung trat. Nach einer flachen Hereingabe von Silas Wamangituka grätschte er den Ball zum zwischenzeitlichen 1:1 ins Tor. Anschließend ertönte im Stuttgarter Stadion sogar ein eigener Song für ihn, der sogenannte «Mario-Gomez-Button».

Ansonsten bot der VfB eine enttäuschende Vorstellung. Nach einem Missverständnis zwischen Atakan Karazor und VfB-Torhüter Gregor Kobel hatte Dursun die Gäste mit einem Seitfallzieher in Führung geschossen. Vom VfB kam dagegen kaum etwas. Gleich dreimal hatte Nicolas Gonzalez (22./30./38.) versucht, auf Gomez querzulegen, dreimal ging es schief. Kurz darauf musste der Argentinier dann verletzungsbedingt ausgewechselt werden.

Der VfB machte kein Geheimnis daraus, dass es für ihn um nichts mehr ging. Die Schwaben spielten zahlreiche Querpässe und schienen mit den Gedanken schon bei ihrer abendlichen Aufstiegsparty zu sein. Darmstadts Trainer Dimitrios Grammozis gab dagegen an der Seitenlinie alles. Dass auch der 41-Jährige eine Art Abschiedsvorstellung gab, ging beim Gomez-Schlussakt ein wenig unter. Grammozis verlässt die Hessen und wird zur neuen Spielzeit durch Markus Anfang ersetzt.

Grammozis dirigierte seine Spieler vom Rand fast permanent. Als Palsson (66.) wegen Handspiels Gelb-Rot sah, beschwerte sich Grammozis derart lautstark, dass er von Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus Gelb sah. Aber all das war wenige Minuten später schon wieder so gut wie vergessen. Denn in der 82. Minute wurde Gomez unter dem Applaus der VfB-Verantwortlichen ausgewechselt. Anschließend erhielten die Schwaben eine weitere Quittung für ihre schwache Leistung: Kurz vor Schluss traf Kempe zum 3:1 für Darmstadt.

133416677
Ein hartes Stück Arbeit, Glück und Schützenhilfe - der Karlsruher SC feierte bei Greuther Fürth nicht nur einen 2:1-Auswärtssueg, sondern auch den Klassenerhalt, ohne in die Relegation gehen zu müssen. Foto: dpa

Der KSC bleibt dank Nürnberger Patzer in der 2. Liga

Der Karlsruher SC hat am letzten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga noch den direkten Klassenerhalt geschafft. Die Badener gewannen am Sonntag mit 2:1 (1:1) bei der SpVgg Greuther Fürth und profitierten vom gleichzeitigen Patzer des 1. FC Nürnberg bei Holstein Kiel (1:1). Der KSC verbesserte sich in der Tabelle damit vom 16. auf den 15. Platz und schickte stattdessen die Nürnberger in die Relegation. Fürth beendet die Saison auf Rang neun.

Die Karlsruher erwischten einen denkbar schlechten Start und gerieten durch Daniel Keita-Ruel, der aus fünf Metern unbedrängt einköpfte, schon nach gut einer Minute in Rückstand. Der Ausgleich durch einen Abstauber von Dominik Kother in der 21. Minute nach grenzwertigem Körpereinsatz von Philipp Hofmann fiel überraschend. Kurz vor der Pause hätte der KSC aber sogar in Führung gehen können.

In der zweiten Hälfte verpasste Keita-Ruel zunächst die erneute Fürther Führung (49.) und klärte anschließend auf der eigenen Linie gegen Christoph Kobald (57.). Dann schlug einmal mehr KSC-Torjäger Hofmann zu. Einen umstrittenen Elfmeter nach Foul von Sebastian Ernst an Marvin Wanitzek an der Strafraumgrenze verwandelte er in der 61. Minute zu seinem 17. Saisontreffer - und zur Karlsruher Rettung.

1. FC Heidenheim steht dank Schützenhilfe eines kopflosen HSV vor der Sensation

Der 1. FC Heidenheim kämpft in der Relegation gegen Werder Bremen um den erstmaligen Aufstieg in die Fußball-Bundesliga. Am letzten Spieltag zeigte der FCH zwar Nerven und verlor bei Meister Arminia Bielefeld mit 0:3 (0:2), dank der gleichzeitigen 1:5-Niederlage des Hamburger SV gegen den SV Sandhausen behielt das Team von Trainer Frank Schmidt aber Rang drei. Der in Heidenheim geborene Schmidt hatte das Team 2007 in der Oberliga übernommen und 2014 in die 2. Liga geführt. Sein Team muss am Donnerstag zum Hinspiel in Bremen antreten und hat dann im Rückspiel am kommenden Montag Heimrecht.

Derweil zeigten die bereits als Aufsteiger feststehenden Bielefelder große Mentalität, obwohl sie ein Aufstieg des HSV statt der Heidenheimer rund zwei Millionen Euro Fernsehgeld hätte kosten können. Als Lohn sicherten sich die Ostwestfalen, die nach dem Spiel die Trophäe für den Meister erhielten, einige Bestmarken: 68 Punkte bedeuten für den Rekord-Aufsteiger in die Bundesliga einen Vereinsrekord, die Arminia blieb die gesamte Rückrunde über ungeschlagen. Und vor allem: Kapitän Fabian Klos sicherte sich mit seinem 21. Saisontor (14.) den Titel des Torschützenkönigs, der erstmals in der Zweitliga-Geschichte mit einer Torjäger-Kanone des Fachmagazins «Kicker» geehrt wird. Die Sturmpartner Andreas Voglsammer (17.) und Jonathan Clauss (53.) trafen auch.

Die Bielefelder hatten schon mit der bestmöglichen Aufstellung signalisiert, dass sie nichts abschenken. Heidenheim begann gut, steckte den Schock des Doppel-Schlags aber lange nicht weg. Schmidt reagierte zur Pause mit einem Dreifach-Wechsel, brachte unter anderem Urgestein Marc Schnatterer und setzte nun auf volle Offensive. Nach dem Konter zum 0:3 war die Hoffnung auf einen eigenen Punkt aber dahin. Doch Sandhausen leistete Schützenhilfe.

HSV bleibt nach 1:5-Heimblamage gegen Sandhausen Zweitligist

Der Hamburger SV bleibt ein weiteres Jahr Zweitligist. Durch die blamable 1:5 (0:2)-Heimniederlage am Sonntag gegen den SV Sandhausen verpassten die Hanseaten am letzten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga den Sprung auf den Relegationsplatz, der durch das 0:3 des 1. FC Heidenheim bei Arminia Bielefeld möglich gewesen wäre. Ein Eigentor von Rick van Drongelen (13.) sowie die Treffer von Kevin Behrens (22. Minute, 84./Elfmeter), Mario Engels (89.) und Dennis Diekmeier (90. +3) zerstörten alle HSV-Träume. Der Elfmetertreffer von Aaron Hunt (62.) war zu wenig.

Der HSV startete druckvoll in die Partie und hatte in der fünften Minute durch Joel Pohjanpalo die erste Gelegenheit. Doch der Schuss des Finnen aus gut sieben Metern Entfernung ging rechts am Tor vorbei. Die Sandhäuser lauerten auf Konter und Hamburger Fehler.

Den ersten machte der Brasilianer Ewerton, der den Ball unbedrängt ins Aus spielte. Aus dem Einwurf entwickelte sich eine Flanke, die van Drongelen vor dem einschussbereiten Behrens ins Tor spitzelte. Nach einen missglückten Defensiv-Kopfball von Pohjanpalo hatte der Angreifer der Gäste keine Probleme, auf 2:0 zu erhöhen.

Nach dem Anschluss durch den berechtigten Elfmeter versuchten die Hamburger viel. Es nutzte alles nichts. Am Ende fiel der Gastgeber auseinander. Ausgerechnet der Ex-Hamburger Diekmeier sorgte mit dem zweiten Tor seiner langen Profikarriere für die Krönung der Blamage. Bitter für den HSV: Innenverteidiger van Drongelen zog sich eine wohl schwere Knieverletzung zu.