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SG Pforzheim/Eutingen

Die Mannschaft von Trainer Alexander Lipps legte eine fulminante Aufholjagd hin.
Die Mannschaft von Trainer Alexander Lipps legte eine fulminante Aufholjagd hin. © PZ-Archiv/Ripberger
23.02.2019

Grandiose Steigerung: SG Pforzheim/Eutingen feiert souveränen Sieg gegen Topteam

Pforzheim. Aus diesem Holz sind Spitzenmannschaften der Handball-Oberliga geschnitzt: Bis kurz vor der Halbzeit führte die SG Pforzheim/Eutingen gegen den TV Bittenfeld II, die Reserve des Bundesligisten TVB Stuttgart, in der heimischen Bertha-Benz-Halle kein einziges Mal.

Und legte dann los, als gäbe es kein Morgenmehr. Mit einem 6:0-Lauf zauberte die Truppe um Trainer Alexander Lipps in nur acht Minuten aus einem 9:10-Rückstand (26. Minute) eine 15:10-Führung (34. Minute). Der Tabellendritte nahm auch anschließend den Tabellenvierten so auseinander, dass die SG am Ende mit 32:18 eine der beeindruckendsten Leistungen der gesamten Spielzeit ablieferte.

Lipps, der nicht gerade zu Übertreibungen neigt, zeigte sich letztlich genauso begeistert wie die Zuschauer: „Unsere heutige zweite Halbzeit gegen Bittenfeld war zusammen mit den zweiten 30 Minuten in der Vorrunde in Bittenfeld die beste Halbzeit der Saison.“ Schon im Hinspiel hatte die SG Pforzheim/Eutingen in der Stuttgarter Ecke überrascht, als nach schwachem Beginn ein ebenfalls triumphaler 28:19-Erfolg heraussprang.

Beim Aufeinandertreffen der besten Abwehr der Liga (Pforzheim/Eutingen) gegen die treffsicherste Offensive sah es zunächst nicht nach dem grandiosen Spektakel für die Spielgemeinschaft aus. Vor allem Martin Kienzle, ehemaliger Akteur des Pforzheimer Lokalrivalen TGS, sorgte für den Gast aus Württemberg mit seinen drei Treffern zur 3:2-Führung dafür, dass Bittenfelds Anfangs-Elan mächtig Respekt einflößte. Bis zur 6:3-Führung konnte der TVB II sich gut in Szene setzen.

Torwart hält drei Siebenmeter

Drei überragende Akteure aufseiten der SG Pforzheim/Eutingen leiteten die Wende ein: Torwart Mile Matejevic, der sogar drei Siebenmeter entschärfte, Julian Broschwitz, der neunmal den Ball im gegnerischen Kasten versenkte (darunter vier Siebenmeter) und Manuel Mönch, der nach der Pause aufdrehte und ebenfalls neun Tore erzielte. Matejevic wurde vom gegnerischen Trainer Michael Rill als bester Spieler ausgelobt, während der vierfache TVB-Torschütze Alexander Bischoff dem SG-Coach Alexander Lipps am besten gefiel. Doch im Grunde zeigten alle Pforzheimer Handballer eine geschlossene Mannschaftsleistung. Deshalb lobte Lipps auch seine beiden Youngster: „Wie Vincent Wohlfahrt und Leon Gerstner verteidigt haben, war toll.“ Für Gerstner, der seinen 19. Geburtstag feierte, sangen seine Teamkollegen ein Ständchen.

Broschwitz ist überzeugt: „Wenn wir diese Form halten, können wir aufsteigen.“ Allerdings schränkte er sogleich ein: „Aber unsere Form ist eben nicht immer gleich.“ Zunächst geht es für die SG in die Faschingspause, bevor in 14 Tagen bei Tabellenführer TSV 1899 Blaustein eine noch schwierigere Aufgabe ansteht.