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So könnte die neue Tribüne (Mitte) mit dem Funktionsgebäude (links) nach dem Ende des Ausbaus aussehen; ganz rechts das Clubhaus. Foto: CfR
So könnte die neue Tribüne (Mitte) mit dem Funktionsgebäude (links) nach dem Ende des Ausbaus aussehen; ganz rechts das Clubhaus. Foto: CfR
28.03.2017

Große Mehrheit für Stadion-Ausbau im Brötzinger Tal

Vom „verflixten siebten Jahr“ war mehrmals die Rede im Pforzheimer Ratssaal, als die drei Gemeinderats-Ausschüsse für Finanzen, Sport und Bauen die entscheidende Abstimmung von Dienstag kommender Woche im Gemeinderat über den weiteren Ausbau des Stadions im Brötzinger Tal besprachen. Vor sieben Jahren entstand, wie Sportbürgermeisterin Monika Müller in Erinnerung rief, der 1. CfR Pforzheim durch die Fusion von 1. FC und VfR Pforzheim.

Den Vereinen war dafür der Ausbau einer der beiden vorhandenen Stadien zu einer modernen Spielstätte versprochen worden. Die zunächst favorisierte Lösung Holzhof scheiterte am Wasserschutz, der danach beschlossene Ausbau des Stadions Brötzinger Tal verzögerte sich durch Kostensteigerungen und die Entscheidung, die Tribüne neu zu bauen anstatt sie zu sanieren.

Dafür, für deren Unterbau nebst Nebengebäuden auch mit Räumen für weitere Sportvereine und für einen Kunstrasen-Nebenplatz wollen nahezu alle gestern im Ratsaal vertretenen Fraktionen und Gruppierungen rund 1,1 Millionen Euro locker machen. Einzig Michael Schwarz enthielt sich. Seine Fraktion aus Freien Wählern und FDP sieht noch Beratungsbedarf, auch zu Fragen nach Tribünengröße, Umkleidekabinen und den Kosten eines Kunstrasenplatzes im Vergleich zu einem Rasenplatz.

Für die CDU erinnerten Florentin Goldmann und Jörg Augenstein an die Vorgeschichte und daran, wie wichtig es sei, dass der Gesamtverein an einer Stelle spielen und trainieren kann. Das Stadion sei, anders als in der Vergangenheit in den ähnlich großen Städten Ulm, Reutlingen und Heilbronn, nicht überdimensioniert, so Goldmann. Henry Wiedemann lobte, wie zuvor Augenstein, die Multifunktionalität des Baus. „Ein solches Stadion gehört, wie die Bäderlandschaft, zur Infrastruktur einer Stadt mit nunmehr 125 000 Einwohnern.“ Weitere Zeitverzögerungen führten zu weiteren Kostensteigerungen, warnte Waldemar Birkle (AfD). Und: „Investitionen in den Sport sparen Kosten im Sozialen.“

Ähnlich sahen das Peter Pfeiffelmann (Linke), Thomas Goßweiler (UB) und Felix Herkens (Bündnis 90/Grüne). OB Gert Hager hatte bereits im Vorfeld deutlich gemacht, dem Stadion-Ausbau für unumgänglich zu halten.