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Beim Bundesliga-Spiel gegen den VfL Wolfsburg am Samstag kann Georg Niedermeier (Mitte) aufgrund einer Bänderdehnung nicht spielen. Weitere neun Spieler drohen auszufallen.
Georg Niedermeier © dpa
29.10.2010

Große Verletzungssorgen beim VfB Stuttgart

STUTTGART. Bis zu zehn Spieler drohen dem VfB Stuttgart am Samstag im Spiel beim VfL Wolfsburg auszufallen. Vom Verletzungspech betroffen sind auch alle vier Innenverteidiger. Das sind schwierige Voraussetzungen, um den Aufwärtstrend unter dem neuen Trainer Jens Keller fortzusetzen.

Die Ergebnisse stimmen wieder, seit Jens Keller das Traineramt beim VfB Stuttgart übernommen hat, doch unter zwei Problemen leidet der Verein noch immer: der spielerischen Armut und vor allem seinem Verletzungspech. Im Bundesliga-Spiel beim VfL Wolfsburg droht dem VfB am Samstag der Ausfall von bis zu zehn Spielern - darunter der kompletten Innenverteidigung. „Wir sind personell sehr angeschlagen. Bei vier, fünf Spielern entscheidet sich erst kurzfristig, ob sie spielen können“, sagte Keller am Freitag. Dazu gehören Georg Niedermeier, der im Pokalspiel in Chemnitz eine Bänderdehnung im Knöchel erlitt, und Serdar Tasci, der einen Schlag auf den Oberschenkel bekam. Khalid Boulahrouz plagen Wadenprobleme, Matthieu Delpierre ist rotgesperrt. Im Mittelfeld bangt Keller um die Einsätze von Christian Gentner (Muskelfaserriss in der Hüfte) und Zdravko Kuzmanovic (Verhärtung im Oberschenkel). Für Philipp Degen (Leistenprobleme), Johan Audel, Daniel Didavi und Elson (alle im (Aufbautraining) käme die Partie am Samstag um 15.30 Uhr zu früh.

Der VfB-Coach ist sich trotzdem sicher: „Wir werden eine Mannschaft auf den Platz bekommen, die die Chance hat, in Wolfsburg zu bestehen.“ Dabei hat er in der Defensive nur noch unerfahrene Kräfte in der Hinterhand. Der 20 Jahre alte Ermin Bicakcic aus der zweiten Mannschaft könnte wie schon ab der 46. Minute in Chemnitz im Abwehrzentrum zum Einsatz kommen. „Ich war hochzufrieden mit ihm. Er ist aggressiv und kopfballstark“, sagte Keller.

Für das defensive Mittelfeld stünden Mamadou Bah und Patrick Funk bereit, die zusammen auf die Anzahl von zwei Bundesliga-Spielen kommen. Nicht viel, um sich einem Diego, Edin Dzeko oder Grafite sorglos in den Weg stellen zu können. „Aber Wolfsburg ist ja ähnlich wie wir auch noch nicht richtig ins Laufen gekommen“, meinte Keller.

Beim VfB trifft diese Aussage vor allem in spielerischer Hinsicht zu. Denn obwohl die Mannschaft zuletzt gegen Getafe, St. Pauli und Chemnitz drei Siege in Serie feierte, lief bei ihr noch nicht viel zusammen. Keller erklärt diese Mängel mit einer Mischung aus Verletzungspech, nervlicher Anspannung im Abstiegskampf und der Terminhatz. „Wir können fast gar nicht richtig trainieren zwischen den vielen Spielen“, sagte er. „Das ist nicht optimal, um seine Vorstellungen umzusetzen oder im taktischen Bereich zu arbeiten.“

Gemessen daran ist die Ausbeute des VfB seit dem Trainerwechsel fast optimal. „Bei uns zählen im Moment nur Punkte und Ergebnisse“, sagte Keller. „Wie wir die holen, ist nicht so entscheidend.“ Dieser Maßgabe haben sich auch einzelne Spieler unterzuordnen. So droht Joker Martin Harnik beim Spiel in Wolfsburg auch nach seinen drei Toren in Chemnitz wieder nur ein Platz auf der Bank.

Die voraussichtliche Aufstellung des VfB Stuttgart: Ulreich - Celozzi, Tasci, Bicakcic, Molinaro - Camoranesi, Träsch, Kuzmanovic (Bah), Gebhart - Cacau, Marica. dpa