760_0900_22615_.jpg Großer Aderlass trifft Kreisliga hart: TGS-Reserve im Achterfeld als Top-Favorit
Nach der Rückkehr in die Kreisliga streben die Handballer der TGS Pforzheim II (Rote Trikots) den sofortigen Wiederaufstieg in die Landesliga an. 

Großer Aderlass trifft Kreisliga hart: TGS-Reserve im Achterfeld als Top-Favorit

Blickt man auf die überregionalen Spielklassen, steht der Handballkreis Pforzheim so gut da wie schon lange nicht mehr. Ist also alles in Ordnung? Nein. Das zeigt ein Blick auf die Starterfelder der Kreisligen. Nach dem Rückzug der TSG Niefern und des TV Calmbach spielen nur acht statt der üblichen zehn Mannschaften in dieser Saison in der 1. Kreisliga der Männer. Niefern zieht sich in die 2.Kreisliga zurück, Calmbach gar in die 3. Liga.

Damit werden die Probleme gerade der kleinen Vereine einmal mehr deutlich. Weil es diese Schwierigkeiten auch andernorts gibt, ist es nicht auszuschließen, dass demnächst die Kreise Pforzheim und Bruchsal gemeinsam eine Kreisliga bestücken.

Im Jahr 2000 sicherte sich die C-Jugend der TSG Niefern unter Trainer Stefan Ermentraut noch vor dem TV Friedrichsfeld mit dem späteren Nationalspieler Uwe Gensheimer die badische Meisterschaft. Diese Spieler bildeten danach jahrelang das Gerüst der Nieferner Männermannschaft. Jetzt aber ziehen sich mit Florian Sestan und Simon Müller die beiden letzten bei der TSG verbliebenen Akteure aus dieser Zeit zurück. Sestan muss nach vielen Verletzungen seinen lädiertem Knöchel schonen, Müller steht vor einem längeren Auslandsaufenthalt. Nach ihrem Abgang entschieden sich auch viele andere Spieler, den Verein zu verlassen. In der 2. Kreisliga versucht die TSG jetzt einen Neuaufbau.

Zu viele Spieler verloren

Der TV Calmbach entschied sich sogar für den Rückzug in die 3.Kreisliga, weil mit Fabian Wiegmann, Mathias Benski und Rafael Majchrczyk drei hoffnungsvolle Talente dem württembergischen Landesligisten HC Hirsau/Calw/Liebenzell angeschlossen haben. Dort ist Sven Wiegmann Trainer, der bis 2012 in Calmbach Aufbauarbeit geleistet hatte. Weil auch noch die Routiniers Nass und Wurster kürzer treten wollen und Torhüter Kress eine Pause ankündigte, entschloss die sportliche Leitung der zuletzt auftretenden Enztäler vom Leistungs- in den Hobbyhandball zu wechseln.

Als klarer Favorit in der 1. Kreisliga gilt Absteiger TGS Pforzheim II. Trainer Timo Hufnagel kann künftig zusätzlich auf den in der 1. Mannschaft ausgeschiedenen Dymitro Sydorschuk, Kevin Krust (von HSG Pforzheim), Nikolas Schlebrowski (TSG Plankstadt) Steffen Meininger (hatte pausiert) sowie Adrian Enderds, Edward Hermann, Semih Kocabas (alle eigene Jugend) setzen. Nicht mehr dabei sind allerdings Jo Roming (Studium), Moritz Faaß (Ispringen), Benjamin Walz (Wössingen), Felix Klaus (Rutesheim) Leon Abrecht (Langensteinbach) sowie Sebastian Stotz (Neuenbürg).

Knittlingen verstärkt sich

Der stärkste Konkurrent der Wartberger dürfte der TSV Knittlingen werden. In der Fauststadt konnte Trainer Medo Ganic mit den beiden Keepern Benjamin Kraus (TSG Niefern), Heimkehrer Aydin Muharrem (TV Bretten), Nieferns Spielmacher Andre Mertinat sowie Raphael Dolt (TSV Jöhlingen) leistungsstarken Zuwachs begrüßen, der Hoffnung macht.

Hoch gehandelt wird auch der HC Neuenbürg II, dessen Trainer Matthias Cullmann die Neuzugänge Sebastian Stotz (TGS Pforzheim), Nico und Tim Gerwig (TV Brötzingen), Marc Mayer und Tobias Hartfelder (TSG Niefern), Florian Merkle (SG Pforzheim) sowie die A-Jugendlichen Oliver Dreher, Calvin Herb, Uwe Labusga, Alex May und Johannes Müller einsetzen kann. Mit Yannick Wowro und Elias Bergner, die zur ersten Garnitur aufgerückt sind und den Studenten Tom Kranicke und Patrick Brischigiarrio fehlen im allerdings auch bisherige Leistungsträger.

Bei der HSG Pforzheim freut man sich, dass Simon Hörner nach dem Gastspiel in Rintheim wieder zu seinen Wurzeln gefunden hat. Als Spielertrainer wird er zusammen mit Robert Müller auf der Trainerbank David Bregazzi ablösen. Mit den Torhütern Findan Krettek und Philipp Jaizay sowie den Feldspielern Mathias Kaufmann und Idris Kujenya bieten sich ihm Alternativen an. Simon Dostratis steht nach seinem Auslandssemester auch wieder zur Verfügung.

Der TV Ispringen II kann sich künftig auf die Dienste von Torjäger Christian Apel stützen, der seine erfolgreiche Karriere in der „Zweiten“ ausklingen lassen will, dafür steht der junge Max Schneider wegen seines Studiums nicht mehr zur Verfügung.

Der TV Bretten II will seine Aufbauarbeit auch unter dem neuen Trainer Martin Scholz (für Christian Heitzler) fortsetzen. Neu stehen ihm mit Philipp Nagaro, Florian Krautter, Eric Sulzer und Kevin Wassermeyer ausschließlich Brettener Eigengewächse zur Verfügung. Nicht mehr planen kann er mit Stefan Weyand und Aydin Muharrem.

Aufgebaut von Richard Agbonifo will sich Aufsteiger TV Birkenfeld. diesmal behaupten. Johann Klarmann ist neu dazugekommen, dafür läuft mit Friedrich Stetzler einer der treffsichersten TVBler nicht mehr mit auf.

Zusätzlicher Aufsteiger

„Schaun mer mal!“ Mit Mut und Gelassenheit geht die SG PSVPforzheim/TSV Wiernsheim das Kapitel 1.Kreisliga an. Dem Dritten der 2. Kreisliga wurde nach dem Rückzug von Niefern und Calmbach der zusätzliche Aufstieg in die 1. Kreisliga angeboten. Das Team von Übungsleiter Thorsten Meier hat sich dazu aber nur entschlossen, weil sechs Jugendliche aus dem eigenen Nachwuchs den Kader künftig verstärken.

Beim TV Brötzingen kommt zum Abstieg in die 2. Kreisliga der Frust über den Verlust von zwei Talenten. Die Hoffnungsträger Tim und Nico Gerwig wechselten nach dem Abstieg zum HC Neuenbürg II. Mit den Jugendlichen Rene Krähling, Marcel Becker, Nicolas Ben Addi und David Härter versucht Stefan Berneke auf der Trainerbank nunmehr erneut einen Neuanfang.