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Großen Willen zeigte die TGS um Michal Wysokinski.  Foto: PZ-Archiv, Becker 

Großes Kämpferherz: Ersatzgeschwächte TGS Pforzheim besiegt Tabellenzweiten

Nussloch. Vor den Spielern der TGS Pforzheim muss man den Hut ziehen – vor allem vor denen, die derzeit noch auf dem Feld stehen. Denn der Handball-Drittligist kommt seit einiger Zeit auf dem Zahnfleisch daher, lässt sich aber nicht unterkriegen und beißt sich durch. Und wie!

Am Sonntagabend gewann die TGS das Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten Nußloch mit 27:26 (Halbzeit 10:11). Ein Ergebnis, mit dem wohl die wenigsten gerechnet hätten, zumal die TGS ohne vier Stammkräfte angereist war. Der an der Fußsohle verletzte Florian Taafel ließ sich zwar tapen und setzte sich auf die Ersatzbank, unterstützte seine Mannschaft aber nur von außen.

Dafür mischte Maris Versakovs mit, der unter der Woche noch mit einem grippalen Infekt flach lag, am Sonntagabend aber ein sensationelles Spiel absolvierte und fast aus allen Lagen traf. Mit elf Treffern war er maßgeblich am zehnten Saisonsieg der TGS beteiligt. Genauso wie Michal Wysokinski, der Nußlochs Topspieler Kevin Bitz nicht zur Entfaltung kommen ließ. Im Tor zeigte Jonathan Binder eine bärenstarke Leistung. Der Keeper spielte 60 Minuten durch.

„Heute hat man gesehen, was mit einem starken Willen möglich ist“, freute sich TGS-Abteilungsleiter Wolfgang Taafel über den Auswärtssieg. „Das macht einen schon stolz.“ Nach vier sieglosen Spielen (drei Niederlagen, ein Remis), konnte die Mannschaft von Trainer Andrej Klimovets gestern mal wieder einen Sieg feiern und hinterher sah man nur noch „strahlende Gesichter“, so Wolfgang Taafel.

Seine Mannschaft lag erst 1:4 (10. Minute) zurück, kämpfte sich dann wieder heran und ging sogar in Führung (6:5/19. Minute). Zur Halbzeit lag man 10:11 zurück, nach der Pause ging es dann hin und her. In der 38. Minute hatte die TGS einen Drei-Tore-Vorsprung herausgespielt (18:15), in der 46. Minute traf Marco Kikillus sogar zum 23:19. Beim Stand von 26:22 (56.) verwarf Versakovs einen Siebenmeter. In der Schlussphase kam Nußloch nochmal heran: 24:27, 25:27, 26:27. Länger hätte die Partie nicht dauern dürfen. Am Ende lagen sich ausgepumpte Pforzheimer Spieler in den Armen und feierten einen völlig verdienten Auswärtssieg.