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Vakante Posten bei der HSG Pforzheim: Der Vorsitzende Uwe Klotz (von links) gibt im Sommer sein Amt ab, Torwarttrainer Robert Müller, Trainer Matthias Cullmann und Co-Trainerin Gabi Kubik haben ihre Ämter schon niedergelegt   PZ-Archiv/Ripberger
Vakante Posten bei der HSG Pforzheim: Der Vorsitzende Uwe Klotz (von links) gibt im Sommer sein Amt ab, Torwarttrainer Robert Müller, Trainer Matthias Cullmann und Co-Trainerin Gabi Kubik haben ihre Ämter schon niedergelegt PZ-Archiv/Ripberger
10.02.2016

HSG Pforzheim: Neues Personal dringend gesucht

Die Serie von Rücktritten in der sportlichen Leitung haben bei den Handballern der HSG TB/TG 88 Pforzheim große Lücken gerissen. Die ersten Stellen konnten kurzfristig und vorübergehend wieder besetzt werden, aber man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die großen Probleme damit noch lange nicht behoben sind. Hinzu kommt: Im Sommer werden der HSG-Vorsitzende Uwe Klotz und Kassiererin Sandra Krust nach Ende ihres Mandats nicht mehr für eine neue Amtszeit kandidieren. Für zwei weitere Posten muss also neues Personal gesucht werden.

David Bregazzi wird am am kommenden Samstag in der 3. Liga bei der Frauenmannschaft der HSG auf der Bank sitzen. Das hat das Vorstandsmitglied bereits am Spieltag vor der Faschingspause getan, als die Mannschaft beim Tabellendritten Allensbach überraschend einen Punkt geholt hat. Die nächste Aufgabe wird aber noch anspruchsvoller. Am Samstag geht es zur verlustpunktfreien TSG Ketsch. Seinen Trainerjob würde Bregazzi lieber früher als später wieder abgeben. Er sagt aber auch: „Wir machen keinen Schnellschuss. Lieber warten wir, bis es passt.“

Bregazzi musste als B-Schein-Inhaber einspringen, weil Trainer Matthias Cullmann, Co-Trainerin Gabi Kubik, Abteilungsleiter Klaus Händler, Henning Rupf (Trainer 2. Frauenmannschaft) und Torwartcoach Robert Müller gemeinsam zurückgetreten sind. Cullmann und Händler hatten mit Nastja Antonewitch und Bianca Ionita zwei Leistungsträgerinnen nach einem Zerwürfnis suspendiert. Der HSG-Vorstand hatte die Suspendierungen aber zurückgenommen. Daraufhin war es zur Rücktrittswelle gekommen.

„Die Situation ist nicht einfach“, sagt Uwe Klotz. Der HSG-Vorsitzende und Lebensgefährte der zurückgetretenen Co-Trainerin Gabi Kubik stand eigentlich hinter dem Vorgehen der sportlichen Leitung. Aber er wurde im zehnköpfigen Gesamtvorstand überstimmt. Er nimmt das als demokratischen Prozess und sieht sich in der Verantwortung, „auch zu dieser Entscheidung zu stehen“.

Sein Abschied als HSG-Vorsitzender zum Saisonende habe mit den jüngsten Vorfällen nichts zu tun. „Den hatte ich schon zwei Wochen vorher angekündigt“, sagt Klotz. Gleiches gelte für Sandra Krust, die derzeit im Verein an anderer Stelle zusätzlich aushilft. Zusammen mit Doris Bub betreut sie die 2. Mannschaft (Badenliga), die nach Rupfs Rücktritt ebenfalls ohne Coach dastand.

Auch Klaus Händler ist noch nicht ganz weg. Seine administrativen Aufgaben wird der sportliche Leiter bis Ende der Amtszeit im Sommer erledigen. Von der Mannschaft hält er sich aber fern.

Alle Beteiligten wissen, dass die personelle Krise zum ungünstigen Zeitpunkt kommt. In diesen Tagen und Wochen wird eigentlich die Planung für die kommende Saison vorangetrieben. Das machen normalerweise das Trainerteam und der sportliche Leiter. Die sind aber alle weg. „Der Zeitpunkt war schlecht. Bis jetzt haben wir niemand, der die Gespräche führt“, sagt Uwe Klotz und schiebt nach: „Das werden wir vom Vorstand jetzt direkt betreuen müssen.“ Die Frage wird sein, ob es gelingt, das Team zusammenzuhalten. „Die Spielerinnen haben ja auch Angebote“, weiß der HSG-Vorsitzende.

Starkes Ego

Stand jetzt kann ein neuer Trainer auch auf Nastja Antonewitch bauen. Die Ex-Bundesligaspielerin ist mit einem sehr starken Ego ausgestattet, das weiß auch Uwe Klotz. „Jeder Trainer muss mir ihr leben. Aber Matthias Cullmann war auch einer, der auf seinen Prinzipien bestand. Da war klar, dass es nicht einfach wird“, blickt der Vorsitzende auf das Zerwürfnis zurück, das in dem Vorwurf der „Leistungsverweigerung“ an die beiden betroffen Spielerinnen gipfelte.

Es bleibt viel Gesprächsbedarf bei der Handball-Spielgemeinschaft, nicht nur um die vielen vakanten Posten im Verein neu zu besetzen. Tut sich da ein tiefer Graben zwischen den beiden Vereinen Turngemeinde 1888 und Turnerbund auf, die die Spielgemeinschaft bilden? Beide Vereine sind im zehnköpfigen Gesamtvorstand paritätisch vertreten, die Turnerbundriege wird von David Bregazzi angeführt. Alle, die zurückgetreten sind oder oder im Sommer abtreten wollen, sind alte TGler, auch der Vorsitzende.

Klotz räumt ein, dass es in der Öffentlichkeit so aussehen mag, als ob es einen tiefen Riss zwischen beiden Lagern gibt, sagt aber: „Ich glaube, der Riss ist nicht so groß, wie es sich nach außen zeigt.“