nach oben
Die Gäste aus Ketsch (rote Trikots) hatten Luisa Dieckmann und die gesamte HSG ganz gut im Griff.   Ripberger
Die Gäste aus Ketsch (rote Trikots) hatten Luisa Dieckmann und die gesamte HSG ganz gut im Griff. Ripberger
04.10.2015

HSG-Frauen mit dritter Niederlage in Folge

Das, was die Drittliga-Handballerinnen der HSG TB/TG 88 Pforzheim in den ersten zwanzig Minuten gegen die TSG Ketsch zeigten, war offenbar selbst der Anzeigetafel zu viel.

Beim Stand von 10:3 für die Gäste gab das Gerät in der Fritz-Erler-Halle kurzzeitig den Geist auf, als wolle es sagen: „So kann das nicht weitergehen!“ Ähnlich mag in dieser Phase HSG-Coach Matthias Cullmann gefühlt haben, denn sein Team erwischte gegen den Tabellenführer einen katastrophalen Start. „Wir haben zu lange gepennt“, musste Cullmann einräumen. „Gegen ein eingespieltes Team wie Ketsch ist so was tödlich.“ In der zweiten Hälfte legte seine Truppe einen Zahn zu, konnte das 24:28 und damit die zweite Niederlage in Folge aber nicht mehr verhindern.

Bis zum 2:2 war alles im grünen Bereich. Anschließend war vor allem die Abwehrleistung ungenügend: Nahezu unbehelligt spazierten die Ketscherinnen durch die Reihen und erzielten Treffer um Treffer, sodass einem Torfrau Melanie Breinich fast leid tun konnte. „Wir waren überhaupt nicht konzentriert, haben viel zu lange abgewartet und zu wenig selber agiert“, legte Nastja Antonewitch den Finger in die Wunde. In Hälfte eins war die HSG-Topscorerin zumeist als Alleinunterhalterin unterwegs und erzielte sieben ihrer insgesamt elf Treffer. Ansonsten verstand es der Gegner, sie und Rückraum-Werferin Anika Henschel an die Kette zu legen. Die Schuld daran suchte Matthias Cullmann zum Teil auch beim Schiedsrichtergespann aus Ehingen. „Anika hat bei eher lächerlichen Situationen sofort zwei Zeitstrafen kassiert und war danach total verunsichert“, klagte der HSG-Coach.

Nach dem 3:10 arbeiteten sich seine Schützlinge zwar auf 7:12 heran, gingen aber mit einem 9:15-Rückstand in die Pause. Die Hypothek schleppte die HSG bis zum 14:23 mit, ehe Torfrau Breinich Würfe in Serie parierte. „Dadurch hat sie uns aufgebaut“, betonte Nastja Antonewitch. Mit vereinten Kräften konnte das drohende Debakel abgewendet werden. Die schnelle Sophia Sommerrock und Anika Henschel mit ihrem starken Wurfarm kamen immer besser ins Spiel. Doch der routinierte Gegner schaukelt den Vorsprung über die Zeit. „Wir haben uns mit Einsatz, Leidenschaft und Willen in die zweite Halbzeit hineingekämpft. Das ist aber auch das einzig Positive, was ich für die kommenden Spiele mitnehmen kann“, bilanzierte HSG-Trainer Cullmann.

HSG TB/TG 88 Pforzheim: Breinich, Ionita – Steegmüller 1, Markovic 1, Antonewitch 11/4, Sommerrock 4, Langenberg 1, Henschel 6, Breitenstein, Ramirez, Vyslouzilova, Sauerwald, Dieckmann, Schückle.