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Ob stehend oder liegend, aufrecht oder waagerecht: Leutrim Neziraj (vorne) wird mit dem FC Nöttingen gegen Spielberg (rote Trikots) auch im Pokal-Halbfinale um jeden Zentimeter kämpfen müssen.  Foto: Gössele
Ob stehend oder liegend, aufrecht oder waagerecht: Leutrim Neziraj (vorne) wird mit dem FC Nöttingen gegen Spielberg (rote Trikots) auch im Pokal-Halbfinale um jeden Zentimeter kämpfen müssen. Foto: Gössele
24.04.2012

Halbfinale BFV-Pokal: FC Nöttingen ist Favorit beim SV Spielberg

Zweimal hat der FC Nöttingen den SV Spielberg in der laufenden Oberligarunde 3:0 besiegt. Während die Kicker aus dem Remchinger Ortsteil die zweitmeisten Tore der Liga erzielten (52), halten die Fußballer aus dem Karlsbader Ortsteil den Negativrekord bei Gegentoren (63). Und: Der FCN klopfte bis vor wenigen Wochen am oberen, der SVS am unteren Ende der Tabelle an. Vieles spricht also dafür, dass das BFV-Pokal-Halbfinale am Mittwoch um17.45 Uhr in Spielberg eine klare Angelegenheit wird. Oder?

„Nein“, widerspricht Nöttingens Trainer Michael Wittwer. „Nein“, sagt auch Spielbergs Übungsleiter Peter Kobel. „Das wird ein ganz anderes Spiel als in der Liga“, gibt Wittwer zu bedenken. Den 3:0-Erfolgen sei lediglich zu entnehmen, „dass wir die bessere Mannschaft haben“ – das „Aber“ klingt da nicht nur mit, sondern folgt auch in der Erklärung des FCN-Coachs: „Aber das muss die Mannschaft auch abrufen. Im Schongang wird das mit Sicherheit nicht funktionieren.“

Über 1000 Fans erwartet

Wittwers Erwartung eines „aggressiven Gegners, der nach zuletzt guten Spielen Selbstvertrauen getankt hat“, bestätigt sich im Gespräch mit Kobel: „Unsere Spieler werden alles einbringen, alles geben, um die Sensation zu schaffen“, verspricht der Pfälzer.

„1000 bis 1200 Zuschauer“, so die Einschätzung von Spielbetriebs-Vorstand Bernd Stadler, werden Spielberg heute Abend beim Kampf um diese Überraschung unterstützen. „Nöttingen ist der Top-Favorit“, weiß auch Stadler. Und doch: Er und Trainer Kobel gehen davon aus, dass diesem Favorit die Spielberger Heimstärke nicht verborgen geblieben ist. Sieben seiner acht Saisonsiege holte der SVS in dem Karlsbader 2800-Einwohner-Örtchen, zuletzt hatten auf dem heimischen Sportplatz Bonlanden (3:0) und Villingen (5:2) das Nachsehen. Dadurch verschaffte sich der SVS auch ein wenig Luft im Abstiegskampf. Denn in der Oberliga kämpft Spielberg noch um jeden Zähler. „Der Nichtabstieg hat für den Verein Priorität“, räumt Kobel ein, An „hundertprozentiger Konzentration und hundertprozentigem Engagement“ gegen Nöttingen ändere dies aber nichts.

Weniger erfolgreich als die letzten Liga-Heimspiele waren dagegen die bisherigen Versuche, die Nöttinger Abwehr zu überwinden. Anders als noch vor dreieinhalb Wochen wird die Innenverteidigung der Lila-Weißen heute jedoch nicht aus Holger Fuchs und Marcel Rapp bestehen. Wie schon im letzten Oberligaspiel gegen den FSV Hollenbach (3:0) wird Routinier Dubravko Kolinger den rotgesperrten Fuchs ersetzen. Zwar gesteht Wittwer ein, „kaum eine andere Möglichkeit“ zu haben, als auf das Duo Rapp/Kolinger zu setzen. Zugleich sei er jedoch „überzeugt, dass die beiden das richten“. „Alt genug“, so Nöttingens Coach über die 32- und 36-jährigen Abwehrrecken, „sind sie ja“.

Dreikampf um Plätze im Sturm

Zwei andere wichtige Spieler hatte Wittwer gegen Hollenbach noch geschont: Mario Bilger und Timo Brenner. Beide werden im Kampf um das Pokalfinale wohl wieder in der Startelf stehen. Dagegen heizt der Trainer den Konkurrenzkampf in der Offensive an: Neziraj, Metin Telle und Ricciardi Piazza sind fit. „Aus drei mach zwei“ lautete daher das Rätsel, dessen Lösung er vor dem gestrigen Abschlusstraining noch nicht verraten wollte oder konnte. Eindeutig ist dagegen das Ziel, mit dem Wittwer seine Männer in das heutige Halbfinale schickt: „Wir haben die große Chance, zum dritten Mal in Folge ins Finale zu kommen. Die wollen wir unbedingt nutzen.“