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Mit der Kugel hat Christina Schwanitz noch Luft nach oben. Foto: dpa
Mit der Kugel hat Christina Schwanitz noch Luft nach oben. Foto: dpa
Stark mit dem Stab in Karlsruhe: Lisa Ryzih. Foto: dpa
Stark mit dem Stab in Karlsruhe: Lisa Ryzih. Foto: dpa
05.02.2017

Hallen-Leichtathletik-Meeting in Karlsruhe: Starker Sport, wackelige Zukunft

Karlsruhe. Bei der 33. Auflage des internationalen Hallen-Leichtathletik-Meetings in Karlsruhe lieferte Laura Muir das Sahnestück. Die nur 1,61 Meter große Britin rannte am Samstagabend Europarekord über 3000 Meter. Fast 4500 Zuschauer in der Messe-Halle feierten zudem Kugelstoßerin Christina Schwanitz und Stabhochspringerin Lisa Ryzih für ihre Erfolge. Lokalmatador Christoph Kessler schaffte als Fünfter über 800 Meter in 1:47,81 Minuten die Norm für die Europameisterschaften Anfang März in Belgrad.

So konnte Meeting-Chef Alain Blondel ein positives Fazit der diesmal mühsam auf die Beine gestellten Traditionsveranstaltung ziehen. „Ich glaube, das war mehr als ein gutes Meeting. Die ganzen dreieinhalb Stunden waren großartig“, sagte der 54 Jahre alte Franzose.

Das Sportfest stand monatelang auf der Kippe, da die Karlsruher Kommune ihren Zuschuss von zuletzt 820.000 auf 550.000 Euro gesenkt hatte. So mussten Blondel und seine Mitstreiter neue Sponsoren für den Gesamtetat von rund einer Million Euro suchen.

Bei der dritten Station der World Indoor Tour des Weltverbandes IAAF glänzte vor allem Muir: Die Olympia-Siebte drückte die Bestmarke der Russin Lilia Shobukhowa von Moskau 2006 (8:27,86) auf 8:26,41 Minuten. „Ich hätte nicht erwartet, dass das Rennen so schnell würde, wie es letztendlich geworden ist. Ich bin sehr glücklich, dass ich in der Lage war zu zeigen, was ich kann“, sagte die 23-Jährige. Die 19-jährige Leverkusenerin Konstanze Klosterhalfen lief als Sechste in 8:51,75 Minuten persönliche Bestzeit.

Für Stabartistin Ryzih war erst der deutsche Hallenrekord von 4,78 Metern zu hoch: Die Vize-Europameisterin vom ABC Ludwigshafen gewann mit 4,67 Metern und setzte sich damit an die diesjährige europäische Spitze. Der dritte Versuch sah schon ganz gut aus. „Die Zeit ist reif, dass er mal fällt. Aber man muss es halt machen, man kriegt nichts geschenkt“, sagte Ryzih.

Einen weiteren deutschen Erfolg verpasste Cindy Roleder in einem hochkarätigen 60-Meter-Hürden-Finale nur knapp. Die Europameisterin und Vizeweltmeisterin aus Halle/Saale musste sich als Zweite nur Freiluft-Weltrekordlerin Kendra Harrison geschlagen geben. Die Amerikanerin siegte in 7,76 Sekunden vor Roleder (7,90) und der Australierin Sally Pearson (7,91).

Schwanitz zufrieden

Mit mäßigen 18,41 Metern hatte Weltmeisterin Christina Schwanitz zum Auftakt das Kugelstoßen gewonnen. Die 31-Jährige vom LV 90 Erzgebirge setzte sich knapp vor der Ungarin Anita Marton (18,34) durch. Schwanitz hat unterm Dach eine Bestleistung von 20,05 Metern. Dennoch sagte sie: „Es war ein richtig geiler Wettkampf, wir haben uns von Versuch zu Versuch hochgearbeitet. Ich bin höchst zufrieden.“