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Geteilte Freude, doppelte Freude? Hambüchen (links) und Nguyen bei der Auszeichnung als Top-Scorer.
Jubelposen: Während sich Marcel Nguyen (links) mit angewinkelten Armen freut, bevorzugt Fabian Hambüchen die gestreckte Variante. Fotos: Ripberger
14.10.2012

Hambüchen glänzt am Reck, aber KTV Straubenhardt schlägt KTV Obere Lahn

Straubenhardt. Er kam, er sah, aber er siegte nicht: Fabian Hambüchens Rückkehr in der Deutschen Turnliga (DTL) nach Straubenhardt wurde zum mit Spannung erwarteten Duell der deutschen Turnstars. Am Ende triumphierte der deutsche Meister KTVStraubenhardt mit Marcel Nguyen dank einer starken Teamleistung 42:25 und entthronte Tabellenführer KTV Obere Lahn, für den Hambüchen seit dieser Saison an die Geräte geht.

Das Duell der Stars endete unentschieden: Nguyen und Hambüchen wurden mit jeweils 17Punkten gemeinsam Topscorer.

Bildergalerie: Bundesliga-Start: KTV Straubenhardt besiegt SC Cottbus

Im Unfrieden hatten sich der die Straubenhardter und Hambüchen Ende 2011 getrennt, nachdem der hessische Starturner die Teilnahme am DTL-Finale in Berlin abgesagt hatte. Vor seiner Rückkehr, die vergangene Woche lange als unwahrscheinlich galt und erst am Freitagabend publik wurde, war er nun auf den Empfang gespannt, sprach von „zwiespältigen Gefühlen“. Doch die Zuschauer in der Straubenhardthalle empfingen ihn mit freundlichem Applaus. „Die Fans waren fair. Das war riesig“, freute sich Hambüchen. Der Empfang durch seine ehemaligen Teamkameraden sei „ganz normal“ gewesen. Nur der Kontakt zu einigen Vereinsvertretern sei „vielleicht etwas verhalten“ ausgefallen.

Ganz ohne Sticheleien und Seitenhiebe ging der Wettkampf dann aber doch nicht ab. Nachdem Hambüchen mehrfach betont hatte, wie geil die Stimmung in seinem neuen Team sei („Das habe ich so noch nie erlebt“) und damit auch eine Botschaft nach Straubenhardt sandte, konterte Nguyen elegant: „Wir haben auch eine tolle Stimmung im Team. Aber vielleicht war Fabian nicht oft genug hier, um das mitzukriegen.“ Auch auf Hambüchens Äußerung, er könne sein Team nicht alleine nach Straubenhardt fahren lassen, hatte sein Straubenhardter Kontrahent eine Antwort, „Das“, sagte Nguyen, „kannte ich bisher so von ihm gar nicht. Das hätten wir uns letztes Jahr auch mal gewünscht“.

Sportlich tut das Duell der beiden deutschen Stars, die bei Olympia in London zusammen dreimal Silber geholt hatten, der Bundesliga gut, auch wenn die Turner und ihre Trainer den direkten Vergleich am Gerät scheuten. Hambüchen turnte alle sechs Geräte, seine Übungen wurden von den Kampfrichtern mit insgesamt 90,85 Wertungspunkten honoriert. Eine starke Leistung, gekrönt von einer Reckkür, für die es 16,65 Punkte gab – Weltklasse.

Sportlicher Respekt

Das erkannte auch Nguyen an: „Respekt an ihn. Er ist fit und hat trotz seines Studiums stark geturnt.“ Der Straubenhardter Spitzenmann geht die Bundesliga-Saison verhaltener an („Derzeit bin ich erst bei 70 Prozent“), turnte vier Geräte. Dafür gab es glatte 60,00 Punkte. Die Auszeichnung als Top-Scorer wollte beide Stars, sie wissen das System aber auch richtig einzuschätzen. „Die Scorepunkte sagen nicht unbedingt viel über die Leistungen aus“, weiß Nguyen.

An der Spitze neutralisierten sich Nguyen und Hambüchen ebenso wie die beiden weißrussischen Trainingspartner Dimitri Barkalov und Andrej Likhovitsky (je 7 Scorepunkte). So sorgten Thomas Taranu, Anton Wirt, Robert Weber (Punktsieger an den Ringen gegen Hambüchen), Sergej Charkow und Daniel Weinert mit ihren Punkten für den letztlich deutlichen Straubenhardter Sieg. Genau damit hatte Trainer Alexei Grigoriev gerechnet, lobte aber auch den Gegner: „Starke Mannschaft, guter Sport.“