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Starker Auftritt: Mit zwölf Toren war Marco Kikillus der entscheidende Spieler beim Sieg der TGS.  Foto: Becker 

Handball 3. Liga: Pfosten rettet TGS Pforzheim das Punktepaar

Pforzheim. Als Davor Sruk in der 43. Minute den Vorsprung der TGS Pforzheim im Treffen gegen den VfL Pfullingen auf 28:19-Tore ausbaute, schien ein Sieg von Pforzheims Dritt-Bundesligisten mit einer zweistelligen Tordifferenz wahrscheinlich. Dass sich das Treffen in der Schlussviertelstunde doch noch zu einem echten Samstagabendkrimi entwickelte, hatte zu diesem Zeitpunkt keiner in der mit 750 Zuschauern gut besuchten Bertha-Benz-Halle mehr auf dem Radar.

Auslöser für die Wende war eine Zeitstrafe gegen Florian Taafel und die Anordnung von Pfullingens Trainer Griesbach zur offenen Manndeckung. Weil diese Maßnahme griff, beließ es der Coach der Württemberger bei dieser offensiven Abwehrvariante – bei diesem deutlichen Spielstand und zu diesem frühen Zeitpunkt eigentlich Harakiri – als die Pforzheimer wieder komplett waren. Vor allem Pfullingens Breckel nutzte die nun viel zu statische Spielweise und die sich häufenden Abspielfehler konfus gewordener Wartberger zum „Bälle abstauben“ und zu Kontertreffern. Weil auch zwei Auszeiten von Andrej Klimovets seine Mannen nicht wieder in die Spur brachten, stand das Treffen beim 30:28-Spielstand in der 56. Minute plötzlich wieder echt auf der Kippe. Der Gast ließ sich von seinem Vorwärtsdrang auch nicht abbringen, nachdem Marco Kikillus mit seinem siebten verwerteten Siebenmeter den Vorsprung zwischenzeitlich wieder auf drei Treffer ausgebaut hatte, markierte in der 58. Minute das 31:29.

Nachdem Rechtsaußen Kikillus bei seinem Siebenmeterversuch Nummer acht erstmals Nerven gezeigt hatte fiel 30 Sekunden vor dem Abpfiff auch noch der 31:30-Anschlusstreffer. Damit aber nicht genug, Pfullingen eroberte noch einmal das Leder und erkämpfte sich noch eine „100-Prozentige“. Doch der Pfosten und ein fast fahrlässiger Dreher (statt eines konsequenten Kernwurfes) rettete den Pforzheimern dann doch noch den Sieg und das Punktepaar.

Matchwinner Binder

Matchwinner für die Wartberger war diesmal zweifelsohne Keeper Jonathan Binder. Der für den weiterhin verletzten Sebastian Ullrich die gesamte Spielzeit über das Tor hütende Zerberus überzeugte bereits im ersten Durchgang und rettete seinen Mannen vor allem in der brisanten Schlussviertelstunde vor dem drohenden Punktverlust. Pluspunkt Nummer zwei war Marco Kikillus der nach zwei für ihn ganz ungewohnten trefferlosen Auftritten mit einem Dutzend an Einschüssen einmal mehr seine Qualitäten als Top-Torjäger nachwies.