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Zupackend zeigte sich die Erlanger Abwehr: Hier wird der Pforzheimer Yanez Kirschner links von Gegenspieler Yannik Bialowas fast entkleidet.  Foto: Ripberger 

Handball 3. Liga: TGS Pforzheim mit zu wenig Einsatz und zu vielen Fehlern

Pforzheim. Die Turngesellschaft Pforzheim sollte einen Antrag beim Deutschen Handballbund stellen, alle zweiten Mannschaften aus der dritten Bundesliga zu verbannen. Denn: Gegen keines der drei Reserveteams von Erstligisten gewann die TGS einen Blumentopf. Mögen die Niederlagen gegen die zweiten Garnituren der Eliteclubs Rhein-Neckar-Löwen und HBW Balingen-Weilstetten noch zu verkraften sein, so schmerzt die samstägliche 26:29 (12:14)-Pleite gegen den nun ehemaligen Tabellenvorletzten HC Erlangen II deutlich mehr.

Der weiterhin verletzte Spielgestalter Florian Taafel, der mit Timo Hufnagel das Pforzheimer Team coachte, brachte es auf den Punkt: „Das war ein verdienter Sieg des HC Erlangen. Es gab verschiedene Phasen in diesem Spiel. Unsere starken Phasen waren aber viel zu kurz. Uns hat die Einstellung gefehlt.“ Auch Michael Oehler, mit sieben Treffern bester TGS-Torjäger in der Bertha-Benz-Halle, befand: „Mit 90 bis 95 Prozent Einsatz gewinnt man nichts. In der zweiten Halbzeit war unser Angriffsspiel nicht mehr strukturiert.“

Sechs Gegentore in Überzahl

Dabei entpuppten sich die Franken wahrlich nicht als Überflieger. Der Kommentar des gegnerischen Trainers Tobias Wannenmacher sagt alles: „Spielerisch brauchen wir nicht über die Partie zu reden. Bei uns geht es nur über den Kampf.“ Besonders erschreckend: In Überzahl kassierte die TGS sechs Gegentreffer, einmal sogar mit zwei Mann mehr. „Dabei haben wir das Überzahlspiel am Tag zuvor noch extra trainiert“, wunderte sich Florian Taafel. Die „kurzen starken Phasen“ hatte die TGS, als sie zwischen der 23. und 32. Minute aus einem 9:13-Rückstand ein 14:14 zauberte und als sie zwischen der 42. und 53. Minute erneut einen Vier-Tore-Rückstand von 17:21 in einen 24:24-Gleichstand verwandelte.

Doch immer wieder schlich sich der Schlendrian ein mit vergebenen Chancen, Abspielfehlern und Abwehrschwächen. Zu allem Überfluss musste drei Minuten vor Schluss der kurzfristig wieder fit gemachte Abwehrrecke Michal Wysokinski mit einer Knieverletzung humpelnd vom Platz.